Persönliche Berichte

Bhutan: Freude inmitten von Isolation und Armut

Eine Mutter berichtet von Ausgrenzung, Glaubenskämpfen und Gottes Treue

(Open Doors, Kelkheim) „Früher waren meine Kinder sehr oft krank; ich habe alle möglichen Rituale durchgeführt, um sie zu heilen, aber nichts hat geholfen. Da riet mir jemand, zu Jesus zu beten. Als ich das tat, wurden sie geheilt; tatsächlich wurden sie überhaupt nicht mehr krank.“ Diese Erfahrung wurde zum Wendepunkt in Demas* Leben – sie beschloss, Jesus nachzufolgen. Trotz vieler negativer Konsequenzen bereut sie diesen Schritt bis heute nicht.

Eine Frau sitzt in einem Raum und liest
Dema liest in ihrer Bibel

Mit fünf kleinen Kindern vor die Tür gesetzt

Dema ist Mutter von fünf Töchtern, in ihren späten Fünfzigern und lebt in Bhutan. Ihr Bericht veranschaulicht die enormen Herausforderungen für alle, die in ihrer stark buddhistisch geprägten Heimat als Christen leben wollen.

Nach ihrer Entscheidung für Jesus verspürte Dema einen „unerklärlichen Frieden in meinem Herzen“. Doch ihr Umfeld hatte wenig Verständnis für Demas neuen Glauben, der einen Bruch mit den buddhistischen Traditionen darstellte: „Die Leute in meinem Dorf verspotteten mich und fingen an, mich auszugrenzen. Alle meine Verwandten gingen auf Distanz zu mir, und mein Mann quälte mich Tag und Nacht mit seinen Sticheleien.“

Er setzte Dema unter Druck, ihren Glauben an Jesus aufzugeben. Als sie standhaft blieb, zwang er sie und ihre fünf Kinder, das Haus zu verlassen: „Er trieb meine Kinder und mich nach draußen und schloss die Türen des Hauses ab. Dann ging er einfach weg und sagte: ‚Du gehörst nach draußen, zu deinen Kindern‘“, berichtet Dema mit leiser Stimme. Auch viele Jahre später ist die Erinnerung für sie offenbar noch immer schmerzhaft. Die Nachbarn hätten damals schweigend zugesehen, als wollten sie sagen, sie habe sich das selbst zuzuschreiben, berichtet sie weiter. Für Dema war es extrem schwer, da ihre fünf Töchter noch sehr klein waren. Die jüngste war zu dem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr alt.

Immer neue Herausforderungen für Demas Glauben

Dema fand zunächst Zuflucht in einer notdürftig errichteten Hütte neben den Feldern ihres Mannes. Sie fährt mit ernster Miene fort: „Die Tage vergingen, und mein Mann kam nie, um nach uns zu sehen. Ich begann, kleine Arbeiten anzunehmen, wo immer ich konnte, um Essen und Kleidung für meine Kinder besorgen zu können. Ich wusch Geschirr in den Häusern anderer Leute und half Familien bei der Hausarbeit gegen eine bescheidene Bezahlung.“ Dema erlebte Zeiten der Not, aber auch Gebetserhörungen, erhielt Unterstützung von Verwandten und von anderen Christen. Dennoch wurde ihr Glaube auf eine harte Probe gestellt: „Ich war mein ganzes Leben lang mit Isolation und sozialem Ausschluss konfrontiert. Manche verspotten mich immer noch, weil ich Jesus nachfolge, und weigern sich, mein Haus zu betreten oder sich mir zu nähern.“

„Niemand ist so wie Jesus!“

Inzwischen sind Demas Töchter erwachsen. Zwei von ihnen sind verheiratet und nur die jüngste wohnt noch bei ihr. Sie hat ihr Studium abgeschlossen und ist derzeit auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Dennoch muss Dema weiterhin hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Unsere lokalen Partner bekamen vor einigen Monaten über Demas Pastor Kontakt zu ihr und halfen ihr, einen kleinen Laden zu eröffnen. Sie berichtet stolz, dass sie durch ihre Einkünfte schon viele ihrer Schulden zurückzahlen konnte. Und nicht nur das: „Ihr habt sogar für Essen für meine Familie gesorgt und die Schulgebühren meiner Tochter bezahlt. Ich kann euch gar nicht genug für alles danken, was ihr für mich getan habt“, sagt Dema.

Ihren tiefen Glauben schöpft sie aus der Bibel – auch wenn sie wegen ihrer geringen Bildung nur langsam liest. Sie erklärt: „Die Bibel sagt es ganz klar in 1. Samuel 2,2: Es gibt keinen wie unseren Gott. Diese Erkenntnis hat mir so viel Zuversicht in meinem Glauben gegeben. Ich danke Jesus, weil er durch sein Wort zu uns spricht; es gibt niemanden, der so ist wie er!“

* Name geändert

Bitte beten Sie für Dema und ihre Familie – und für die Christen in Bhutan:

  • Demas eigene Worte: „Bitte betet für meinen Mann. Möge der Herr ihm eines Tages die Augen öffnen, damit er seine Wahrheit und Liebe erkennt.“
  • „Bitte betet für meine Töchter, dass sie weiterhin im Glauben wachsen.“
  • Beten Sie auch um eine dauerhafte Unterkunft für Dema, da sie ihre gegenwärtige Behausung bald verlassen muss.
  • Beten Sie für alle Christen in Bhutan, die ähnlich wie Dema durch ihr Umfeld unter Druck gesetzt und verfolgt werden.

     

Vielen Dank für Ihr Gebet

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