Meldungen zu Eritrea
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(Open Doors, Kelkheim) – Im vergangenen Monat hat die eritreische Regierung fast 100 Christen festnehmen lassen. Seit Jahren stehen Christen im Visier der Behörden, besonders die, die keiner traditionellen Kirche angehören. Viele leiden in Gefängnissen unter unmenschlichen Bedingungen.
Die jüngste Verhaftungswelle ereignete sich im Vorfeld des eritreischen Unabhängigkeitstages am 24. Mai. In der Zeit der Feierlichkeiten anlässlich dieses Tages stehen Christen verstärkt unter Druck, da sie an manchen Zeremonien aus Gewissensgründen nicht teilnehmen möchten. Am 21. Mai wurden 49 evangelische Christen während einer Hochzeitsfeier außerhalb der Hauptstadt Asmara festgenommen, unter ihnen das Brautpaar. Vier Tage zuvor verhaftete die Polizei in Adi Kwala, einer Stadt im Süden des Landes, über 35 Christen aus Pfingstgemeinden. Dem vorausgegangen war eine systematische Befragung aller Bewohner, welcher Glaubensgemeinschaft sie angehörten. Wie eine Kontaktperson von World Watch Monitor berichtete, wurden ähnliche Befragungen im Landesinneren durchgeführt. Dort sind bisher keine Festnahmen erfolgt, aber die Angst unter den Christen in dieser Region ist groß.

Zehn weitere Christen waren am 9. Mai in Ghinda nordöstlich von Asmara verhaftet worden, als sie sich in einem Wohnhaus zu einem Treffen versammelt hatten. Viele Christen kommen in Eritrea heimlich in Hausgemeinden zusammen, seit die Regierung im Jahr 2002 per Gesetz alle christlichen Gemeinden außerhalb der orthodoxen, der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirchen verboten hat. In den letzten 15 Jahren fanden zahlreiche Hausdurchsuchungen statt, bei denen tausende Christen verhaftet wurden. Hunderte von ihnen bekamen langjährige Gefängnisstrafen auferlegt. Die Gefangenen werden gefoltert, unzureichend versorgt und müssen Zwangsarbeit verrichten. Nach Angaben der Organisation Christian Solidarity Worldwide sind bisher mindestens 28 Christen aufgrund der schlimmen Haftbedingungen gestorben.
Doch auch die traditionellen Kirchen im Land erleben Verfolgung. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass der Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche, Antonios, vor zehn Jahren von den Behörden unter Hausarrest gestellt und vollkommen isoliert wurde. Er war mit der Regierung unter anderem deshalb in Konflikt geraten, weil er die Freilassung von Christen forderte, die unter dem Vorwurf des Hochverrats inhaftiert waren. Patriarch Antonios wird im Juli 90 Jahre alt. Er leidet unter Diabetes und Familienmitglieder und Freunde befürchten, dass er keine angemessene medizinische Behandlung erhält.
Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Eritrea Platz 10 ein unter den Ländern, in denen Christen am härtesten verfolgt werden.
Quellen: World Watch Monitor, Open Doors
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 5. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Eritrea verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort unterstützen wir verfolgte Christen mit Bibeln und christlicher Literatur, Hilfe zur Selbsthilfe, Schulungen, Nothilfe und mehr.