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Iran: Maryam Zargaran durch Karten ermutigt

Haftstrafen für Christen im Iran scheinen länger zu werden

(Open Doors, Kelkheim) – Viereinhalb Jahre saß Maryam Zargaran aus dem Iran in Haft. Im vergangenen Jahr wurde sie endlich freigelassen. Viele Unterstützer hatten sich zuvor an einer Aktion von Open Doors beteiligt und Karten für sie geschrieben. Doch erst nach ihrer Freilassung konnte Maryam sehen, wie viele Menschen während ihrer Haft wirklich an sie gedacht hatten – die Behörden hatten die Karten einbehalten. Unsere Mitarbeiter zeigten Maryam bei einem Besuch Scans der Karten und erzählten ihr von den tausenden Menschen, die für sie gebetet hatten: „Das wusste ich nicht“, sagt Maryam sichtlich erstaunt. „Ich dachte, ich wäre vergessen – aber so viele Menschen haben an mich gedacht?“
 

Maryam (Quelle: Article 18)
Bild: Maryam (Quelle: Article 18)

„Ich habe die Kinder sehr vermisst“

Als sie den bunten Brief eines jungen Mädchens sieht, kommen Maryam die Tränen. Vor ihrer Zeit im Gefängnis arbeitete die Iranerin als Musiklehrerin. „Im Gefängnis musste ich am ersten Tag des neuen Schuljahres weinen. Ich habe die Kinder so sehr vermisst. Vier Jahre lang habe ich kein Kind gesehen“, sagt Maryam mit ihrer sanften Stimme. „Jetzt sehe ich, dass nicht nur ich an die Kinder gedacht habe, sondern dass es auch Kinder gab, die an mich gedacht und für mich gebetet haben.“

Vor dem Ende des Treffens möchte Maryam noch etwas loswerden: „Es fühlt sich wie ein Wunder an, dass so viele Menschen für mich gebetet haben und an mich gedacht haben. Das gibt mir so viel Kraft. Ich möchte euch allen danken. Ich werde euch vielleicht niemals persönlich treffen und danken können – aber ich möchte euch Danke sagen. Ich liebe euch. Wir sind eine Familie in Jesus!“

Weiter viele Christen in Haft und angeklagt

Während Maryams Entlassung eine große Freude für die Christen darstellt, scheint sich die Situation generell zu verschlechtern: Auch in den vergangenen Wochen und Monaten wurden immer wieder besonders Christen mit muslimischem Hintergrund verhaftet, angeklagt oder ihre Einsprüche abgewiesen. Die Organisation Middle East Concern spricht davon, dass sich die Haftstrafen für iranische Christen verlängern – die illegalen Hauskirchen, die oftmals aus Christen muslimischer Herkunft bestehen, benötigen weiter unsere Gebete.

Der Iran steht auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors 2018 auf Rang 10 der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
 

Video: Sie waren immer bei mir

 

Bitte beten Sie für die Christen im Iran:

  • Danken Sie für die Freilassung Maryams und die Freude, die sie durch die Karten erfahren durfte.
  • Beten Sie bitte weiter für Maryam: „Ich bin zwar nicht mehr im Gefängnis, aber frei fühle ich mich nicht.“ Sie leidet zudem unter Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
  • Beten Sie für die vielen Christen, die weiterhin im Gefängnis sitzen oder auf ihre Anhörung vor Gericht warten.
  • Beten Sie bitte um Schutz und Weisheit für die illegalen Hauskirchen und besonders ihre Leiter.

 

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