Weltverfolgungsindex 2026: Platz 7. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Nigeria verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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Nigeria: 177 Christen entführt – Entkommene berichten
(Open Doors, Kelkheim) – Am vergangenen Sonntag, dem 18. Januar, haben unbekannte Bewaffnete drei Kirchen im Süden des Bundesstaat Kaduna (Nigeria) angegriffen und 177 Christen entführt. Die Entführer möchten durch die Aktion mutmaßlich Lösegeld erpressen. Eine Kontaktperson von Open Doors hat mehrere Augenzeugen gesprochen, deren Berichte Einblick in den Tathergang sowie die Folgen für Familien und Umfeld der Entführten geben.
Kinder, Frauen und Kranke unter den Verschleppten
Nach den Vorfällen auf die Ortschaft Kurmin Wali im Regierungsbezirk Kajuru hatten die lokalen Behörden zunächst versucht, die Angriffe geheimzuhalten und die Zugangswege zu dem Gebiet für Ortsfremde abgeriegelt. Mittlerweile hat jedoch Dauda*, eine lokale Kontaktperson von Open Doors, die Gemeinschaft erreicht und mit mehreren Augenzeugen sprechen können.
Einer von ihnen ist Yunana Adauji, Sekretär des betroffenen Kirchenverbandes, der den Entführern entkommen konnte. Er berichtete: „Die Angreifer kamen gegen 9:30 Uhr, während wir unseren Sonntagsgottesdienst abhielten. Sie waren bewaffnet, riefen ‚Allahu Akbar‘, trieben die Gottesdienstbesucher an einen Ort zusammen und drohten, jeden zu erschießen, der zu fliehen versuchte.“ Anschließend seien die Christen in den Busch verschleppt worden, darunter Kinder, Frauen und Männer sowie kranke Menschen, die sich nach einer Operation zu Hause erholten. „Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich unsere Entführten befinden. Wir brauchen eure Gebete und eure Hilfe, damit diese Angriffe ein Ende finden!“, appellierte Adauji.
Die überwiegend von Christen bewohnte Region wurde bereits mehrfach Ziel derartiger Überfälle. Einige Dorfbewohner schlafen deshalb aus Angst vor nächtlichen Angriffen im Busch. Auch die Geschehnisse des vergangenen Sonntags haben einige zu diesem Schritt bewogen. Eine von ihnen ist eine stillende Mutter, deren Ehemann und neun Kinder zu den Entführten gehören. Sie berichtete im Gespräch mit Dauda: „Im Moment ist mein Baby wegen der Kälte und der Mücken krank. Bitte betet für uns.“ Die Mutter hat Schwierigkeiten zu essen, weil sie sich um das Schicksal ihrer Familie sorgt und mutmaßlich traumatisiert ist.
Den Entführern entwischt
Mai Girma Shekarau gehört zu denen, die fliehen konnten. Doch einige Mitglieder seiner Familie sind weiterhin in den Händen der Entführer. Er berichtete: „Nachdem sie uns aus der Kirche verschleppt hatten, mussten wir eine lange Strecke ohne Essen und Wasser zurücklegen. Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht und brutal misshandelt. Ich habe schwere Verletzungen am Kopf, und auch andere sind verletzt, aber sie zwangen uns trotz blutender Wunden weiterzugehen. Nach stundenlangem Marsch ließen sie uns in einem verlassenen christlichen Dorf ausruhen.“ Während der Rast habe er sich mit seinem zweijährigen Baby in einem verfallenen Haus versteckt. Als es ihm zwei Stunden später sicher genug erschien, sei er aus seinem Versteck gekommen und zu einer nahegelegenen Ortschaft gewandert.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Nigeria an 7. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quellen: Open Doors
Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria:
- Beten Sie, dass Jesus die Entführten schützt, tröstet und im Glauben stärkt.
- Beten Sie für die Familien der Entführten um innere Stärke und Gottes Frieden.
- Beten Sie um baldige Freilassung der Entführten und für ein Ende der Angriffe.
- Beten Sie für die zuständigen staatlichen Institutionen um Weisheit und Willigkeit, Christen und andere wirksam vor Überfällen zu schützen.
- Beten Sie für die Entführer, dass Gottes Geist sie anspricht und überführt, so dass sie von ihren bösen Wegen umkehren.
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