Persönliche Berichte

Indien: Ultimatum für Christen – Gebetsaufruf

Stammesführer fordern Christen zur Rückkehr zum Hinduismus auf

(Open Doors, Kelkheim) – Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben Anführer indigener Stämme bei zwei Treffen die Christen aus den Stämmen aufgefordert, bis zum 30. April zum Hinduismus zurückzukehren. Zunächst wurden im Fall einer Weigerung rechtlichen Schritte und Massenproteste angedroht, am gestrigen 28. April war auch von der Zerstörung von Kirchen die Rede. Angesichts des Ultimatums und des extremen Ausmaßes von Gewalt gegen Christen in Indien bitten wir dringend um Gebet für die Christen in Chhattisgarh.

Straßenszene in Chhattisgarh (Symbolbild)
Straßenszene in Chhattisgarh (Symbolbild)

Drohung: Abriss von Kirchen, rechtliche Konsequenzen, Ausgrenzung von Pastoren

Der Bundesstaat Chhattisgarh ist ein Brennpunkt der Christenverfolgung. Bereits im Februar 2026 berichteten wir von der wachsenden Zahl öffentlicher „Rückbekehrungs“-Events („Ghar Wapsi“) dort. Im vergangenen Jahr gab es einen breit angelegten Aufruf zur Gewalt gegen Christen, bevor es zu einer Entspannung der Situation kam. Zuvor hatten Christen in aller Welt dafür gebetet.

Nach einem ersten Treffen am 19. April folgte ein weiteres am 28. April, bei dem Vertreter von 18 Dorfräten in der Ortschaft Pipalwand/Bezirk Bastar die Forderung nach Rückbekehrung aller Christen zum Hinduismus bis zum 30. April bekräftigten. Sie drohten zudem, die Kirchen in den 18 Dörfern abzureißen; die Dorfpriester würden den zuständigen Pastoren den Zutritt zu den Dörfern verwehren.

Auslöser der angespannten Situation war eine Versammlung im Dorf Chhotedongar/Bezirk Narayanpur am 19. April. Dort hatte „Sarva Adivasi Samaj“ (eine bedeutende Organisation, die Stammesgemeinschaften vertritt) mit Unterstützung extremistischer Hindu-Gruppen rund 800 Dorfbewohner zusammengerufen – ähnlich dem gestrigen Treffen am 28. April. Gemeinsam forderten die Versammelten alle indigenen Christen dazu auf, zu ihrem traditionellen Glauben zurückzukehren. Vertreter der „Sarva Adivasi Samaj“ drohten den Verweigerern mit rechtlichen Konsequenzen und beriefen sich dabei auf einen Gesetzentwurf zur Religionsfreiheit von Chhattisgarh aus dem Jahr 2026.

„Glaubenswechsel werden von der Gemeinschaft nicht toleriert“

Vertreter mehrerer Dörfer beklagten bei dem Treffen, dass die Versuche, Menschen von ihren traditionellen Bräuchen und ihrem Glauben an Stammesgottheiten abzubringen, in der Region stetig zunehmen. Sie erklärten, Bekehrungen [zum christlichen Glauben] würden von der Gemeinschaft nicht toleriert. Gleichzeitig forderten sie strenge Maßnahmen gegen alle Konvertiten. Der Hauptredner betonte, dies sei nicht nur eine religiöse Frage, sondern auch eine Frage der sozialen Existenz.

Nicht alle schaffen es, dem Druck zu widerstehen

Solche Treffen finden regelmäßig statt, um Strategien zur Rückbekehrung derjenigen zu entwickeln, die zum christlichen Glauben übergetreten sind. Vertreter der Sarva Adivasi Samaj forderten die Verwaltung auf, unverzüglich einzugreifen, um den Frieden und die Traditionen in der Region zu bewahren. Aufgrund des zunehmenden sozialen Drucks haben mittlerweile einige Familien ihre Bereitschaft bekundet, sich einer „Ghar Wapsi“-Zeremonie zu unterziehen. Andere Christen leben Berichten zufolge in Angst vor groß angelegten Protesten und Zwangsbekehrungen.

In dieser extrem herausfordernden Situation brauchen die christlichen Stammesangehörigen in Chhattisgarh unsere Gebete.

Bitte beten Sie für die Christen in Chhattisgarh:

  • für die Christen unter den Stammesvölkern, insbesondere für die Neubekehrten, dass sie dem enormen Druck standhalten und an Jesus festhalten können.
  • für die Behörden, dass sie gerechte Entscheidungen treffen und sich nicht politisch vereinnahmen oder beeinflussen lassen.
  • für die Christen unter den Stämmen in ganz Indien, besonders aber in dieser Region: dass sie im Glauben gestärkt werden, sich frei zum Gottesdienst versammeln und das Böse durch Gutes überwinden können.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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