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Nigeria: Neue Studie zeigt extremes Ausmaß der Gewalt gegen Christen

„Es lässt sich schließen, dass Christen aufgrund ihres Glaubens getötet wurden“

(Open Doors, Kelkheim) – Eine aktuelle Sechsjahresstudie der Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit in Afrika (ORFA) belegt, dass Christen in Nigeria systematisch im Visier von extremistischen Gruppen stehen. Die Daten widerlegen die Darstellung eines reinen Ressourcenstreits und offenbaren stattdessen eine gezielte, ethnisch-religiös motivierte Gewalt.

Mehrere Frauen beten gemeinsam
Christliche Frauen beten in einem Flüchtlingslager in Nigeria – infolge von Gewalt werden viele aus ihrer Heimat vertrieben

Gewaltbilanz: Die wichtigsten Zahlen

Die Untersuchung zur Gewalt in Nigeria basiert auf einer detaillierten Feldforschung, bei der im Zeitraum von Oktober 2019 bis September 2025 jeder dokumentierte Gewaltvorfall vor Ort verifiziert wurde. Die Studie erfasst insgesamt 79.323 Todesopfer im Berichtszeitraum – das entspricht einem Durchschnitt von rund 36 Toten pro Tag. Etwas mehr als die Hälfte aller Opfer waren Zivilisten. Darunter waren 22.800 Christen und 10.519 Muslime. Der Großteil der Angriffe wurde von Fulani-Milizen verübt.

 

Der Bericht zeigt außerdem, dass diese Milizen zunehmend auch die muslimische Bevölkerung angreifen, wenn diese nicht ihrem Volk angehört. Dennoch bleibt die Gefahr für Christen ungleich höher: In den betroffenen Bundesstaaten ist ihr Risiko, ermordet zu werden, 4,4-mal so hoch wie das der Muslime – gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in den jeweiligen Bundesstaaten.

Im Bericht heißt es zur ethnisch-religiösen Motivation der Angriffe: „Es lässt sich schließen, dass christliche Zivilisten getötet oder entführt wurden, weil sie Christen waren. Muslimische Zivilisten hingegen wurden getötet oder entführt, weil sie keine Fulani waren.“

Systematische Entführungen

Neben den Tötungen dokumentiert die Untersuchung ein extremes Ausmaß an Verschleppungen, vor allem im Nordwesten des Landes: Insgesamt wurden im Sechsjahreszeitraum 34.773 Zivilisten entführt, darunter 15.932 Christen und 15.272 Muslime.

Laut den Daten der Feldforscher werden Christen in Gefangenschaft jedoch ungleich schlechter behandelt: Für sie fordern die Gruppen deutlich höhere Lösegelder, die Verhandlungen dauern länger, und das Risiko einer Hinrichtung ist massiv erhöht – selbst wenn das Lösegeld bezahlt wurde. Zudem sind verschleppte christliche Frauen und Mädchen in Gefangenschaft gezielt sexueller Gewalt, Zwangsbekehrungen und erzwungenen Eheschließungen ausgesetzt.

Jüngstes Beispiel: Der Angriff auf Kawel

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 von Open Doors steht Nigeria an 7. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Einer der jüngsten, Open Doors bekannten Angriffe auf Christen trug sich erst vor wenigen Wochen zu: Ende Juni überfielen bewaffnete Angreifer mitten in der Nacht das überwiegend christliche Dorf Kawel im zentralen Bundesstaat Plateau. Die offiziell noch nicht identifizierten Täter ermordeten gezielt über 20 Menschen, darunter den örtlichen Pastor und medizinisches Personal.

Quelle: ORFA, Open Doors

Bitte beten Sie für Christen in Nigeria:

  • Beten Sie für ein Ende der Gewalt in Nigeria und um Schutz vor weiteren Überfällen.
  • Beten Sie für alle, die nach Angriffen verletzt und traumatisiert sind, dass Jesus sie an Leib und Seele heilt und wiederherstellt.
  • Beten Sie, dass die Christen aufgrund der Gewalt nicht die Hoffnung verlieren, sondern stark im Glauben bleiben und Licht für ihr Umfeld sein können.
  • Beten Sie für alle Angreifer – dass sie umkehren und Jesus begegnen.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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