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Pakistan: Prozess gegen Asia Bibi vor der Entscheidung

Einblicke in die Berufungsverhandlung – Islamisten drohen Richtern

(Open Doors, Kelkheim) – Vor zwei Wochen, am 8. Oktober, fand vor dem höchsten Gericht Pakistans die Berufungsverhandlung für Asia Bibi statt. Aufgrund einer Verurteilung wegen Blasphemie sitzt sie seit mittlerweile 8 Jahren in der Todeszelle und hat damit alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Neben der 5-fachen Mutter und ihren Angehörigen warten viele Tausend Pakistanis gespannt auf die Urteilsverkündung der drei Richter. Asia Bibi setzt ihre Hoffnung auf Gott und die Gebetsunterstützung ihrer Glaubensgeschwister in aller Welt.
 

Plakat in Pakistan fordert zur Hinrichtung Asia Bibis auf
Bild: Dieses Plakat in Pakistan fordert zur Hinrichtung Asia Bibis auf

„Respektlosigkeit gegenüber dem Islam Teil des christlichen Glaubens“

Mian Saqib Nisar, oberster Richter des höchsten Gerichts von Pakistan, führte persönlich den Vorsitz der Verhandlung. Er hörte zunächst Asia Bibis Verteidiger Saif-ul-Malook zu, der auf die schwache Beweislage verwies: Der Kläger selbst war zum Zeitpunkt des Vorfalls gar nicht anwesend und reichte erst 5 Tage später Klage ein. Der Auslöser des Streits, die „Verunreinigung von Trinkwasser“ durch eine „Ungläubige“, sei im ersten Prozess weder von dem Kläger noch von den beiden Zeuginnen überhaupt erwähnt worden. Die Anklage wegen Blasphemie sei mithin willkürlich und aus niederen Motiven erfolgt. Der Anklagevertreter Ghulam Mustafa Chaudhry bezeichnete Asia Bibi im Gegenzug als „christliche Predigerin“, die während der Feldarbeit unvermittelt begonnen habe, sich abfällig über den Koran wie auch den Propheten Mohammed zu äußern. Respektlosigkeit gegenüber dem Islam sei Teil des christlichen Glaubens und die Beklagte habe einfach an eine jahrhundertealte Tradition der Hassrede gegen den Islam und seinen Propheten durch Christen angeknüpft, die, wie er sagte, im muslimischen Spanien begann.

„Ein fürchterliches Ende“ für Richter bei einem Freispruch

Der Druck sowohl auf Asia Bibi und ihren Anwalt als auch auf die Richter ist immens. Die islamisch-extremistische Partei Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) kündigt in einer über YouTube verbreiteten Pressekonferenz an, im Fall eines Freispruches drohe den Richtern ein „fürchterliches Ende“. Seit Jahren fordern islamische Hardliner die Vollstreckung des Todesurteils. Eine weitere Gruppe namens „Rote Moschee von Islamabad“ forderte das höchste Gericht auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Beklagte im Fall eines Freispruches das Land nicht verlassen dürfe: „Westliche Mächte versuchen, Asia Bibi aus dem Land zu schaffen, aber sie sollte gehängt werden!“

Der jahrelange Druck hinterlässt bei den Beteiligten tiefe Spuren. So gab Asia Bibis Verteidiger Saif-ul-Malook gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an: „Ich habe meine Gesundheit verloren. Ich bin ein Bluthochdruckpatient, meine Privatsphäre ist völlig dahin.“ Er müsse sich permanent verstecken, da jeder seine Identität kenne. „Sie schauen sich dieses Haus an und wissen, dass hier eine Person lebt, die jederzeit von wütenden Mullahs getötet werden kann“, sagte er.

Asia Bibis Fall veranschaulicht in drastischer Weise, welchen Vorurteilen bis hin zu offenem Hass Christen in Pakistan ausgesetzt sind. Sie brauchen dringend unser Gebet.

Bitte beten Sie für Asia Bibi und die Christen in Pakistan:

  • Beten Sie, dass Asia Bibi, ihre Familie und ihr Anwalt tiefe Geborgenheit in Christus erfahren.
  • Beten Sie für die Richter, dass sie Mut haben, weise und gerecht zu entscheiden, und sich nicht von den Drohungen einschüchtern lassen.
  • Beten Sie für die zahlreichen Christen in Pakistan, die in einer Atmosphäre ständiger Entrechtung und Diskriminierung leben – dass sie ihre Identität in Christus finden und darin stark werden.
  • Beten Sie für die islamischen Extremisten, dass Jesus ihren Hass zur Ruhe bringt und sich ihnen offenbart.

 

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