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Nordkorea: Koreanisch-kanadischer Pastor frei

Zu lebenslanger Haft verurteilter Kirchenleiter wegen schwerer Krankheit entlassen

(Open Doors, Kelkheim) – Am 9. August wurde der koreanisch-kanadische Pastor Hyeun-Soo Lim aus dem Gefängnis entlassen. Als Grund für die Freilassung gab eine staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas seine schlechte gesundheitliche Verfassung an. Im Dezember 2015 war Lim zu lebenslanger Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden.

Nach Nordkorea gekommen, um zu helfen

Über hundert Mal hatte Hyeun-Soo Lim, Pastor einer presbyterianischen Kirche in Toronto, Nordkorea besucht, um humanitäre Hilfe zu leisten. Er verteilte Hilfsgüter an Waisenhäuser, Kindertagesstätten und Pflegeheime. Im Januar 2015 hatte seine Gemeinde den Kontakt zu ihm verloren; einen Monat später erreichte sie die Nachricht von seiner Verhaftung. Man warf ihm vor, die nordkoreanische Regierung verleumdet und versucht zu haben, das Regime zu stürzen und einen religiösen Staat aufzubauen. Während einer Pressekonferenz im Juli 2015 wurde Lim gezwungen, ein „Bekenntnis“ zu verlesen, mit dem er öffentlich eingestand, er habe Verbrechen gegen den Staat begangen.

 

Nordkorea
Lim sieht sich ein landwirtschaftliches Projekt seiner presbyterianischen Kirche in Nordkorea an (Foto: Lisa Park/Light Presbyterian Church Toronto via WWM)

Student infolge der Haftbedingungen gestorben

Seit Lims Verhaftung hat die nordkoreanische Regierung die Ein- und Ausreisebedingungen verschärft. Im Frühjahr waren zwei weitere US-Amerikaner koreanischer Abstammung bei ihrer Ausreise verhaftet worden. Der 22-jährige Student Otto Warmbier, der nach 15-monatiger Haft im Koma liegend zu seiner Familie in die USA zurückgebracht wurde, verstarb eine Woche später im Juni dieses Jahres. Im gleichen Monat verhaftete das Regime einen 61-jährigen Nordkoreaner unter dem Vorwurf der Spionage, weil er christliche Verwandte in China besucht hatte [Open Doors berichtete].

Härteste Christenverfolgung weltweit

Da Hyeun-Soo Lim nicht mit Untergrundgemeinden in Kontakt stand, ist anzunehmen, dass seine Verhaftung und Bestrafung keinen direkten Einfluss auf die geheimen christlichen Netzwerke im Land hatte. Einschätzungen von Beobachtern zufolge ist ein solcher Fall jedoch immer ein Ärgernis für das nordkoreanische Regime und könnte zu noch härterem Umgang mit Christen führen.

In dem Land, das seit mehr als zehn Jahren auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex von Open Doors steht, werden Christen als Staatsfeinde betrachtet. Sie müssen ihren Glauben absolut geheim halten, um nicht inhaftiert oder gleich hingerichtet zu werden. Nach Schätzungen des überkonfessionellen Hilfswerks sind derzeit zwischen 50.000 und 70.000 Christen in Straf- und Arbeitslagern gefangen.

Quelle: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Nordkorea!

  • Danken Sie für die Freilassung von Hyeun-Soo Lim und beten Sie für ihn um Gesundheit, körperliche und seelische Wiederherstellung.
  • Beten Sie für alle, die als „Staatsfeinde“ unter unvorstellbar grausamen Bedingungen in Gefängnissen und Arbeitslagern inhaftiert sind.
  • Bitten Sie Jesus, dass er sich den staatlichen Verantwortungsträgern in Nordkorea zeigt und sie das Evangelium als die befreiende Wahrheit erkennen.
  • Wegen der anhaltenden Dürre werden die Ernten in diesem Jahr voraussichtlich sehr schlecht ausfallen. Bitte beten Sie um Gottes Versorgung für die notleidende Bevölkerung dieses Landes.

Beten Sie regelmäßig für Nordkorea – registrieren Sie sich als Gebetspartner und erhalten Sie vierteljährlich einen Rundbrief mit neuen Informationen und Gebetsanliegen aus dem Land!

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