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Nepal: Die Lage der Christen nach der Flutwelle

Zusätzliche Not neben der wachsenden Verfolgung

(Open Doors, Kelkheim) – Neun Tage nach der Flutkatastrophe in Nepal bleibt die Lage vor Ort angespannt. Lokale Kontakte von Open Doors berichten von der aktuellen Situation der Christen in den betroffenen Gebieten. Mindestens 75 von ihnen haben bislang ihr Leben verloren, weitere werden vermisst; 11 Kirchengebäude wurden zerstört oder beschädigt. Das Leid der Christen ist immens – denn auch die Verfolgung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Zerstörte Häuser in den Überflutungsgebieten von Nepal
Die Flut in Nepal hat auch bei der christlichen Gemeinschaft Tod und Zerstörung hinterlassen

Lokale Partner berichten

Insgesamt haben laut bisherigen offiziellen Angaben fast 1280 Menschen ihr Leben durch die Sturzflut verloren, die am 26. August ganze Ortschaften mitriss. Dabei wurden auch Häuser von Christen sowie Kirchen zerstört oder beschädigt. Aufgrund der wachsenden Verfolgung ist Open Doors seit einigen Jahren durch lokale Partner im Land tätig. Einer von ihnen, Raju*, berichtet: „Unseren Netzwerken zufolge sind insgesamt 75 Christen bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen. Mehr als 70 werden noch vermisst. Diese Zahlen werden laufend aktualisiert, sobald wir weitere Informationen erhalten. Die meisten Mitglieder dieser Kirchen arbeiteten in Stollen, Fabriken, Wasserkraftprojekten und an anderen Standorten am Flussufer. Die Menschen in diesen Bezirken haben ihre Häuser, ihr Vieh, ihre persönlichen Habseligkeiten und vieles mehr verloren.“

Open Doors sind 11 Gemeinden bekannt, die von den Überschwemmungen betroffen sind. Fünf davon haben Sachschäden erlitten; dabei wurden Kirchengebäude, Ausrüstung und andere Gegenstände weggespült oder zerstört.

Pastoren schildern die Nöte und bitten um Gebet

John* sagt: „Abgesehen von den Todesopfern hat die Katastrophe dazu geführt, dass viele Gemeindemitglieder nun ohne Arbeit und ohne Einkommensquelle dastehen. Viele dieser Menschen waren für ihren Lebensunterhalt ausschließlich auf Tagelohnarbeit angewiesen, insbesondere diejenigen, die bei Wasserkraftprojekten, im Tunnelbau, bei Arbeiten am Flussbett und an den Grenzlagen zu China tätig waren.“

Mohan* berichtet unter Tränen: „Siebzehn Menschen aus unserer Gemeinde werden weiterhin vermisst und sind nicht erreichbar. Diese schreckliche Flutkatastrophe hat Familien auseinandergerissen. Kinder sind ohne Eltern zurückgelassen worden, Frauen sind zu Witwen geworden, und unzählige Familien leiden unter unvorstellbarem Kummer und Verlust.“

Dilip* bittet um Gebet: „Wir hätten uns nie vorstellen können, … dass eine so gewaltige Flut kommen würde. Viele Gemeindemitglieder und andere Menschen haben ihre Häuser, ihren Besitz und ihre Angehörigen verloren. Wir bitten darum, uns im Gebet für Nepal beizustehen, während wir trauern und nach unseren vermissten Familienangehörigen suchen.“

Wiederaufbau: Hilfe und Stärkung für die Christen

Während durch die laufenden Hilfsaktionen die Grundbedürfnisse der meisten Flutopfer zunächst gedeckt sind, bereiten Partner von Open Doors Soforthilfe für 50 von den Sturzfluten besonders betroffene Familien vor; dazu zählen Powerbanks, Damenbinden, Zelte, Bettwäsche und leichte Decken. Bijay*, einer der Partner, erklärt: „Der Wiederaufbau wird langwierig und schwierig sein, und wir prüfen derzeit, wie wir unsere Brüder und Schwestern konkret unterstützen können. Vorerst wollen wir ihnen zusammen mit der ersten Nothilfe Gebet anbieten und ihnen durch unsere Anwesenheit zeigen, dass wir ihnen zur Seite stehen.“

Hintergrundinfo: Christenverfolgung in Nepal

Die meisten nepalesischen Christen sind Konvertiten mit hinduistischem Hintergrund. Sie stehen häufig unter großem Druck durch ihr direktes Umfeld – und durch extremistische Hindus. Diese streben an, dass Nepal wieder zu einem hinduistischen Staat wird. Einige dieser Gruppierungen unterhalten enge Verbindungen zu Hindutva-Gruppen im benachbarten Indien. Hinzu kommen staatliche Restriktionen für kirchliche Aktivitäten.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Nepal an 46. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quellen: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen und die Notleidenden in Nepal:

  • Beten Sie für die Familien, die um ihre verstorbenen und vermissten Angehörigen trauern – dass der Heilige Geist ihnen in ihrem Schmerz begegnet.
  • Bitten Sie den himmlischen Vater um übernatürliche Versorgung der Notleidenden inmitten ihrer schwierigen äußeren Bedingungen.
  • Beten Sie für unsere Partner vor Ort, dass sie selbst Zugang zu den notwendigen Hilfsgütern erhalten und diese ausliefern können.
  • Beten Sie, dass Jesus die Christen inmitten der Not im Glauben stärkt und sie die Hoffnung des Evangeliums in Wort und Tat an die Betroffenen weitergeben können.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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