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Afghanistan: Gibt es 2018 noch mehr Gewalt?

Fast 250 Tote seit Dezember 2017 / Situation birgt auch für Christen Gefahren

(Open Doors, Kelkheim) – Im Januar 2018 hat Afghanistan erneut einen der schlimmsten Monate seiner Geschichte in Bezug auf Sicherheit erlebt. Zwischen dem 20. und 29. Januar wurden fünf verheerende Anschläge in Großstädten durchgeführt. Wie das „Afghan Analysts Network“ (ANN) berichtet, haben die Taliban und dem „Islamischen Staat“ (IS) nahestehende Gruppen jeweils einige der Angriffe für sich beansprucht.

Die Attentate stehen in einer Reihe von Anschlägen, die seit Ende Dezember 2017 das Land am Hindukusch erschüttern. Bei den acht Attentaten in den Großstädten Kabul, Dschalalabad und Kandahar sind fast 250 Menschen ums Leben gekommen. Die Angriffe richten sich gegen Politiker, Sicherheitskräfte und die Armee, aber auch gegen Zivilisten, schiitische Muslime und Nichtregierungsorganisationen.
 

Blick auf Kabul
Bild: Blick auf Kabul

 

Thomas Müller, Teil des Forschungsteams von Open Doors, erklärt den Hintergrund: „Diese Angriffe sind nur die Spitze des Eisbergs. In vielen Provinzen ist die Situation noch weit herausfordernder. Die Hauptgründe hinter diesem Anstieg militanter Aktivitäten dürften die derzeitigen Friedensgespräche sein sowie die Parlamentswahlen, die im Sommer 2018 anstehen – obwohl momentan überhaupt nicht sicher ist, ob diese abgehalten werden können.“

Weiter sagt Müller: „Eine weitere, möglicherweise gefährliche Entwicklung ist die Entscheidung Pakistans, die Aufenthaltsgenehmigungen afghanischer Flüchtlinge nicht weiter zu verlängern. Nach einer 60-tägigen Frist, die am 31. Januar 2018 begonnen hat, haben die mehr als zwei Millionen Flüchtlinge keinen legalen Schutz mehr davor, abgeschoben zu werden. Die Aussicht, dass all diese Menschen in das vom Krieg erschütterte Afghanistan zurückkehren könnten, wird nicht zur Stabilität beitragen. Christen sind als Minderheit besonders verletzlich. Wir gehen davon aus, dass sie von dieser Entwicklung ebenfalls betroffen sind und sich ihr Leid weiter vergrößern wird.“

In diesem Zusammenhang ruft Open Doors auch die Bundesregierung dazu auf, bei der Abschiebepraxis von christlichen Konvertiten aus dem Islam nach Afghanistan und in andere Länder umzudenken. Diesen Christen droht in ihrer Heimat oftmals der Tod wegen Apostasie, dem Abfall vom Islam – entweder durch den Staat, extremistische Gruppen wie Taliban oder dem IS nahestehende Gruppen oder Menschen ihres Umfelds, die den Islam so auslegen, dass er sie auffordert, Menschen, die den Islam verlassen haben, zu töten.

Bitte beten Sie für Afghanistan:

  • Bitten Sie Gott um Schutz für die Menschen in Afghanistan vor Anschlägen und Attentaten.
  • Beten Sie für die wenigen Christen im Land. Bitten Sie um Mut und Kraft angesichts der vielen Herausforderungen.
  • Bitte beten Sie für die christlichen Flüchtlinge in Deutschland, die vor der Abschiebung in ihre Heimat stehen, wo ihnen zum Teil der Tod droht.

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