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Bangladesch: Existenzen von Christen zerstört

Gewaltsame Vertreibung live im Internet gezeigt

(Open Doors, Kelkheim) – Im Norden Bangladeschs sind Anfang April mehrere Christen muslimischer Herkunft von Hunderten aufgebrachten Muslimen bedroht und mit Gewalt von dem lokalen Markt vertrieben worden. Sie verdienten dort bislang als Händler ihren Lebensunterhalt und stehen jetzt vor dem Ruin. Auslöser war der christliche Glaube der Angegriffenen.

Mehrere Männer stehen an einem Marktstand voll mit Obst
Marktstand in der Hauptstadt Dhaka (Symbolbild)

Christen dürfen keine Geschäfte machen

Am Samstag, dem 4. April 2026, versammelte sich eine Gruppe von mindestens 500–700 Muslimen in der Nähe des Teeladens von Atahar, einem ortsansässigen Christen. Sie forderten ihn auf, seinen Laden sofort zu schließen und den Markt zu verlassen. Zur Begründung erklärten sie, dass es keinem Christen gestattet sei, dort Geschäfte zu treiben. Dann fesselten sie ihm die Hände, drängten ihn aus seinem Laden und warfen anschließend all seine Habseligkeiten nach draußen. Einige der Angreifer übertrugen das Geschehen live auf Facebook und forderten andere dazu auf, den Beitrag zu verbreiten.

 

Noch am selben Tag wurden zwei weitere Christen aus demselben Dorf zum Ziel der Angreifer. Azal verkaufte lokale Snacks, Azibar bot Gemüse an. Auch sie wurden gewaltsam vom Markt vertrieben und aufgefordert, ihre Geschäfte zu schließen, weil sie Christen seien. Außerdem drohte die Menge ihnen mit noch schwerwiegenderen Konsequenzen, sollten sie oder ein Mitglied ihrer Familien bei öffentlichen christlichen Aktivitäten erwischt werden.

„Sie haben in der ganzen Welt verbreitet, dass ich an Christus glaube“

Über die Wirkung des Angriffs sagte Atahar: „Was ich nicht tun konnte, haben sie für mich getan. Sie haben in der ganzen Welt verbreitet, dass ich an Christus glaube. So wirkt Gott, und sein Name wird allen bekannt werden.“ In dem Facebook-Live-Video verbreiteten die Täter jedoch auch falsche Anschuldigungen: Atahar und ein örtlicher Evangelist würden Menschen anhand falscher Versprechen und Lügen zum christlichen Glauben bekehren. Atahar wies dies entschieden zurück.

Die drei Überfallenen reichten Beschwerde bei der Polizei ein, die den Fall zunächst zur Klärung an die örtlichen Behörden zurückverwies. Allerdings waren auch Behördenmitarbeiter in den Angriff verwickelt. Atahar, Azal und Azibar planen nicht, ihre Geschäfte neu zu eröffnen. Sie vertrauen auf Gottes Versorgung.

Ungewisse Zukunft – unerschütterlicher Glaube

Vor etwa vier Monaten verlor Atahar auch den Zugang zu dem Land, das er von seinem Vater geerbt hatte. Seine Verwandten sowie örtliche Muslime verboten ihm den Zutritt und erklärten, er habe seine Rechte an dem Tag verloren, als er zum Christentum konvertierte. Seitdem ist er nicht mehr auf dieses Land zurückgekehrt. Das einzige Land, das ihm jetzt noch gehört, ist das kleine Grundstück, auf dem sein Haus steht, wo er mit seiner siebenköpfigen Familie lebt. Er sagt: „Ich habe meine Einkommensquelle verloren und weiß nicht, wie ich meine Familie in Zukunft ernähren soll, aber ich empfinde weder Schuldgefühle noch Reue. Ich weiß, was ich in Christus gefunden habe, und ich möchte mich für ihn einsetzen.“

Die Familien der drei Christen leben zusammen mit der Familie eines örtlichen Evangelisten alle im selben Dorf im Norden des Landes. Sie haben eine Hausgemeinde mit etwa 15 Mitgliedern, die jede Woche zum Gottesdienst zusammenkommen. Sie alle sind seit ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben vor etwa zehn Jahren auf vielfältige Weise von Muslimen unter Druck gesetzt worden, ihrem Glauben abzuschwören und zum Islam zurückzukehren, doch sie sind Jesus treu geblieben. Ein örtlicher Partner von Open Doors steht in Kontakt mit den Christen und bemüht sich um eine gute Lösung, diese Familien auf allen Ebenen zu unterstützen.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Bangladesch an 33. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für Christen in Bangladesch:

  • Danken Sie Jesus für die erstaunliche Standhaftigkeit der vertriebenen Christen auch nach vielen Jahren des Drucks.
  • Beten Sie für die Christen, dass sie Gottes Frieden und seine Versorgung sowohl geistlich als auch materiell erleben.
  • Beten Sie für alle christlichen Konvertiten in Bangladesch, dass Jesus sie im Glauben stärkt und ihnen dieselbe Standhaftigkeit schenkt, die aus Atahars Worten spricht.
  • Beten Sie für die Angreifer, dass viele von ihnen durch das Verhalten der Christen berührt werden und selbst zum Glauben an Jesus kommen.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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