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Indien: Dorf verweigert Beerdigung von 13-jährigem Christen

Familie unter Druck gesetzt, zum Hinduismus zu konvertieren

(Open Doors, Kelkheim) – Berichten indischer Medien zufolge wurde am Samstag, dem 14. Februar, eine christliche Familie im Bezirk Nabarangpur/Bundesstaat Odisha daran gehindert, ihren kürzlich verstorbenen 13-jährigen Sohn auf dem öffentlichen Friedhof zu beerdigen. Die anhaltenden Spannungen in der Region gehen auf Forderungen zurück, die örtliche Kirche zu verlegen.

Zwei Menschen halten sich an den Händen
Christen in Odisha beten gemeinsam (Symbolbild)

Keine christlichen Symbole auf dem Grabstein

Der Vorfall ereignete sich in dem mehrheitlich von Indigenen bewohnten Dorf Kapena. Wie „The Indian Express“ nach Angaben von Krutibas Santa, dem Vater des Verstorbenen, berichtet, hatte der 13-Jährige seit langem an einer Krankheit gelitten. Nach seinem Tod hatte die Familie laut Krutibas zunächst Vorbereitungen dafür getroffen, die Beerdigung auf dem öffentlichen Friedhof des Dorfes durchzuführen. Einen separaten Friedhof für ortsansässigen Christen gibt es in dem Dorf nicht. Mehrere Anwohner lehnten die Beerdigung jedoch ab und versperrten der Trauergemeinschaft den Zugang zum Friedhof.

Als die Spannungen eskalierten, beschloss die Familie, den Verstorbenen auf ihrem eigenen registrierten Grundstück zu begraben. Auch dieser Versuch stieß jedoch auf Widerstand – diesmal von nichtchristlichen Verwandten der Familie.

Dank dem Eingreifen der Bezirksverwaltung und der Polizei konnte Krutibas’ Familie ihren Sohn nach fast 20 Stunden emotionaler Belastung schließlich auf dem eigenen Grundstück beerdigen. Um dies zu ermöglichen, wurde eine Vereinbarung zwischen den Dorfbewohnern und Krutibas getroffen: Krutibas erklärte schriftlich seine Zustimmung dazu, dass auf dem Grabstein keine religiösen Symbole angebracht werden dürfen. Darüber hinaus wurde die Familie unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzuschwören; die Christen weigerten sich jedoch.

Extremisten erzwingen Schließung der Dorfkirche

Lokale Partner von Open Doors bestätigten, dass in dem Dorf etwa 30 christliche Familien leben. Bereits am 25. Januar soll eine Gruppe von Hind-Extremisten in die Dorfkirche eingedrungen sein und versucht haben, die Versammelten zur Abkehr von ihrem christlichen Glauben zu zwingen. Als die Gläubigen sich weigerten, setzten die Angreifer gewaltsam die Schließung der Kirche durch. Das Gebäude ist seitdem geschlossen und die Gemeinde wurde aufgefordert, ihren Versammlungsort zu verlegen.

Indische christliche Leiter haben die Verweigerung der Bestattung scharf verurteilt und sie als verfassungswidrig, unmenschlich und als Verletzung der Religionsfreiheit bezeichnet. Lokale Behördenvertreter haben Friedensgespräche zwischen beiden Gemeinschaften einberufen, um den Frieden und die soziale Harmonie aufrechtzuerhalten. Polizeibeamte wurden in das Dorf entsandt, um mögliche Zusammenstöße oder Gewalttaten zu verhindern.

Immer mehr Angriffe auf Christen im ganzen Land

Die indische Verfassung erklärt das Land zwar zu einem säkularen Staat, doch hinduistische Extremisten versuchen, dies zu ändern und den Hinduismus zur Staatsreligion zu machen. Im Jahr 2014 wurde mit Narendra Modi der Anführer der hindu-nationalistischen „Bharatiya Janata Party“ (BJP) zum indischen Premierminister gewählt. Seitdem hat sich der Einfluss extremistischer Hindus verstärkt, sowohl bei staatlichen Stellen als auch in der Bevölkerung. Es herrscht ein hohes Maß an physischer Gewalt: Ehrenmorde, Säureattacken, Angriffe durch Schlägertrupps und andere nehmen im ganzen Land zu. Darüber hinaus gibt es Desinformationen über christliche Aktivitäten (wie Gebetstreffen oder Predigten), die sich negativ auf die allgemeine Stimmung gegenüber den Christen auswirken.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Indien an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: The Indian Express, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Indien:

  • Beten Sie um Trost für Krutibas’ trauernde Familie, die durch die Spannungen unter zusätzlichem Druck steht.
  • Beten Sie, dass Jesus die christliche Gemeinschaft im Glauben stärkt und sie sich bald wieder zu Gottesdiensten versammeln können.
  • Beten Sie um Schutz und neuen Mut für alle Christen in Indien, angesichts der wachsenden Anfeindungen mutig ihren Glauben zu bekennen.
  • Beten Sie für alle Angreifer, dass Gottes Geist an ihren Herzen wirkt und vielen von ihnen die Augen für Jesus öffnet.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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