Weltverfolgungsindex 2026: Platz 10. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Iran verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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Iran: Schmerz und Isolation im Gebet durchbrechen
(Open Doors, Kelkheim) – Die brutale Niederschlagung der Demonstrationen im Iran ist bereits wieder aus den Nachrichten verschwunden. Doch die Folgen sind dramatisch. Pastor Peyman* dient seit Jahren iranischen christlichen Flüchtlingen und unterstützt die Kirche im Iran durch Online-Seelsorge. In einem kurzen Telefonat berichtete er über die Situation iranischer Christen und über die dringende Notwendigkeit von Gebet.
Kirchenleiter vor großen Herausforderungen
„Wir erhalten Anrufe aus dem Iran, und alle weinen. Es handelt sich nicht mehr um einen Einzelfall, sondern um tiefen und anhaltenden Schmerz. Viele haben enge Freunde und Familienmitglieder verloren. Selbst von den Christen, die wir persönlich kannten und unterwiesen haben, wurden mehrere getötet. Allein in einer Stadt verloren fünf Gläubige ihr Leben“, erklärte Pastor Peyman.
Und weiter: „Aufgrund der strengen Überwachung und der Sicherheitsrisiken ist die Kommunikation mit den Menschen im Iran extrem eingeschränkt.“
Viele Informationen erreichen nur die Leiter, und auch das nur über vertrauenswürdige Vermittler. Ein direkter Kontakt zu den trauernden Familien ist oft unmöglich. „Wir können manche Familien nicht einmal erreichen, um sie zu trösten oder mit ihnen zu beten. Die Menschen haben Angst, offen zu sprechen. Wir wissen nur, dass einige gestorben sind; viele andere sind emotional zutiefst gebrochen und in ihrem Glauben erschüttert.“
Pastor Peyman schilderte auch die inneren Konflikte vieler Kirchenleiter, wenn sie versuchen, Menschen in extremer Not zu begleiten. „Sie berichten mir: ‚Alles, was wir sagen, wird von jemandem missverstanden. Wenn wir über Hoffnung sprechen, werden die Menschen wütend. Wenn wir über Liebe sprechen, sagen sie, das sei unrealistisch.‘ Kirchenleiter stehen unter enormem Druck, gefangen zwischen der Wahrheit des Wortes Gottes und den tiefen Wunden, die die Menschen mit sich tragen.“
Er betonte, dass das Gebet für Kirchenleiter in dieser Zeit von entscheidender Bedeutung sei.
„Die Kirchen müssen ihre Rolle verstehen“
Trotz der Dunkelheit glaubt er, dass der Iran einen Punkt erreicht hat, an dem es kein Zurück mehr gibt. „Alles hat sich verändert. Der Iran wird nicht mehr derselbe bleiben. Jeder Einzelne und auch die Kirche müssen ihre Rolle in diesem Moment verstehen: sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen, ohne von zerstörerischer Wut überwältigt zu werden.“
Pastor Peyman schloss mit einem klaren Aufruf zum Gebet: „Bitte betet für diejenigen, die trauern, für diejenigen, die traumatisiert sind, für sichere Wege zu helfen und insbesondere für Pastoren und Leiter. Schweigen angesichts von Ungerechtigkeit ist falsch, aber wir müssen auch weise vorgehen. Wir brauchen Gottes Führung heute mehr denn je.“
*Name geändert
Bitte beten Sie für die Christen im Iran:
- Beten Sie um Trost und Heilung für alle Christen, die Angehörige betrauern, selbst verletzt wurden oder Traumatisches erlebt haben.
- Beten Sie für die Kirchenleiter um Weisheit und große innere Klarheit, so dass sie den Christen einfühlsam und mit göttlicher Vollmacht dienen können.
- Beten Sie um Stärkung im Glauben für alle Christen, so dass sie inmitten der herrschenden Not ihre Rolle verstehen und den Menschen als Botschafter der Liebe Gottes begegnen können.
- Beten Sie um Frieden und einen tiefgreifenden Wandel im Iran, damit das iranische Volk Heilung erlebt und Gottes gute Pläne für dieses Land zustande kommen.
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