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Nigeria: Was bedeuten die Wahlen für die Christen?

Verstärkte Gewalt befürchtet – Einsatz der Regierung für Christen bisher enttäuschend

(Open Doors, Kelkheim) – Morgen, am 23. Februar, werden in Nigeria der Präsident und die Mitglieder der Nationalversammlung für die nächsten vier Jahre gewählt. Die Christen im Land sehnen sich nach mehr Sicherheit und einer Regierung, die sich mehr für sie einsetzt. Bisher hat die politische Führung des Landes trotz verschiedener Versprechungen dabei versagt, die Christen wirksam zu schützen und ihnen in Notsituationen zu helfen.
 

Christen bei einem Gottesdienst in Nigeria
Bild: Christen bei einem Gottesdienst in Nigeria

Wahlen verschärfen Situation für die Christen im Land

Eigentlich sollten die Wahlen bereits eine Woche früher stattfinden. Die unabhängige Wahlkommission begründete die nur wenige Stunden vor Eröffnung der Wahllokale bekannt gegebene Verschiebung mit logistischen Schwierigkeiten, die freie und gerechte Wahlen zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt unmöglich gemacht hätten. Die Lage ist angespannt. Bereits vor mehreren Monaten äußerten nigerianische Christen die Befürchtung, dass es im Zusammenhang mit den Wahlen zu Gewalt gegen sie kommen könnte, wie sie es bei vorherigen Wahlen erlebt hatten. Tatsächlich intensivierte die islamisch-extremistische Gruppe Boko Haram in jüngster Zeit ihre Angriffe im Bundesstaat Adamawa. Dort lebende Christen sagen, Boko Haram versuche, sie aus der Region zu vertreiben. Sie seien gezwungen worden, in die Berge zu fliehen. Die aktuelle Situation mache es ihnen nahezu unmöglich, sich an den Wahlen zu beteiligen. Da fast die Hälfte der Einwohner Nigerias Christen sind, können sie die Wahlergebnisse maßgeblich beeinflussen. Die Christen sehen dies als wesentlichen Grund für gezielte Angriffe auf ihre Dörfer im Vorfeld der Wahlen an.

Keine nachhaltige Bekämpfung extremistischer Gruppen

Der amtierende Präsident Buhari hatte schon im letzten Wahlkampf versprochen, den zerstörerischen Aktivitäten von Boko Haram ein Ende zu setzen. Doch trotz seiner Behauptungen, Boko Haram erfolgreich bekämpft zu haben, verbreitet die Gruppe mit gewaltsamen Überfällen weiterhin Angst und Unsicherheit. Was die Überfälle von muslimischen Fulanis angeht, die aus Sicht der Christen das derzeit drängendste Problem im Land sind, hat Buhari bisher wenig Initiative gezeigt, eine Lösung zu finden und den Betroffenen zu helfen; vielmehr hat sich die Situation während seiner Amtszeit noch verschärft. »Die Wahlen 2019 sind von entscheidender Bedeutung«, fasst der Direktor für die Arbeit von Open Doors in Westafrika zusammen. »Nach Ansicht der meisten christlichen Leiter im Norden Nigerias werden die Belastungen, unter denen die Christen leiden, voraussichtlich nur noch zunehmen, wenn diese Regierung eine weitere Wahl gewinnt.«

Christen fordern Einsatz für die Freilassung von Leah Sharibu

Am vergangenen Dienstag, dem 19. Februar, jährte sich die Entführung des christlichen Mädchens Leah Sharibu aus Dapchi im Nordosten Nigerias durch Boko-Haram-Kämpfer zum ersten Mal. Die damals 14-Jährige war zusammen mit über 100 muslimischen Mitschülerinnen entführt worden. Während jene jedoch vier Wochen später wieder freigelassen wurden, blieb Leah in der Gewalt der Islamisten [Open Doors berichtete]. Im September drohte Boko Haram in einer Videobotschaft, sie zu töten [Open Doors berichtete]; einen Monat später verkündete die Gruppe, Leah nun lebenslang als Sklavin bei sich zu behalten. Anlässlich des Jahrestages und der bevorstehenden Wahlen haben Unterstützer der Familie die Präsidentschaftskandidaten nachdrücklich dazu aufgefordert, sich endlich entschieden und gezielt für ihre Freilassung einzusetzen. »Es ist tragisch und eine politische Fehleinschätzung der Präsidentschaftskandidaten, öffentlichen Aussagen zu ihrem Engagement hinsichtlich der Befreiung von Leah und anderen in Gefangenschaft auszuweichen«, äußerte Pastor Gideon Para-Mallam gegenüber den Medien. Leahs Eltern, Rebecca und Nathan, erinnerten gegenüber Journalisten an das Versprechen des Präsidenten von Anfang Oktober, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um ihre Tochter zu befreien – jedoch hätten sie seitdem diesbezüglich nichts mehr von der Regierung gehört.

Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria auf Platz 12 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

 

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor

Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria!

  • Bitte beten Sie, dass die Wahlen friedlich verlaufen und die Nigerianer weise entscheiden, wer ihr Land in Zukunft regieren soll.
  • Bitten Sie Jesus um Bewahrung für die Christen im Land und dafür, dass die neu gewählte Regierung sich mehr für ihre Belange einsetzt.
  • Beten Sie für Leah Sharibu und alle weiteren Mädchen in der Gewalt islamischer Extremisten, dass Jesus ihnen beisteht und sie befreit.

 

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