Meldungen zu Myanmar
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(Open Doors, Kelkheim) – In Myanmar kommen die christlichen Gemeinden nicht zur Ruhe. Während die Armee seit Jahren ihren Kampf gegen Aufständische führt, werden von beiden Seiten immer wieder gezielt Pastoren inhaftiert oder entführt. Fünf von ihnen wurden im Januar aus der Gewalt einer Rebellengruppe freigelassen, zwei weitere sind jedoch seit Anfang Februar in Militärgewahrsam. Einige Geistliche haben jetzt öffentlich ihre Freilassung gefordert.
Die zwei Pastoren wurden am 6. Februar von Soldaten mit der Anschuldigung verhaftet, an Feierlichkeiten zum Kachin-Revolutionstag am 5. Februar teilgenommen zu haben. Myanmars überwiegend von Christen bewohnte Staaten Kachin und Shan waren viele Jahre lang Schauplatz von Kämpfen zwischen ethnischen bewaffneten Gruppen und der Armee.
Immer wieder erzwingen Aufständische Kirchenschließungen und inhaftieren Zivilisten, darunter Pastoren und Bibelschüler. Im Januar wurden fünf Pastoren freigelassen, nachdem sie neun Monate lang von einer der Gruppen festgehalten worden waren, wie lokale Quellen Open Doors berichteten. Aus Sicherheitsgründen können hierzu keine detaillierteren Angaben gemacht werden. Hintergrund vieler Angriffe von Rebellengruppen ist der Vorwurf, die Gemeinden würden ihre Agenda nicht unterstützen. Pastoren werden beschuldigt, junge Menschen davon abzuhalten, sich an den Kämpfen zu beteiligen. Derzeit sind Hunderte von Kirchen geschlossen, mehrere Christen sind in der Gewalt der Aufständischen oder wurden vertrieben. Insbesondere die kommunistische United Wa State Army wendet sich gegen christliche Gruppen, die als „Missionare“ wahrgenommen werden.
Doch auch die Armee betrachtet die Christen kritisch und setzt sie – anders als die 2015 gewählte Regierung – immer wieder unter starken Druck. Die von der Armee maßgeblich entworfene Verfassung aus dem Jahr 2008 verleiht ihr eine starke Machtposition und erlaubt es niemandem, diesen Status quo zu untergraben. Das erlebte im vergangenen Jahr der Leiter der „Kachin Baptist Convention“, Pastor Hkalam Samson. Er hatte bei einem USA-Besuch dem amerikanischen Präsidenten Trump berichtet, dass die Christen seiner Volksgruppe vom myanmarischen Militär „unterdrückt und gefoltert“ würden, und war deshalb mit rechtlichen Schritten bedroht worden. Zur Taktik des Militärs bei der Bekämpfung Aufständischer gehört die Schwächung ethnischer Minderheiten, etwa indem Jugendliche aus diesen Minderheiten gezielt zum Drogenkonsum ermutigt werden und dadurch häufig in Abhängigkeit geraten. Diese Praxis betrifft auch die Christen in Kachin.
Aufgrund der Kämpfe haben Zehntausende von Menschen in Lagern für Binnenvertriebene Zuflucht gesucht. Mehrere Friedensinitiativen haben bisher nicht zu echten Fortschritten auf dem Weg zu einer Lösung geführt.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Myanmar an 19. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Quellen: Open Doors, UCA News
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 14. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Myanmar verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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