Persönliche Berichte

Kasachstan: Christlicher Kindergarten geschlossen, Reha-Zentrum bedroht

Wachsender Druck auf Christen durch Nachbarn und Behörden

(Open Doors, Kelkheim) – Pastor Samuel* aus dem mehrheitlich islamischen Kasachstan hat sich mit der Bitte um Gebet an Open Doors gewandt. Seine Gemeinde hat viele Initiativen gestartet, um den Menschen in ihrem Umfeld ganz praktisch zu dienen. Vor einigen Monaten musste ihr Kindergarten auf behördliche Anordnung hin schließen. Auch ein Reha-Zentrum ist bedroht. Die Gemeinde bittet um unsere Unterstützung im Gebet.

Eine kasachische Flagge weht an einem Fahnenmast
Christen machen in Kasachstan aktuell ca. 17,9% der Bevölkerung aus

Behörden von Nachbarn zum Handeln gedrängt

Bereits vor vielen Jahren hat Pastor Samuels Gemeinde in einem Dorf der kasachischen Metropole Almaty ein großes Haus für ihre Versammlungen gekauft. „Wir haben es zunächst renoviert und wollten der Gemeinschaft dienen, also haben wir ein Rehabilitationsprogramm für Drogen- und Alkoholabhängige ins Leben gerufen“, berichtet er. Das Zentrum ist seit 2011 in Betrieb. „Irgendwann begannen Vertreter der nahegelegenen Moschee, sich zu beschweren und forderten, dass der Staat uns unser Gebäude wegnehmen solle. Auch viele Dorfbewohner schlossen sich den Forderungen an,“ erklärt der Pastor weiter.

 

Die Regierung führte zahlreiche Kontrollen durch, aber da alle erforderlichen Dokumente vorhanden waren, wurde die Angelegenheit zunächst zu den Akten gelegt. Immer wieder wurden jedoch Stimmen laut, die ein Eingreifen des Staates forderten. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Klage eingereicht, und ein Gerichtsverfahren ist im Gange.

Von Jesus motiviert, den Menschen zu dienen

Neben der Betreuung von Drogen- und Alkoholabhängigen gab es noch mehr Bereiche, in denen die Christen Handlungsbedarf entdeckten: „Es gab kein Wasser im Dorf. Also haben wir einen Wasserturm gebaut, der dem Dorf 15 Jahre lang gedient hat“, erzählt Samuel und führt aus: „Wir haben auch medizinische Projekte und Bildungsprogramme im Dorf durchgeführt.“ Auf derselben Basis entstand die Initiative für einen Kindergarten. Auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten stießen Gemeindemitglieder auf eine ehemalige Tischlerei. Sie erwarben das heruntergekommene Gebäude, renovierten es und eröffneten den Kindergarten. Geleitet wird dieser von Mitgliedern der Gemeinde, die dort etwa hundert Kinder aus dem Dorf betreuten – bis zur Schließung der Einrichtung Anfang des Jahres.

Zuvor hatten sich immer mehr Dorfbewohner schriftlich bei der Staatsanwaltschaft beschwert. „Sie behaupten, wir würden dort religiöse Aktivitäten durchführen“, sagt Samuel. Auch höhere Regierungskreise wurden auf den Kindergarten und auf Pastor Samuels Dienst aufmerksam. „Sie ordneten an, unseren Kindergarten für drei Monate zu schließen, verbunden mit der Auflage, das Gebäude gemäß den geltenden Standards zu renovieren.“ Doch trotz all dieser Herausforderungen ist der Eifer der Gemeinde ungebrochen. Samuel betont: „Jeder weiß, dass wir an Jesus Christus glauben, darum möchten wir der Gemeinschaft dienen. Bitte betet dafür, dass die Menschen durch diese Ereignisse die frohe Botschaft von Jesus Christus hören!“

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Kasachstan:

  • Danken Sie Jesus für den Eifer und die Kreativität kasachischer Christen, ihrem Umfeld die Liebe Jesu nahezubringen.
  • Beten Sie gemäß Samuels Bitte, „dass die Menschen durch diese Ereignisse die frohe Botschaft von Jesus Christus hören“.
  • Beten Sie für den Ausgang der laufenden Prozesse, dass die Christen Gunst erleben und ihr Engagement positiv wahrgenommen wird.
  • Beten Sie für das Reha-Zentrum und die baldige Wiedereröffnung des Kindergartens.
  • Beten Sie um Mut und Weisheit für alle Christen, ihren Glauben weiterhin klar zu bekennen und sich bei all ihren Initiativen von Gottes Geist leiten zu lassen.

     

Vielen Dank für Ihr Gebet

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