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Indien: Christen in Sorge vor Kundgebung am Samstag

Extremisten wollen angebliche „Zwangsbekehrungen“ durch Christen stoppen

(Open Doors, Kelkheim) – Diesen Samstag, am 20. Juni 2026, ist im Distrikt Narayanpur im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh eine Großkundgebung geplant – veranstaltet von „Sarva Samaaj“, einer örtlichen Interessenvertretung der indigenen Stammesbevölkerung. Diese will gegen den Einfluss anderer Religionen vorgehen und rief Menschen in der ganzen Region dazu auf, an der Großkundgebung teilzunehmen. Besonders im Visier: die christliche Präsenz.

Eine Straße mit Girlanden einigen Autos, Motorrädern und Fußgängern
Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh nimmt die negative Stimmung gegen Christen seit Jahren zu

Christen unerwünscht

Erst vor wenigen Tagen reichten die Mitglieder der Interessenvertretung einen Beschwerdebrief an die örtliche Polizeibehörde ein, wo sie sich über die Aktivitäten anderer Religionen beschwerten. Die Polizei blieb untätig – woraufhin die Interessenvertretung sich entschied, die Großkundgebung zu organisieren.

Dhruv Baiga*, ein lokaler Partner von Open Doors, berichtet: „Chhattisgarh ist von christenfeindlichen Aktivitäten geprägt, und die Atmosphäre ist nicht wohlwollend gegenüber Christen. Es herrscht ständiger Hass; es gibt Proteste, Drohungen der Rückbekehrung, ein verschärftes Anti-Bekehrungs-Gesetz, körperliche Angriffe auf Pastoren sowie eine strenge Überwachung christlicher Organisationen und Einrichtungen. Angesichts einer weiteren geplanten Großkundgebung verschlechtert sich die Lage für die christliche Gemeinschaft in Chhattisgarh zusehends und spitzt sich dramatisch zu.“

Anti-Bekehrungs-Gesetz wurde bereits im April verschärft

Es wird eine große Zusammenkunft von Vertretern verschiedener Gemeinschaften, sozialer Organisationen und Dörfer zur Kundgebung erwartet. Sie werfen den Christen vor, die Bewohner in der Region mit ihren Aktivitäten zu beeinflussen, sodass diese sich von ihren traditionellen Bräuchen abwenden und den christlichen Glauben annehmen.

Die Demonstranten werden durch das in Chhattisgarh etablierte Anti-Bekehrungs-Gesetz gestützt, welches Christen und anderen religiösen Minderheiten verbietet, ihren Glauben weiterzugeben.

Das Anti-Bekehrungs-Gesetz wurde in Chhattisgarh bereits im Jahr 2000 eingeführt und 2006 verschärft. Diesen April wurde es erneut verschärft: Zwangskonversionen können zum Beispiel nun mit bis zu 10 Jahren Gefängnisstrafe geahndet werden.

Christen befürchteten schon im April, dass die erneute Verschärfung des Gesetzes gezielt genutzt werden würde, um ihnen zu schaden. Die Veranstalter der für Samstag geplanten Kundgebung versicherten zwar, es werde alles friedlich bleiben, allerdings gab es in der Vergangenheit bereits viele Gewaltakte gegen Christen in Chhattisgarh.

Wiederholte Gewalt gegen Christen

In den vergangenen Jahren haben Extremisten in Chhattisgarh immer wieder zur Gewalt gegen Christen aufgerufen oder Christen gezwungen, an „Rückbekehrungs“-Events zum Hinduismus teilzunehmen.

Dhruv appelliert: „Die Landes- und Zentralregierung sollten eingreifen und sich für Frieden und Harmonie zwischen allen Religionen einsetzen, da derartige Kundgebungen in der Vergangenheit bereits gegen Christen gerichtet waren und Gewalt geschürt haben. Die Regierung sollte es den Menschen ermöglichen, ihre Religionsfreiheit und ihr Recht auf Religionsausübung wahrzunehmen sowie über einen sicheren Ort für ihre Gottesdienste zu verfügen. Zudem bitte ich die globale Kirche, auf die Situation aufmerksam zu machen und für Gottes Kraft und Trost für alle Christen in Chhattisgarh zu beten.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Indien an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: Open Doors

 

Bitte beten Sie für Christen in Indien:

  • Beten Sie dafür, dass die Großkundgebung friedlich verläuft und es nicht zu Gewalt kommt.
  • Beten Sie um Kraft und Mut für die Christen in Chhattisgarh, die nicht offen ihren Glauben leben können. Dass sie weiter Jesus bekennen und Licht für ihr Umfeld sind.
  • Beten Sie, dass die Behörden und alle in Regierungsverantwortung sich nicht vom Druck der Extremisten beeinflussen lassen, sondern im Gegenteil verschärfte Religionsgesetze wieder zurücknehmen.
  • Beten Sie für die Extremisten, dass sie von der Liebe Jesu berührt werden und erkennen, dass die Christen ihnen nicht schaden wollen.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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