Persönliche Berichte

Iran: Festhalten an Gottes Verheißungen inmitten des Krieges

Stimmen iranischer Christen geben Einblicke in ihre derzeitige Situation

(Open Doors, Kelkheim) – „Dieser Schmerz ist wie eine Geburt. Er ist mit Qualen verbunden, aber wir beten, dass er bald Leben und Freiheit bringt“, erzählt Sahar*, eine Christin aus dem Süden des Iran. „Bitte betet weiter, die Menschen hier brauchen Hoffnung. Sie müssen wissen, dass es einen Erlöser gibt.“ Auch nach fast zwei Wochen Krieg schwankt die Stimmung bei vielen Iranern zwischen Hoffnung und Zukunftsängsten; die täglichen Herausforderungen nehmen zu.

Eine Person hält eine aufgeschlagene Bibel in beiden Händen vor sich.
Gottes Zusagen in seinem Wort bieten den Christen im Iran Hoffnung und Halt

Versorgung von Häftlingen unterbrochen

Mehrere Berichte bestätigen, dass die iranische Regierung in den letzten Tagen Schulen und Krankenhäuser für militärische Operationen genutzt hat. Dadurch werden sichere Orte zu potenziellen militärischen Zielen. Dies bringt viele Kinder und schutzbedürftige Erwachsene in Gefahr. Auch die Situation im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran hat sich zugespitzt. Dort werden viele Christen und politische Gefangene festgehalten. Die Verteilung von Lebensmitteln und die Kommunikation wurden unterbrochen; die Gefangenen werden an unbekannte Orte verlegt. Derzeit sind im Iran 43 Christen wegen ihres Glaubens inhaftiert, viele von ihnen im Evin-Gefängnis.

 

Internetsperre erschwert geistliches Leben

Unterdessen ist das Internet im Land weiterhin fast vollständig abgeschaltet. Diese Taktik wurde bereits zuvor von den Behörden eingesetzt, um Informationen zu unterdrücken. Besonders für isoliert lebende Christen oder solche, die viele geistliche Impulse über das Internet bezogen haben, ist das eine große Herausforderung: Sie sind von ihrer geistlichen Familie weitgehend abgeschnitten und haben nur noch sehr begrenzt Zugang zu glaubensstärkenden Inhalten. Zusätzlich bedeutet die Sperre für Millionen Menschen, dass sie kaum noch Kontakt zu ihren Angehörigen im Ausland haben und nur wenige Informationen über die Lage vor Ort nach außen dringen.

Was iranische Christen in diesen Tagen bewegt

Die iranischen Christen beten und fasten schon lange für ein Ende der Unterdrückung in ihrem Land; vor Beginn des Krieges trauerten sie um die vielen getöteten Demonstranten. Seit dem Ausbruch des Krieges hat ihre Sehnsucht nach Gottes Eingreifen weiter zugenommen; sie bitten Jesus um Freiheit, Gerechtigkeit, Mut, Frieden und Erlösung für ihr Land.

Maryam* lebt im Süden des Landes und berichtet von einem geistlichen Eindruck, den sie vor Kurzem hatte: „Wasser floss durch trockene Täler, genau wie es der Herr versprochen hat [vgl. Ps 84,7 oder Jes 44,3]. Dieselbe Hoffnung lebt in meinem Herzen: Gott handelt, und seine Verheißungen werden nicht vergessen. Unser Herr lebt!“

Neben solcher Hoffnung kämpfen viele Christen auch mit Ängsten. Jedes Mal, wenn Sahar aus dem Haus geht, befürchtet sie, verhaftet zu werden. Sie sagt: „Die Atmosphäre hier ist sehr bedrückend, und die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng. Aber ich weiß, dass Gott am Werk ist.“

Ahmad*, ein Christ aus einer Hafenstadt, teilt diese Hoffnung. „Er stärkt uns“, sagt Ahmad. „In diesen Tagen ist Psalm 94 meine Trostquelle. Gott erkennt Verzweiflung und Ungerechtigkeit an, erklärt aber gleichzeitig, dass er sieht, richtet und handelt.“

Die Christen im Iran finden mitten im Krieg Zuflucht bei Jesus im Gebet. „Wir vertrauen darauf, dass eine neue Zukunft für den Iran kommen wird – zu Gottes perfekter Zeit und nach seinem Willen“, sagt Behzad*.

*Name geändert

Bitte beten Sie weiter für die Christen im Iran:

  • Danken Sie Jesus für den standhaften Glauben und den Gebetseifer vieler Christen.
  • Beten Sie für die isoliert lebenden Christen, dass sie im Glauben gestärkt werden und Gottes Nähe stark erleben.
  • Beten Sie für die inhaftierten Christen und andere, die unter der schwierigen Versorgungslage leiden: dass sie Jesus als demjenigen begegnen, der jeden Mangel ausfüllt – sowohl äußerlich als auch innerlich.
  • Beten Sie, dass Gott seinen Geist über dem Iran ausgießt und vielen Menschen die Augen öffnet – sowohl Zivilisten als auch den Herrschenden und Mitgliedern der Revolutionsgarden.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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