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Pakistan: Christ stirbt in Haft – zwei weitere freigelassen

Blasphemie-Vorwürfe als Vorwand, um Christen festzunehmen

(Open Doors, Kelkheim) – Nach den Blasphemiegesetzen drohen in Pakistan bei einer Beleidigung des Islams Haft oder die Todesstrafe. Die Gesetzgebung wird jedoch immer häufiger missbraucht, um falsche Vorwürfe gegen Christen zu erheben. Einer verstarb diesen Juli im Gefängnis – die beiden anderen wurden freigelassen.

Eine belebte Straße mit einigen Menschen und Autos
Straßenszene in Lahore

Amir Peter starb mangels medizinischer Hilfe

Amir Peter, ein Christ aus der Stadt Lahore (Provinz Punjab), wurde am 19. Juli 2025 von örtlichen Händlern zu Unrecht der Blasphemie beschuldigt und anschließend festgenommen. Der 60-Jährige starb nach fast einem Jahr am 1. Juli 2026 im Gefängnis, während er auf seinen Prozess wegen der Blasphemie-Anklage wartete.

Amir Peter litt an Diabetes. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich während seiner Haft zusehends. Ein Geistlicher sagte gegenüber dem Fidesdienst: „Sein Zustand wurde ignoriert und die dringend benötigte medizinische Versorgung wurde ihm verweigert.“ Trotz seiner Qualen hielt Amir Peter bis zum Ende standhaft an seinem Glauben fest, wie auf seiner Beerdigung betont wurde.

Keine Beweise: Dennis Albert und Nadeem Mashi kommen frei

Auch die Christen Dennis Albert und Nadeem Mashi, ebenfalls aus Lahore, waren wegen angeblicher Blasphemie angeklagt. Dennis Albert wurde im April 2024 festgenommen. Weil er beim Absteigen von seiner Rikscha auf Seiten des Korans getreten sein soll, wurden ihm die „Schändung des Korans“ und die „Verletzung religiöser Gefühle“ vorgeworfen.

Am 5. Juli 2026 wurde Dennis Albert schließlich freigesprochen und entlassen: Der Richter befand, dass die Beweisführung der Anklage wegen „unzuverlässiger Zeugenaussagen, fehlender Beweismittel und nicht verifizierter digitaler Belege“ keinen hinreichenden Nachweis für Dennis Alberts Schuld liefere, wie die pakistanische Zeitung „Dawn“ berichtet.

Der blinde Nadeem Mashi wurde Ende Juni 2026 aus dem Gefängnis entlassen, in dem er seit knapp einem Jahr festgehalten wurde. Der 51-Jährige betrieb in einem Park eine Waage, wo Passanten gegen eine geringe Gebühr ihr Gewicht ermitteln konnten. Nachdem es zu einem Streit mit Kollegen kam, wurde er beschuldigt, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben – laut Nadeem Mashi eine konstruierte Geschichte, motiviert durch persönlichen Groll.

Forderungen nach Blasphemie-Freispruch

Ein Sprecher von Open Doors ordnet ein: „Wir freuen uns, dass die Richter zugunsten des Angeklagten entschieden haben. Der Vorwurf der Blasphemie ist in Pakistan eine äußerst schwerwiegende Anklage und hat lebensverändernde Folgen für die betroffene Person und ihre Familie. Wir fordern, dass Ermittlungen von erfahrenen Beamten gründlich durchgeführt und alle Beweise sorgfältig geprüft werden, bevor Anklage erhoben wird. Wir würden auch jeden rechtlichen Schritt begrüßen, der darauf abzielt, diejenigen, die falsche Blasphemie-Vorwürfe erheben, zur Rechenschaft zu ziehen.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Pakistan an 8. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Agenzia Fides, Dawn, Open Doors

Bitte beten Sie für Christen in Pakistan:

  • Danken Sie, dass Dennis Albert und Nadeem Mashi freigelassen wurden. Beten Sie um schnelle Erholung für die beiden.
  • Beten Sie für die Angehörigen von Amir Peter, dass sie bei Christus Trost finden und ihr Vertrauen auf ihn setzen.
  • Beten Sie, dass die Richter in Pakistan weise und gerecht entscheiden.
  • Beten Sie für alle gefangenen Christen in Pakistan, dass Jesus sie an Körper, Geist und Seele stärkt, sodass sie auch im Gefängnis seine Liebe weitergeben können.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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