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Iran: Neue Verhaftungswelle gegen Christen

Gericht verhängt Schuldsprüche wegen des Besitzes christlicher Literatur

(Open Doors, Kelkheim) – Beamte der iranischen Revolutionsgarden haben in den vergangenen zwei Wochen mindestens 13 iranische Christen in drei verschiedenen Städten verhaftet. Sieben weitere wurden am 21. Juni wegen des Besitzes christlicher Schriften „staatsfeindlicher Propaganda“ für schuldig befunden. Eine im Mai verabschiedete Gesetzesnovelle eröffnet Behörden neue rechtskonforme Handlungsspielräume bei ihrem Vorgehen gegen religiöse Minderheiten.

„Staatsfeindliche Propaganda“: Diese sieben Christen wurden für schuldig erklärt das Evangelium aktiv verbreitet zu haben
„Staatsfeindliche Propaganda“: Diese sieben Christen wurden für schuldig erklärt, das Evangelium aktiv verbreitet zu haben

Razzia bei heimlichem Gottesdienst und Zugriffe in Privathäusern

Ein Informant führte Geheimdienstagenten am Abend des 30. Juni zu einem Haus in der Hauptstadt Teheran, wo sich zu dem Zeitpunkt eine Gruppe von etwa 30 Christen traf. Die Beamten legten einen Haftbefehl vor, in denen einige der Anwesenden namentlich aufgeführt waren, und führten sechs von ihnen mit verbundenen Augen ab. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Article 18 handelt es sich dabei um den armenisch-iranischen Christen Joseph Shahbazian und fünf Konvertiten namens Reza, Salar, Sonya sowie zwei ältere Schwestern namens Mina und Maryam. Drei Tage nach ihrer Verhaftung hatten ihre Angehörigen noch keine Nachricht über ihren Verbleib erhalten.

Beamte durchsuchten die Wohnungen der Inhaftierten in Teheran und dem nahegelegenen Karadsch nach christlicher Literatur und anderem Material. Dabei wurden laut Augenzeugen auch einige ihrer nichtchristlichen Verwandten von den Agenten geschlagen. Andere Anwesende, darunter erst kürzlich zum christlichen Glauben Konvertierte, wurden aufgefordert, Kontaktinformationen anzugeben, ihre Telefone auszuhändigen und sich zur Befragung bereitzuhalten. Vier weitere Christen, deren Namen ebenfalls auf dem Haftbefehl gestanden hatten, wurden später in ihren jeweiligen Häusern verhaftet. Zwei von ihnen tragen den Namen Farhad, außerdem wurden ein dritter Mann namens Arash festgenommen sowie die 46-jährige Malihe Nazari, eine verheiratete Frau aus Teheran. Am folgenden Morgen, dem 1. Juli, wurden in der Stadt Malayer, 400 km südwestlich von Teheran, drei weitere Christen (Sohrab, Ebrahim und Yasser) in ihren Häusern verhaftet. Nach Zahlung einer Kaution kamen sie am nächsten Tag wieder frei.

Verbreitung des Evangeliums – Gefährdung der nationalen Sicherheit?

Bereits am 21. Juni wurden sieben christliche Konvertiten „staatsfeindlicher Propaganda“ für schuldig befunden. Das Gericht in Buschehr, einer Stadt im Südwesten Irans, wertete den Besitz christlicher Literatur als Beweis dafür, dass die Beklagten aktiv an der Verbreitung des Evangeliums gearbeitet hätten. Die sieben Christen, darunter drei Ehepaare, waren am 1. Juli 2019 verhaftet und zwischenzeitlich auf Kaution freigelassen worden. Nach dem Urteil drohen ihnen nun Konsequenzen, die von Arbeitseinschränkungen und Geldstrafen bis hin zu Gefängnis und Verbannung reichen. Mansour Borji, Sprecher von Article 18, kommentierte: „Diese Menschen wegen des Besitzes von Bibeln und christlichen Symbolen mit Haftstrafen zu belegen, ist ein klarer Beweis dafür, dass der iranische Außenminister und andere nicht die Wahrheit sagen, wenn sie behaupten, dass niemand in Iran nur wegen seines Glaubens ins Gefängnis gesteckt wird. Diese Menschen haben nichts getan, was als ‚staatsfeindliche Propaganda‘ oder ‚Handeln gegen die nationale Sicherheit‘ ausgelegt werden könnte, trotzdem wurden sie so ungerecht behandelt.“

Im Mai verabschiedete das iranische Parlament Änderungen der Artikel 499 und 500 des Strafgesetzbuches. Sie sehen vor, dass „[von gängigen Normen] abweichende psychologische Manipulation“ oder „islamwidrige Propaganda“, ob im „realen oder virtuellen Bereich“ mit Gefängnis, Auspeitschung, Geldstrafen oder sogar mit der Todesstrafe geahndet werden können.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Iran an 9. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Article 18, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Iran:

  • Beten Sie, dass Gott den Glauben aller inhaftierten und angeklagten Christen stärkt und sie mit seinem Frieden beschenkt.
  • Beten Sie für die Angehörigen, dass auch sie der Belastung durch die Verfolgung ihrer Familienmitglieder standhalten und Jesus dadurch näher kommen.
  • Beten Sie für die zahlreichen heimlichen Treffen von Christen in Iran, dass Jesus diese Treffen schützt und Zeiten intensiver geistlicher Gemeinschaft schenkt.
  • Danken Sie Jesus dafür, dass seine Gemeinde in Iran trotz jahrelanger intensiver Verfolgung immer noch wächst.

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