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Mosambik

Mosambik: Islamisten kämpfen für ein Kalifat

Zahlreiche Todesopfer bei mehreren Angriffen, Christen bislang nur am Rand betroffen

(Open Doors, Kelkheim) – Islamische Extremisten in Mosambik haben in der nordöstlichen Küstenprovinz Cabo Delgado zahlreiche Menschen ermordet. Die jüngste Serie von Angriffen begann am 23. März und dauerte bis in die erste Aprilwoche. Unter den zerstörten Gebäuden waren auch zwei Kirchen und mehrere Wohnhäuser von Geistlichen. Obwohl die christliche Gemeinschaft bei den bisherigen Vorfällen nur am Rand betroffen war, könnte die wachsende Instabilität im Land zu einem massiven Anstieg der Christenverfolgung führen.

Symbolbild: Landstraße in Mosambik
Symbolbild: Landstraße in Mosambik

Massaker wegen Widerstand gegen Rekrutierung

Open Doors ist besorgt um die Sicherheit der Christen in der an Gasvorkommen reichen Provinz Cabo Delgado. Seit 2017 haben Islamisten neun der 14 Bezirke in der Provinz angegriffen.

Der Angriff mosambikanischer Dschihadisten mit den bisher meisten Todesopfern fand in der ersten Aprilwoche statt. Dort tötete eine Gruppe, die sich auch Al Shabaab nennt und ein Kalifat in Mosambik erstrebt, 52 Menschen im Dorf Xitaxi bei Muidumbe. Es dauerte mehr als zwei Wochen, bis die Nachricht von dem Angriff bekannt wurde. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber den Medien: „Die Kriminellen versuchten, junge Menschen für ihre Reihen zu rekrutieren, aber es gab Widerstand. Dies provozierte den Zorn der Kriminellen, die wahllos – grausam und teuflisch – 52 junge Menschen töteten.“ Lokale Kontaktpersonen von Open Doors haben erfahren, dass die Dschihadisten am Mittwoch, dem 1. April, auch vier weitere Dörfer in der Nähe von Muidumbe überfallen haben. Im Dorf Miangalewa brannten sie eine Kirche nieder und zerstörten weitere Einrichtungen in Dörfern namens Namacunde, Ntchinga und Moatid.

Der Angriff auf die Küstenstadt Mocimbao da Praia am 23. März dauerte etwa 17 Stunden. Die Täter brannten laut lokalen Kontaktpersonen öffentliche Gebäude nieder, ließen Gefangene aus dem örtlichen Gefängnis frei, bewegten sich ungehindert auf den Straßen und trugen eine schwarze Dschihad-Flagge. Nach Informationen von Open Doors wurden bei diesem Angriff zwei Frauen getötet, die genauen Umstände sind jedoch unbekannt. Zwei Tage später griffen sie auch die nahe gelegene Stadt Quissanga an, zerstörten das Polizeipräsidium, verbrannten öffentliche und private Fahrzeuge und töteten sechs Regierungssoldaten. Sie griffen auch das Dorf Mussomero in der Nähe von Quissaga und Mecula in der Provinz Niassa an, wo sie eine Kirche niederbrannten und zwei Häuser von Pastoren derselben Kirche sowie das Wohnhaus eines katholischen Priesters zerstörten.

„Wir kämpfen nicht für Reichtum, wir wollen nur das islamische Recht“

Laut AFP machte am Donnerstag ein Video in sozialen Medien die Runde, in dem sich die Angreifer – zum Teil in mosambikanische Armeeuniformen gekleidet – aus der Residenz des Distrikt-Gouverneurs in Quissanga mit den folgenden Worten an die Bevölkerung wandten: „Wir rufen Sie auf, hierher zu kommen und unter dieser Flagge zu kämpfen“, sagte einer von ihnen auf Portugiesisch. „Wir kämpfen nicht für Reichtum, wir wollen nur das islamische Recht.“

Open Doors verzeichnete im Berichtszeitraum zum aktuellen Weltverfolgungsindex 120 Übergriffe auf Christen und 12 Morde. Die UNO bestätigte eine drastische Eskalation der Instabilität seit November letzten Jahres, darunter Angriffe auf Busse, Brandanschläge am Weihnachtstag und Überfälle auf Soldaten der Armee.

Religiöser Zusammenhalt gefährdet – Aufruf zum Gebet

„Die Eskalation der Gewalt in Mosambik ist gefährlich. Die Mehrheit der Bevölkerung in den nördlichen Teilen des Landes sind gemäßigte Muslime, während die zentralen und südlichen Regionen von Christen dominiert werden. Aber wenn die Regierung nicht daran arbeitet, die Situation unter Kontrolle zu bringen, könnte die anhaltende Gewalt den religiösen Zusammenhalt untergraben, der heute zwischen den Menschen in Mosambik besteht. Wir rufen die Unterstützer auf der ganzen Welt dazu auf, anhaltend für die Kirche in dieser Region zu beten“, kommentierte Jo Newhouse, Sprecher der Arbeit von Open Doors in Subsahara-Afrika.

Mosambik zählt nicht zu den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex 2020, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Es gehört jedoch zum erweiterten Kreis der „Länder unter Beobachtung“.

Quellen: AFP, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Mosambik:

  • Beten Sie für alle von den Angriffen Betroffenen, dass sie Jesus als Tröster und Heiler erleben.
  • Beten Sie für die Regierung, dass es ihr gelingt, die Stabilität in der Provinz Cabo Delgado wiederherzustellen.
  • Beten Sie für die Christen und Gemeinden in der Region, dass sie selbst im Glauben gefestigt sind und den Menschen in ihrem Umfeld Botschafter der Liebe Gottes sein können.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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