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Iran: Bibellesen gefährdet nationale Sicherheit?

(Open Doors, Kelkheim) – „Wie kann das Lesen der Bibel ein Verstoß gegen die nationale Sicherheit sein?“, fragt der zu 10 Jahren Haft verurteilte Naser Navard Gol-Tapeh in einem offenen Brief an die Regierung. Der 57-Jährige war am 24. Juni 2016 gemeinsam mit drei Christen aus Aserbaidschan verhaftet und nach vier Monaten auf Kaution entlassen worden. Die Aserbaidschaner durften den Iran verlassen. Im Mai 2017 wurden sie in Abwesenheit wegen „missionarischer Aktivitäten“ und „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ zu 10 Jahren Haft verurteilt. Der zum christlichen Glauben konvertierte Gol-Tapeh musste im Januar 2018 seine Haftstrafe im berüchtigten Evin-Gefängnis antreten.
 

Naser Navard Gol-Tapeh (©Article 18)
Bild: Naser Navard Gol-Tapeh (Quelle: Article 18)

„Verhaftung wegen Hauskirchengottesdiensten verletzt Menschenrechte“

„Wie sollte ein hingegebener Christ, der im Iran geboren und aufgewachsen ist und dessen Vorväter seit tausenden von Jahren im Iran leben, der zudem ein von Gott zum Dienst der Versöhnung berufener Mann ist, gegen die nationale Sicherheit seines eigenen Landes handeln?“, schreibt Gol-Tapeh aus dem Gefängnis an die Regierung. „Ist die Gemeinschaft von einigen Christen, die in einer Privatwohnung gemeinsam Anbetungslieder singen und in der Bibel lesen, eine Handlung gegen die nationale Sicherheit? Ist es nicht vielmehr ein Verstoß gegen die Bürger- und Menschenrechte und eine absolute Ungerechtigkeit, für die Organisation einer Hauskirche eine Strafe von 10 Jahren Gefängnis zu erhalten, wo doch andere Kirchen im Iran geschlossen werden?“

Naser Navard Gol-Tapeh sowie zahlreiche Christinnen und Christen – viele mit muslimischem Hintergrund – wurden 2017 zu hohen Haftstrafen verurteilt. Wegen ihres Glaubens! Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex belegt der Iran Rang 10.

HINWEIS: Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen – Beten für den Iran

Bitte beten Sie mit – besonders für die Christen im Iran und in Turkmenistan – beim Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen im November 2018. Das Material zur Gestaltung eines Gottesdienstes für verfolgte Christen können auf der Seite Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen bestellen, telefonisch unter 06195 6767-167 oder per E-Mail an info@opendoors.de.

Ursprünglich war neben Turkmenistan als zweites Land Somalia für den Gebetstag eingeplant. Dort hat sich jedoch die Sicherheitslage so verschärft, dass wir die Geschwister dort selbst dann in große Gefahr bringen, wenn wir nur grundlegende Informationen veröffentlichen. Deshalb haben wir uns kurzfristig entschieden, den Iran für den Gebetstag aufzunehmen. Dies zeigt aber auch, wie wichtig unser Gebet für die Geschwister in Somalia ist.

Nachricht bereitgestellt von Open Doors Deutschland

 

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