Persönliche Berichte

Jemen: Inhaftierte Christen evangelisieren im Gefängnis

„Ich betete um eine spätere Freilassung, um noch einem Mithäftling von Christus zu erzählen“

(Open Doors, Kelkheim) – Das Jahr 2026 begann mit einer harten Verfolgungswelle gegen Christen im Jemen: Staatliche Razzien weiteten sich im Januar auf das ganze Land aus, sodass über 60 Christen verschleppt und festgenommen wurden. Open Doors erreichen Berichte, wie einige Geschwister selbst in ihrem Leid im Gefängnis mutig das Evangelium verkünden – stellen wir uns im Gebet an ihre Seite.

Vier Leute sitzen auf dem Boden einer Kirche in einem Kreis im Dunkeln
Nach den landesweiten Razzien und Verhaftungen von Christen Anfang des Jahres wird es für Hauskirchen im Jemen immer gefährlicher, sich zu versammeln (nachgestellte Szene)

Geschwächter Körper, furchtloser Geist

Im Jemen droht christlichen Konvertiten bereits eine Gefängnisstrafe, wenn sie ihren Glauben nur im Privaten ausüben. Lokale Partner von Open Doors bleiben im engen Kontakt mit Angehörigen der Inhaftierten, welche kurze Besuche im Gefängnis empfangen dürfen. Dort müssen die Angehörigen oft mit Erschrecken feststellen, in welchem geschwächten körperlichen Zustand sich ihr gefangener Ehemann, Vater oder Bruder befindet. Während die Christen leiden und ihr Körper sichtbare Spuren der Misshandlung aufweist, gebraucht Jesus sie im Gefängnis unter diesen kräftezehrenden Umständen, um seine Liebe an die anderen Menschen im Gefängnis weiterzugeben. Einige verkünden das Evangelium ohne Furcht und im vollen Vertrauen auf Christus. Die Ehefrau eines christlichen Gefangenen berichtet zum Beispiel: „Als ich das Gefängnis betrat, sagte mir der Wärter, dass mein Ehemann dort berühmt geworden sei. Er sei bekannt dafür, freundlich und fürsorglich zu sein und ständig von Jesus zu erzählen. Er bekenne offen, dass er Christ sei.“

Auch Mahfouz*, der drei Jahre lang wegen seines christlichen Glaubens in einem jemenitischen Gefängnis ausharren musste, erzählte während seiner Haft mutig von Jesus: „Das waren die fruchtbarsten Jahre meines Dienstes – das Weitergeben des Evangeliums an die Menschen im Gefängnis. Es war eine Gelegenheit, die sich mir ohne die Inhaftierung nie geboten hätte.“ Mahfouz erzählt: „Ich betete darum, dass meine Freilassung um einige Stunden hinausgezögert würde, denn ich war für 18 Uhr mit einem der Gefangenen verabredet und wollte ihm vor meiner Abreise noch die Frohe Botschaft verkünden. Vielleicht war es die einzige Gelegenheit für ihn, von Christus zu hören.“ Immer wieder erfahren die Partner von Open Doors, dass sich Christen im Gefängnis wie bei diesen beiden Beispielen nicht einschüchtern lassen, sondern Jesus mutig bezeugen.

Die Lage bleibt besorgniserregend

Auch wenn diese Berichte zum Dank und Lobpreis einladen, darf nicht vergessen werden, wie hart die Situation für Christen in jemenitischen Gefängnissen nach wie vor ist. Sie brauchen deshalb auch unsere Fürbitte. Einige Christen werden im Gefängnis misshandelt oder gefoltert, andere werden am versprochenen Freilassungsdatum trotzdem nicht entlassen und weiterhin willkürlich festgehalten. Dazu kommen Isolation und der Druck durch die Behörden, den christlichen Glauben zu verleugnen. Ein weiteres Gebetsanliegen ist die Situation der Angehörigen: Wenn zum Beispiel christliche Ehemänner festgenommen werden, ist ihrer Familie auch der Versorger entrissen. Die Ehefrauen kämpfen damit, finanziell über die Runden zu kommen und die Kinder zu ernähren.

Oft sind die christlichen Gefangenen auch Pastoren oder leitende Mitarbeiter einer Hauskirche. Aus Sicherheitsgründen unterbrechen ihre Gemeinden in vielen Fällen ihre Aktivitäten, wenn ein Mitglied verhaftet wurde. Vor allem seit den Razzien im Januar sind die Christen besonders vorsichtig geworden. Die Angst vor weiteren Verhaftungen ist präsent, sodass manche sogar ihren Wohnort verlassen. Dadurch drohen Hauskirchen zu zerbrechen. Die Christen brauchen unsere Ermutigungen und Gebete, um unter dem unermesslichen Druck stark zu bleiben.

*Name geändert

Bitte beten Sie für Christen im Jemen:

  • Danken Sie Jesus dafür, dass einige christliche Gefangene trotz ihres Leids mutig das Evangelium verkünden.
  • Bitten Sie Jesus darum, dass Jesus die Herzen der Mithäftlinge und Wärter erweicht, die ihn noch nicht kennen. Dass sie berührt werden und das Evangelium annehmen.
  • Beten Sie um Standhaftigkeit für die christlichen Gefangenen, dass sie stark im Glauben bleiben. Beten Sie auch, dass Jesus ihre geschwächte Gesundheit wiederherstellt.
  • Bitten Sie für die Angehörigen der Gefangenen, dass Jesus sie versorgt und sie nicht hungern müssen.
  • Beten Sie dafür, dass die Hauskirchen im Jemen trotz des großen Druckes erhalten bleiben und wachsen.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

Weitere Themen

Länderprofil

Länderprofil Jemen

Weltverfolgungsindex 2026: Platz 3. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen im Jemen verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.

Meldungen

Meldungen zu Jemen

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten und persönliche Berichte verfolgter Christen aus den Ländern des Weltverfolgungsindex, und abonnieren Sie unsere kostenlosen Formate.

Eine Mitarbeiterin von Open Doors betet für eine verfolgte Christin

Gebet ist das Erste, um das verfolgte Christen bitten – besonders wenn wir beten, spüren sie unsere Liebe und Unterstützung. Lassen Sie uns auf diese Bitte antworten!