Weltverfolgungsindex 2026: Platz 11. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Afghanistan verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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Afghanistan/Zentralasien: Das gefährliche Leben afghanischer Christinnen
(Open Doors, Kelkheim) – Am 8. März ist Weltfrauentag. In kaum einem Land der Welt leben Frauen mit so vielen Einschränkungen wie in Afghanistan. Die wenigen Christinnen unter ihnen schweben wegen ihres Glaubens in permanenter Lebensgefahr. Aus aktuellem Anlass hat Open Doors eine von ihnen befragt, die mittlerweile nach Zentralasien geflüchtet ist.
„Ich werde kommen und dich töten“
Ariana* erinnert sich noch gut an die Worte ihres Bruders, als er erfuhr, dass sie Christin geworden war: „Wenn du unter Druck stehst, kann ich kommen und dich retten“, sagte er. „Aber wenn du wirklich deine Religion verraten hast, werde ich kommen und dich töten. Es ist mir egal, ob ich dafür mein Leben im Gefängnis verbringen muss.“
Nach Einschätzung von Open Doors leben in Afghanistan bei einer Bevölkerung von 44,5 Millionen derzeit nur einige Tausend Christen. Jeder Afghane – ob Mann oder Frau – muss mit dieser Art von Reaktion rechnen, wenn er den Islam verlässt und sich für den christlichen Glauben entscheidet. Aber für afghanische Frauen, denen in vielen Bereichen ihres Lebens keine Wahlfreiheit zugestanden wird, birgt eine solche Entscheidung zusätzliche Gefahren. Das verdeutlicht Arianas persönlicher Bericht. Er liefert einen seltenen Einblick in das Leben afghanischer Christinnen sowohl in ihrem Herkunftsland als auch in den Nachbarländern.
„Wenn ihr kommt, finden wir Frieden“
„In Afghanistan haben Frauen nicht das Recht, ihren Ehepartner selbst zu wählen. Und dort, wo ich lebte, durften Frauen auch nicht über ihre Ausbildung entscheiden. Sie hatten keine Möglichkeit, bis zur 12. Klasse zu lernen oder Ärztin oder Lehrerin zu werden.“ Wie in ihrem Umfeld üblich, wurde Ariana von ihrer Familie verheiratet. Doch ohne dass sie davon wusste, waren ihre neuen Schwiegereltern heimliche Christen.
Erst als sie mit ihrer neuen Familie nach Zentralasien geflohen war, erzählten sie ihr, wie sie durch einen Russen vom Evangelium erfahren hatten und luden Ariana ein, ebenfalls an Jesus zu glauben. Ariana erkannte in Jesus denjenigen, der ihr die Freiheit anbot, nach der sie ihr ganzes Leben lang gesucht hatte und beschloss, der Einladung zu folgen. Doch während ihr Glaube wuchs, erkannte sie auch das Risiko ihrer Entscheidung im afghanischen Kontext: „Frauen wurden vergewaltigt, geschlagen und öffentlich gedemütigt, weil sie den Islam verlassen hatten.“ Immer wieder wurden christliche Konvertiten nach ihrer Entdeckung auch hingerichtet.
Selbst nach ihrer Flucht aus dem Land sind Ariana und ihre Familie nicht in Sicherheit. Ariana weiß, dass sie jederzeit nach Afghanistan abgeschoben werden könnten, wo ihnen als „Verrätern des Islams“ die Hinrichtung droht. Und doch beschäftigt sie etwas anderes noch stärker. Sie sagt: „Ich wurde in eine muslimische Familie hineingeboren und wuchs in einer sehr restriktiven Gesellschaft auf. Deshalb möchte ich, dass auch [andere Afghaninnen] dieses Salz des Lebens kosten und dieses lebendige Wasser trinken, das ich von Gott gekostet habe, indem ich den Weg, die Wahrheit und das Leben erkannt habe.“
Ariana und andere Christinnen treffen sich deshalb regelmäßig mit anderen Frauen, um die Botschaft von Jesus mit ihnen zu teilen und gemeinsam zu beten. Sie sagt: „Einige von ihnen sind Musliminnen. Sie sind dankbar und sagen: ‚Wenn ihr kommt, finden wir Frieden.‘“
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Afghanistan an 11. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quelle: Open Doors
Bitte beten Sie für Christen in Afghanistan und den Nachbarländern:
- Danken Sie Jesus für sein Wirken in Arianas Leben.
- Beten Sie um Gottes Schutz für ihre ganze Familie und andere Christen vor Entdeckung und Gewalt.
- Beten Sie für alle Frauen, die unter den massiven Einschränkungen leiden oder misshandelt werden, dass sie Frieden und Hoffnung in Jesus finden.
- Beten Sie um Stärkung im Glauben für alle Christen in der Region angesichts der permanenten Gefahr und zahlreicher äußerer Nöte.
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