Persönliche Berichte

Bangladesch: „Wenn ihr sie mir nicht gebt, nehme ich sie mir!“

Entführer bedrängen christliche Familie selbst nach der Befreiung ihrer Tochter weiter

(Open Doors, Kelkheim) – Am Abend des 2. April 2021 waren Nupur* (17) und ihre Cousine Rekha* auf dem Heimweg von ihrem Unterricht am College. Unterwegs wurden die beiden Mädchen von einer Gruppe muslimischer Männer angehalten und entführt. Drei Tage später befreiten die Behörden sowohl Nupur als auch Rekha. Doch die anfängliche Freude über den scheinbar glimpflichen Ausgang wich schnell der Ernüchterung.

Zwangsehen sind in Bangladesch an der Tagesordnung christliche Mädchen sind zusätzlich bedroht (Symbolbild)
Zwangsehen sind in Bangladesch an der Tagesordnung, christliche Mädchen sind zusätzlich bedroht (Symbolbild)

Befreit und doch gefangen

Während der Zeit ihrer Gefangenschaft wurden die beiden Mädchen mit Gewalt dazu gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Rekha wurde noch dazu mit einem der Entführer verheiratet. Als dies nach ihrer Befreiung bekannt wurde, blieb ihr keine andere Wahl, als zu dem Mann zurückzukehren, an den sie nun nach geltendem Recht gebunden war. Nupur konnte unterdessen wieder mit ihrer Familie vereint werden.

„Nupur und Rekha waren sehr vielversprechende Schülerinnen, sie sind sehr gut in Musik und Tanz“, erklärt Nupurs Onkel und verweist darauf, dass sie deshalb bei vielen beliebt gewesen seien. Andere, wie die Entführer, hätten ihnen jedoch wegen ihres christlichen Glaubens feindselig gegenübergestanden. „Aus diesem Grund haben sie ihnen das absichtlich angetan. Jetzt ist ihr Leben zerstört.“

Nupur ist jetzt wieder zu Hause, aber einer der Entführer hat nicht aufgehört, sie und ihre Familie zu bedrängen. Er will die junge Frau um jeden Preis heiraten und droht nun damit, sie erneut zu entführen. Nupur will ihn jedoch nicht heiraten, und auch ihre Eltern sind gegen eine solche Ehe. Mit häufigen Drohanrufen übt der Mann Druck auf die Familie aus und hat gegenüber den Eltern angekündigt: „Wenn ihr sie mir nicht gebt, nehme ich sie mir einfach selbst!“

Drohanrufe und tägliche Ungewissheit

Mittlerweile lebt Nupur in ständiger Angst um ihr Leben. Sie geht nicht mehr aus dem Haus, sondern hält sich zu ihrem eigenen Schutz nur noch im Kreis ihrer Familie auf. „Wir können sie nicht die ganze Zeit bewachen“, wendet Nupurs Onkel ein, „wir müssen zur Arbeit gehen. Wir wissen nicht, wie viele Tage wir sie beschützen können. Jeden einzelnen Moment leben wir in Angst und Ungewissheit. Wir sind deprimiert und frustriert. Andererseits ist es sehr schwierig, sich zur Wehr zu setzen.“

Nupurs Vater sagt: „Wir wissen nicht, was wir jetzt tun sollen. Der Entführer ruft ständig an und bedroht uns. Wir beschützen unsere Tochter, aber wir wissen nicht, wie lange wir das noch tun können. Als Muslime haben sie mehr Macht als wir. Wir können uns nicht gegen sie wehren.“

Mittlerweile hat die Familie sich an die Behörden gewandt und Anzeige erstattet. Als Angehörige einer kleinen Minderheit ist für sie jedoch ungewiss, ob die zuständigen Beamten ihnen den Schutz gewähren werden, der ihnen nach geltendem Recht zusteht.

*Name geändert

Bitte beten Sie für Nupur, Rekha und ihre Familien!

  • Danken Sie Gott für die gelungene Befreiung der beiden und für Nupurs Rückkehr nach Hause.
  • Beten Sie für Rekha, dass sich Jesus inmitten ihrer verzweifelten Lage als ihr starker Erlöser und Beschützer erweist – und dass sie sich mutig zu ihm bekennen kann.
  • Beten Sie auch für Nupur, dass Gott ihr Heilung schenkt und einen Ausweg öffnet.
  • Beten Sie, dass Gott sowohl die Situationen verändert als auch den Glauben der Familien stärkt, sodass sie all ihre Hoffnung auf ihn setzen.
  • Beten Sie für die Behörden und für die Entführer, dass Jesus ihre Herzen bewegt und ein Umdenken bewirkt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

Meldung als PDF