Weltverfolgungsindex 2026: Platz 12. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Indien verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
- Startseite
- Nachrichten
- Das Neueste von verfolgten Christen
- Indien: Erzwungene „Rückbekehrungs“-Events setzen Christen zu
Indien: Erzwungene „Rückbekehrungs“-Events setzen Christen zu
(Open Doors, Kelkheim) – Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh häufen sich die Vorfälle, bei denen Christen dazu gedrängt werden, ihren Glauben öffentlich zu widerrufen. Dies geschieht im Rahmen von „Ghar Wapsi“ genannten Veranstaltungen, die in der Vergangenheit vor allem von Hindu-Extremisten durchgeführt wurden. Mittlerweile sind jedoch immer häufiger auch Politiker beteiligt, was eine weitere Eskalation bedeutet. Die Christen brauchen unser Gebet.
Kampagne gegen religiöse Konversionen
Am 18. Januar berichteten lokale Zeitungen von einer „Ghar Wapsi“-Feier im Bezirk Kanker (Chhattisgarh), bei der sich über 200 christliche Konvertiten offiziell wieder dem Hinduismus zugewandt hätten. „Ghar Wapsi“ bedeutet wörtlich übersetzt „Heimkehr“. Dabei handelt es sich um religiöse Bekehrungsveranstaltungen, die meist mit Zwang einhergehen. Der Vorfall spiegelt die Auswirkungen der anhaltenden Kampagne gegen religiöse Konversionen in diesem Bezirk wider, von der insbesondere christliche Konvertiten betroffen sind.
Obwohl nach der indischen Verfassung Kastendiskriminierung verboten ist, prägt das Kastensystem die Gesellschaft bis heute: Menschen werden in Klassen eingeteilt, die sich hinsichtlich ihrer Würde und rituellen Reinheit unterscheiden. Die meisten Christen in Indien stammen aus den sogenannten „Scheduled Castes“, die ganz unten in der Hierarchie stehen und als „Unberührbare“ geächtet sind, sowie aus den „Scheduled Tribes“, verschiedenen Gruppen der indigenen Stammesbevölkerung. Die Abkehr solcher Stammesangehöriger vom Hinduismus steht seit langem im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um Bekehrungen. Christen werden häufig von ihrem Stamm ausgeschlossen und geächtet, beispielsweise indem ihnen der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt wird. Die lokale Verwaltung und soziale Organisationen, die sich für die Rechte der „Scheduled Castes“ einsetzen, verhalten sich angesichts von „Ghar Wapsi“-Kampagnen oftmals passiv.
Immer mehr verstecken ihren Glauben an Jesus
Auch im November 2025 fanden an verschiedenen Orten in Chhattisgarh zahlreiche „Ghar Wapsi“-Zeremonien statt. Laut lokalen Medienberichten wurden während dieser Veranstaltungen fast 125 Menschen unter Zwang „rückbekehrt“. In einigen Fällen waren bei den Feiern Politiker der hindunationalistischen BJP anwesend, die der Legislativversammlung Chhattisgarhs angehören.
Oftmals werden „Ghar Wapsi“-Zeremonien sogar von politischen Führern initiiert. Zu den ideologischen Hintergründen gehört die Vorstellung, dass die Gemeinschaft zu ihren hinduistischen Wurzeln zurückkehren und sich in Selbstreflexion üben müssen.
Dhruv Baiga*, ein lokaler Partner von Open Doors, berichtet: „Früher waren nur religiöse Extremisten und ihre rechten Gruppen an „Ghar Wapsi” beteiligt, aber jetzt erleben wir, dass politische Anführer und Regierungsbehörden Rückbekehrungsaktionen initiieren und fördern. Sie unterstützen diese Gruppen öffentlich und ohne jede Zurückhaltung.”
Dhruv Baiga betont die Auswirkungen einer solchen politischen Unterstützung: „Christlichen Stammesangehörigen drohen körperliche Gewalt, Verstoßung aus ihrer Gemeinschaft und Streichung aus den Listen [die zum Empfang staatlicher Förderungen berechtigen]. Die Situation in Chhattisgarh wird für Christen immer schwieriger, sodass viele ihren Glauben nur noch heimlich leben.“
*Name geändert
Bitte beten Sie für die Christen in Indien und besonders in Chhattisgarh:
- Beten Sie, dass Jesus den betroffenen Christen neu begegnet und ihren Glauben stärkt.
- Beten Sie, dass die Christen standhaft bleiben und Gottes Versorgung erleben, besonders wenn sie aufgrund ihres Glaubens in Not geraten.
- Beten Sie für alle Pastoren und geistlichen Leiter um Schutz und Weisheit, wie sie die Christen ermutigen und im Glauben aufbauen können.
- Beten Sie, dass Jesus seinen Geist neu über Indien ausgießt und seine Gemeinde weiterbaut, gerade angesichts wachsender Bedrängnis.
Länderinfo Kompakt
Indien
Weitere Themen
In Indien finden Hunderttausende Menschen zum Glauben an Jesus. Doch mit der wachsenden Zahl der Christen nimmt auch die Verfolgung zu. Erfahren Sie hier mehr!
Gebet ist das Erste, um das verfolgte Christen bitten – besonders wenn wir beten, spüren sie unsere Liebe und Unterstützung. Lassen Sie uns auf diese Bitte antworten!