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Nigeria: Heimkehr befreiter Chibok-Mädchen verzögert sich

Emotionales erstes Treffen in Abuja für Sprecher der Elternvereinigung

(Open Doors, Kelkheim) – Für viele Eltern im nigerianischen Chibok ging am 7. Mai ein Traum in Erfüllung: Nach drei Jahren der Ungewissheit und banger Hoffnung kamen 82 der von der islamistischen Gruppe Boko Haram entführten Mädchen frei [Open Doors berichtete]. Weltweit freuten sich tausende Beter mit ihnen. Gedämpft wurde der Jubel jedoch durch die Tatsache, dass weiterhin 114 der im April 2014 Entführten in Gefangenschaft bleiben. Hinzu kommt, dass selbst die nun befreiten Mädchen mit einer einzigen Ausnahme bislang ausschließlich telefonisch Kontakt zu ihren Familien aufnehmen durften.

Der Vater eines Chibok-Mädchens
Bild: Der Vater eines Chibok-Mädchens

Yakubu Maina: „Ich war völlig überwältigt“

Zu einem ersten Wiedersehen kam es zwischen Yakubu Nkeki Maina, Sprecher der Elternvereinigung, und seiner Tochter Maimuna. Er hatte im vergangenen Jahr als Sprecher auf dem jährlichen Open Doors Tag von den Ereignissen rund um die Entführung berichtet und einige Gemeinden in Deutschland besucht. Nun erhielt er in der Hauptstadt Abuja die Gelegenheit, drei Stunden mit den Mädchen zu verbringen. Anschließend schilderte er: „Heute ist ein wunderbarer Tag. Ich habe die Mädchen gesehen – und Maimuna. Als sie mich sah, rannte sie auf mich zu, umarmte mich und fing an zu weinen. Ich war völlig überwältigt!“

Andere Eltern werden jedoch auf eine weitere Geduldsprobe gestellt. Bislang ist unklar, wann sie ihre Töchter wiedersehen dürfen.

Unverständnis für die Sicherheitsbedenken der Regierung

Bereits im Oktober 2016 wurden 21 Mädchen freigelassen, befinden sich jedoch immer noch in der Obhut der Regierung, vermutlich in der Hauptstadt Abuja. Nach Aussage von Peter Joseph, einem Verwandten eines der Mädchen, durften sie zwar zwischenzeitlich nach Chibok reisen, dabei allerdings nicht in ihre Elternhäuser zurückkehren. „Wir dürfen sie nicht nach ihren Erlebnissen im Sambisa-Wald fragen – wir verstehen das einfach nicht. Auch die 82 jetzt Befreiten: Was macht die Regierung mit ihnen?“, so Joseph in einem Interview mit Al Jazeera. Ein Regierungsvertreter gab an, man halte die Mädchen aus Sicherheitsgründen von ihren Familien fern. Die Gegend von Chibok gilt immer noch als unsicher, bis heute verbringen manche Familien die Nacht aus Angst vor weiteren Übergriffen unter freiem Himmel. Eine erneute Entführung der Mädchen will die Regierung um jeden Preis verhindern.

Bitte beten Sie für die Chibok-Mädchen und ihre Familien!

  • Danken Sie Gott für die Freilassung vieler Mädchen.
  • Beten Sie für die weiterhin gefangenen Chibok-Mädchen und die vielen anderen „Namenlosen“, die ihr Schicksal teilen.
  • Beten Sie für alle betroffenen Familien – auch um eine baldige Rückkehr der Befreiten in ihre familiäre Umgebung.
  • Beten Sie um Heilung, Wiederherstellung und eine klare Zukunftsperspektive für die befreiten Mädchen.

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