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Eritrea: Pastor nach 11 Jahren Haft frei

Ende einer langen Leidenszeit wirft Schlaglicht auf inhaftierte Christen

(Open Doors, Kelkheim) – Im ostafrikanischen Eritrea ist Pastor Oqbamichel Haiminot nach elfjähriger Haftzeit entlassen worden. Der Leiter der evangelischen Kirche Kale Hiwot („Wort des Lebens“) in der Hauptstadt Asmara war im Jahr 2007 verhaftet worden und saß seitdem ohne offizielle Anklage im Gefängnis. Seine Freilassung ist ein Hoffnungsschimmer für die zahlreichen inhaftierten Christen im Land (Open Doors berichtete).
 

Oqbamichel Haiminot (Bildquelle: Release International)
Bild: Oqbamichel Haiminot (Quelle: Release International)

Frühere Haftstrafe wegen Durchführung von Gottesdiensten

Haiminot war zuvor bereits zweimal verhaftet worden, zuletzt im Januar 2005, während er an einer nach protestantischem Ritus durchgeführten Hochzeitsfeier in Barentu teilnahm. Auch die anderen 66 Teilnehmer wurden dabei verhaftet, anders als der Pastor jedoch zeitnah wieder freigelassen. Nach Angabe des katholischen Nachrichtenportals „La Croix“ erfuhr er eine „Sonderbehandlung“ und wurde isoliert, weil er sich hartnäckig weigerte, seinen Glauben zu widerrufen. Lokale Christen berichteten dem Nachrichtendienst World Watch Monitor, er habe 10 Monate lang in Einzelhaft verbracht und anschließend Zwangsarbeit in einem Militärlager leisten müssen.

Teile der jetzt zu Ende gegangenen Haftzeit verbrachte Oqbamichel Haiminot im berüchtigten „Mitire“-Lager, das für Menschenrechtsverletzungen bekannt ist und wo besonders Anhänger verbotener religiöser Gruppen inhaftiert sind.

Familien bleiben im Unklaren

Über die Zahl der in derartigen Lagern inhaftierten Christen existieren keine offiziellen Angaben. In der Regel gibt es keine Anklagen, viele Lager haben informellen Charakter und dienen gleichzeitig als militärische Ausbildungszentren und Straflager. Die Angehörigen bleiben häufig im Unklaren darüber, ob die Betroffenen eine reguläre Haftstrafe verbüßen oder Zwangsarbeit im Rahmen einer verlängerten Wehrpflicht leisten müssen. Einige Christen verfallen durch die Strapazen der Haft in Depressionen und erleiden nachhaltige psychische Schäden. Andere berichten nach ihrer Freilassung, dass sie im Gefängnis andere Häftlinge zum christlichen Glauben führen konnten.

Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert Eritrea auf Platz 6 unter den Ländern, in denen Christen am härtesten verfolgt werden.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Eritrea und für ihr Land:

Beten Sie für Pastor Oqbamichel Haiminot, dass er die Folgen seiner Haft gut verkraftet und körperlich wie auch seelisch wieder zur Kräften kommt.

Beten Sie weiter für die übrigen inhaftierten Christen; die folgenden namentlich bekannten sind seit über 10 Jahren inhaftiert:

  • Haile Naigzhi, Leiter der Eritrea Full Gospel Church (inhaftiert seit 2004)
  • Kiflu Gebremeskel, Gründer und Pastor der Southwest Full Gospel Church (seit 2004)
  • Million Gebreselasie, Dr. med. und Pastor der Massawa Rhema Church (seit 2004)
  • Tekleab Menghisteab, Dr. med. und Priester (seit 2004)
  • Gebremedhin Gebregiorsis, Priester (seit November 2004)
  • Kidane Weldou, Pastor der Full Gospel Church (vermisst seit 2005, aber vermutlich inhaftiert)
  • Abune Antonios, Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche (unter Hausarrest seit 2007)

 

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