Persönliche Berichte

Iran: Kontakt zu inhaftierter Christin abgerissen

Häftlinge in iranischen Gefängnissen leiden unter den Folgen des Krieges

(Open Doors, Kelkheim) – Ihre Freilassung stand kurz bevor – doch dann begann der Krieg. Die Rede ist von Simin Soheilinia, einer iranischen Christin, die wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. Ihr tatsächliches „Verbrechen“ war ihre Mitarbeit in einer Hauskirche; noch dazu als ehemalige Muslimin, die den christlichen Glauben angenommen hat. Seit Beginn des Krieges hat ihre Familie keinen Kontakt mehr zu ihr und macht sich große Sorgen um sie.

Eine Frau mit braunen Haaren schaut in die Kamera
Ihren Eltern zuliebe ging Simin Soheilinia das Risiko ein und kehrte in den Iran zurück. (Bild: Article18)

Nur noch eine kleine Mahlzeit pro Tag

Simin wurde im Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten. Am vergangenen Samstag feierte sie ihren 48. Geburtstag. Kurz vor dem Krieg war ihr Strafmaß auf drei Jahre und sechs Monate reduziert worden. Obendrein hatte man ihr gewährt, den Rest ihrer Strafe bei elektronischer Überwachung außerhalb des Gefängnisses zu verbüßen. Als der Krieg mit Israel und den USA ausbrach, riss der Kontakt zu ihr jedoch ab.

 

Viele Häftlinge im Iran erleben derzeit ähnliche Situationen wie Simin. Die Haftbedingungen in Gefängnissen wie dem Evin-Gefängnis haben sich seit Kriegsbeginn erheblich verschlechtert. Einigen Berichten zufolge haben reguläre Gefängniswärter ihre Posten verlassen; an ihrer Stelle haben Sicherheitskräfte die Kontrolle übernommen. Familienbesuche und Arzttermine sollen ausgesetzt worden sein, und der Zugang zur medizinischen Versorgung wurde stark eingeschränkt. In einigen Fällen sollen Gefangene nur eine einzige kleine Mahlzeit von schlechter Qualität pro Tag erhalten.

Direkt bei der Einreise verhaftet

Diese Entwicklungen haben die Befürchtungen um schutzbedürftige Häftlinge verstärkt, insbesondere um diejenigen, die wegen ihrer Weltanschauung inhaftiert sind. Vor dem Konflikt waren im gesamten Iran mindestens 48 Fälle bekannt, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer religiösen Aktivitäten inhaftiert waren. Eine große Anzahl von ihnen wurde im Evin-Gefängnis festgehalten.

Simin befindet sich seit September 2025 in Haft. Sie lebt eigentlich in Kanada, wohin sie vor dem Druck des Regimes auf Christen geflohen war. Dass sie sich trotz einer drohenden Festnahme für die Rückkehr in den Iran entschloss, geschah aus familiären Gründen: Kurz zuvor hatte sie vom Tod ihres Vaters und der schweren Erkrankung ihrer Mutter erfahren, so dass sie sich gemeinsam mit ihrem Sohn auf den Weg machte. Ihr in Kanada verbliebener Ehemann hatte die Hoffnung, dass die vor ihrer Flucht gegen Simin erhobenen Vorwürfe zwischenzeitlich fallengelassen worden wären. Doch sie wurde gleich bei ihrer Ankunft in Teheran in Gewahrsam genommen. Zunächst wurde sie in das Frauengefängnis Qarchak gebracht und später in das Teheraner Evin-Gefängnis verlegt.

Iranische Christen selbst im Ausland unter Beobachtung

Simins Geschichte ist leider kein Einzelfall: Mehrere iranische Christen, die nach einem Auslandsaufenthalt – oft als Asylsuchende – in ihr Land zurückgekehrt sind, wurden verhaftet und inhaftiert. In einigen Fällen wurden als Beweismittel gegen sie Aufzeichnungen über ihre christlichen Aktivitäten außerhalb des Iran herangezogen, wie beispielsweise Taufen oder die Teilnahme am kirchlichen Leben. Solche Dinge stellen ein zusätzliches Risiko für Konvertiten dar, die ihren Glauben während ihres Auslandsaufenthalts offen gelebt haben.

Bitte beten Sie für die Christen im Iran:

  • Beten Sie, dass Jesus Simin und andere inhaftierte Christen beschützt und mit allem Nötigen versorgt.
  • Beten Sie um Gottes Trost und Frieden für die Angehörigen der Inhaftierten.
  • Beten Sie, dass die Christen gerade während der zusätzlichen Belastungen infolge des Krieges im Glauben gestärkt werden und die Nähe Jesu erleben.
  • Beten Sie, dass Christen sich weiterhin treffen können – trotz aller Einschränkungen der Kommunikation und der Bombardements.
  • Beten Sie, dass Jesus den Verlauf des Krieges lenkt und dem Land bald wieder Frieden schenkt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

Weitere Themen

Länderprofil

Länderprofil Iran

Weltverfolgungsindex 2026: Platz 10. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Iran verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.

Meldungen

Meldungen zum Iran

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten und persönliche Berichte verfolgter Christen aus den Ländern des Weltverfolgungsindex, und abonnieren Sie unsere kostenlosen Formate.

Eine Mitarbeiterin von Open Doors betet für eine verfolgte Christin

Gebet ist das Erste, um das verfolgte Christen bitten – besonders wenn wir beten, spüren sie unsere Liebe und Unterstützung. Lassen Sie uns auf diese Bitte antworten!