Weltverfolgungsindex 2026: Platz 10. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Iran verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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Iran: Christen zwischen Gebet, Protest und Internetsperre
(Open Doors, Kelkheim) – Inmitten von Verhaftungen, tödlicher Waffengewalt und Unsicherheit hat die Internetsperre den Menschen im Iran weitgehend die Möglichkeit genommen, ihre Lage miteinander oder auch der Welt jenseits der Grenzen zu teilen. Mit dem Gefühl der Ohnmacht und Isolation sind viele Christen im Land aufgrund der seit Jahren anhaltenden Verfolgung gut vertraut. Die jüngste Eskalation der Gewalt trifft sie deshalb doppelt. Zwei aktuelle Beispiele verdeutlichen, wie wichtig unsere Gebete für sie sind.
Jahrelang gebetet, statt zu protestieren – jetzt erschossen
Daniel*, der in einem christlichen Online-Dienst tätig ist, erzählt von zwei Christen, mit denen er seit mehreren Jahren in Kontakt steht. „Sie beteten tagsüber und gingen nachts auf die Straße“, sagt er. „Sowohl der geistliche als auch der physische Kampf hatten dasselbe Ziel: Gerechtigkeit und Menschenwürde.“
Er erklärt, dass viele Christen im Iran seit Jahren stillschweigend Verfolgung erdulden. „Sie wurden wegen ihres Glaubens unterdrückt, doch sie entschieden sich für das Gebet statt für Protest“, sagt Daniel, „aber dieses Mal war es anders. Es ging nicht um sie selbst, sondern um eine Nation, die schon viel zu lange gelitten hat.“
Beide Christen wurden später während der Proteste getötet. „Wir sind untröstlich“, sagt Daniel. „Und wir sind zutiefst besorgt um ihre Familien, die jetzt überwacht und bedroht werden.“
„Das Licht wird die Dunkelheit überwinden“
Am vergangenen Dienstag gelang es einem sehr kleinen Prozentsatz der Iraner für einige kurze Stunden wieder Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Das berichten Mogan* und ihr Mann, die wegen ihres Glaubens an Jesus verfolgt und nach schweren Verhören aus dem Iran geflohen waren. Sie erhielten einen Anruf von Mitgliedern ihrer ehemaligen Hauskirche. Die Freude, eine vertraute Stimme zu hören, war jedoch nur von kurzer Dauer.
„Eine unserer Glaubensschwestern erzählte uns, dass die Polizei die Wohnung einer christlichen Frau durchsucht und sie verhaftet hatte“, erinnert sich Mogan. „Es wurde keine Erklärung gegeben. Sie hatte an den Protesten teilgenommen. Vielleicht wurde ihr Gesicht erkannt und ihre Daten waren bereits erfasst.“
Der gleiche Anruf brachte noch verheerendere Nachrichten. „Ein Glaubensbruder wurde während der Proteste getötet“, sagt sie. „Seine Tochter floh in ein Nachbarland, wurde aber gefunden und gewaltsam in den Iran zurückgebracht.“ Seit diesem Anruf hatte Mogan keinen Kontakt mehr zu ihrer Hauskirche.
Doch trotz großer Sorge um ihre Glaubensgeschwister sagt Mogan: „Ich glaube, dass das Licht die Dunkelheit überwinden wird“, sagt sie. „Die weltweite Kirche muss beten.“
*Name geändert
Bitten und Dank iranischer Christen: Bitte beten Sie …
- um Schutz, Gottes Frieden und die Leitung des Heiligen Geistes für alle Christen inmitten der aufgeheizten Stimmung.
- für diejenigen, die verhaftet und an unbekannte Orte gebracht wurden, und für ihre Familien; insbesondere für Christen, die im Gefängnis sitzen, dass die aktuellen Ereignisse sich nicht negativ auf ihre Fälle auswirken.
- für Familien, die in diesen Tagen Angehörige verloren haben, insbesondere für Kinder, die ihren Vater, ihre Mutter oder beide Elternteile verloren haben.
- für diejenigen, deren Geschäfte in diesen Tagen in Brand gesteckt wurden, und für diejenigen, deren Lebensunterhalt nun noch stärker gefährdet ist.
- für Menschen, die in Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Wut und Bitterkeit gefangen sind – sei es gegenüber anderen Ländern oder gegenüber Gott: Beten Sie, dass Jesus ihnen in dieser Situation begegnet und viele ihn als Erlöser, Heiler und Ratgeber erfahren.
- Lob sei Gott für die Einheit des iranischen Volkes. Seit Jahren versucht dieses Regime, Spaltung und Misstrauen zwischen Menschen und ethnische Gruppen zu säen, aber in diesen Tagen erleben wir Einheit und gegenseitige Unterstützung unter den Menschen.
- Lob sei Gott für sein Versprechen der Befreiung aus der Gefangenschaft. Auch wenn wir den Zeitpunkt nicht kennen, vertrauen wir darauf, dass der gerechte und rechtschaffene Richter dafür sorgen wird.
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Gebet ist das Erste, um das verfolgte Christen bitten – besonders wenn wir beten, spüren sie unsere Liebe und Unterstützung. Lassen Sie uns auf diese Bitte antworten!