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China: Haftentlassung nach neun Monaten für Pastor Jin

Der Prozess ist für die Zionskirche jedoch nicht beendet – acht Mitglieder weiter inhaftiert

(Open Doors, Kelkheim) – Nach fast neun Monaten Haft wurde Pastor Jin Mingri entlassen und reiste am 3. Juli in die USA aus, wo seine Familie bereits lebte. Der Pastor ist Gründer der Zionskirche, einem Hauskirchennetzwerk, und war im Oktober 2025 verhaftet worden – gemeinsam mit fast 30 weiteren Pastoren und Mitarbeitern seiner Gemeinde. Acht befinden sich weiterhin in Haft, ihnen könnten verschärfte Strafen drohen.

Auf diesem Foto aus dem Jahr 2018 ist Pastor Jin Mingri noch in seiner Gemeinde in Peking zu sehen
Auf diesem Foto aus dem Jahr 2018 ist Pastor Jin Mingri noch in seiner Gemeinde in Peking zu sehen – in der Zwischenzeit wurde er verhaftet, freigelassen und hat China verlassen

Verhaftungswelle

Pastor Jin ist einer der einflussreichsten christlichen Leiter Chinas. Das von ihm gegründete Hauskirchennetzwerk Zionskirche ist eines der größten des Landes. Zwischen dem 9. und 11. Oktober 2025 richtete sich eine Verhaftungswelle gegen die Gemeinde: In verschiedenen Regionen Chinas nahmen die Behörden fast 30 Pastoren und Mitarbeiter der Zionskirche fest, darunter auch Pastor Jin. Einige wurden bereits wenige Tage später freigelassen. Andere, wie Pastor Jin, wurden offiziell wegen „illegaler Nutzung von Internetinformationen“ angeklagt. Außerdem wurden die Häuser mehrerer Pastoren versiegelt, persönliche Besitztümer beschlagnahmt, Bankkonten eingefroren und Rechtsbeistand behindert.

Während Pastor Jin kürzlich freigelassen wurde, sind acht Gemeindemitarbeiter weiter inhaftiert. Am 18. Juni wurde die Anklage gegen sie geändert in „illegale Geschäftstätigkeiten“ und „Betrug“. Ein Schritt, der laut Beobachtern dazu dienen könnte, bei der Verurteilung deutlich höhere Strafen gegen die Christen zu ermöglichen. Bisher wurde jedoch noch keine Rechtsgrundlage für die geänderte Anklage öffentlich gemacht.

Am 3. Juli reiste Pastor Jin in die USA aus, wohin seine Familie 2018 ausgewandert war, nachdem seine Gemeinde massiv unter Druck geriet.

Seit Jahren verschärfter Druck – und hohe Resilienz

Als nicht registrierte und damit offiziell illegale Gemeinde steht die Zionskirche seit Jahren im Visier der Behörden. Sie ist bekannt für ihr aktives Engagement in den Bereichen Publizistik, Bildung, Familien- und Gemeindearbeit sowie Gemeindegründung und hat in den vergangenen Jahren auch eine bedeutende Online-Arbeit entwickelt. Nachdem sich die Gemeindeleitung weigerte, Kameras zur Überwachung der Gottesdienstgäste zu installieren, wurde die Zionskirche im September 2018 von den Behörden verboten und Gemeindeeigentum beschlagnahmt. Daraufhin teilten sich die Mitglieder in kleinere Gruppen auf und versammelten sich teils online, teils in Präsenz. Bis zum Jahr 2025 war die Gemeinde auf geschätzt 10.000 Mitglieder in über 40 Städten angewachsen.

Diese Reichweite sei der Grund, warum die Behörden gegen die Zionskirche vorgehen, erklärt Juliana*, eine Partnerin von Open Doors: „Die Behörden sehen das wachsende Onlinenetzwerk und den großen Einfluss als Bedrohung. In den vergangenen Jahren wurden Gemeinden, die zur Zionskirche gehören, von der Regierung unterdrückt. Mitarbeiter und Gemeindemitglieder wurden schikaniert, bedroht, verhört oder für kurze Zeit inhaftiert. Die Verhaftungswelle vom Oktober zeigt, wie präzise und umfangreich die Maßnahmen der Regierung gegen die Gemeinde geworden sind.“ Shanyin*, ebenfalls Partnerin von Open Doors, bestätigt dies: „Die Zionskirche ist ein mächtiges Symbol für geistliche Widerstandskraft in China. Mutig widersetzt sie sich der staatlich geforderten ‚Sinisierung des christlichen Glaubens‘.“

Von der regierenden Kommunistischen Partei Chinas wird Religion als Bedrohung gesehen. Christen werden immer stärker bedrängt, sich registrierten Kirchen anzuschließen, die unter staatlicher Kontrolle stehen und der Ideologie der Partei folgen. Seit 2018 wurden mehrere Verordnungen erlassen, die die Ausübung des christlichen Glaubens einschränken. In der Folge hat der Druck auf nicht registrierte Gemeinden (sogenannte „Hauskirchen“) wie die Zionskirche zugenommen. Es kommt zu Razzien, Kirchenschließungen, der Inhaftierung von christlichen Leitern und Beschlagnahmung von christlichem Material.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in China:

  • Danken Sie Jesus für die Freilassung von Pastor Jin und beten Sie um einen gesegneten Neuanfang und Weisheit für seine nächsten Schritte.
  • Beten Sie um Kraft, Frieden und eine baldige Freilassung für die acht Gemeindemitglieder, die weiter inhaftiert sind. Bitten Sie Jesus auch für die Familien der Christen um Trost und Versorgung.
  • Beten Sie um Weisheit und Mut für alle Pastoren nicht registrierter Gemeinden, die unter Druck der Regierung stehen.
  • Beten Sie um Schutz vor Entdeckung und Verhaftung für Christen, die sich in Hauskirchen versammeln, und um Jesu Beistand für alle, die ins Visier der Behörden geraten sind.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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