Meldungen zu Indonesien
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(Open Doors, Kelkheim) – Kurz nach dem Anschlag auf ihre Kirche rief Pastor Yonathan die Gemeinde zum Gebet zusammen. „Wir müssen mehr denn je Gottes Nähe suchen“, so sein Aufruf an die versammelte Gruppe. Gegenüber Open Doors ergänzte er wenig später: „Einige mögen davor zurückschrecken, zum Gottesdienst zu kommen, aber wir dürfen der Angst nicht nachgeben! Bitte betet, dass unsere Mitglieder im Glauben stark werden.“
Bei den verheerenden Selbstmordanschlägen auf drei Kirchen in der Stadt Surabaya am vergangenen Sonntagmorgen sind nach bisherigen Informationen mindestens 14 Christen getötet und Dutzende verletzt worden. Seitdem ist es zu weiteren Explosionen gekommen, unter anderem bei einem ähnlichen Angriff auf das Polizeihauptquartier der Stadt. Laut Augenzeugenberichten hat sich bei einem der Vorfälle am Sonntagmorgen eine verschleierte Frau mit zwei kleinen Kindern Zutritt zur Kirche verschafft und sich dort in die Luft gesprengt. Drei weitere Bomben an zwei anderen Orten in der Nähe von Kirchen konnten danach entschärft werden. Nach Angaben der Polizei wurden die Angriffe auf die drei Kirchen von Mitgliedern einer Familie verübt, darunter vier Kinder zwischen 8 und 18 Jahren.
Südostasien-Experte Thomas Müller (Open Doors) ordnete die Vorfälle gegenüber dem Nachrichtenportal Domradio wie folgt ein: „Die Situation [in Indonesien] hat sich radikalisiert. Aktuellen Umfragen unter Schülern und Studenten zufolge befürwortet etwa ein Viertel der Befragten die Einrichtung eines Kalifats. Das ist sicherlich von dem inspiriert, was wir in Syrien und im Irak gesehen haben. In einer anderen Umfrage aus dem vergangen Jahr haben acht Prozent angegeben, dass sie auch selbst in einen gewaltsamen Dschihad ziehen würden, wenn das notwendig werden sollte.“
Die unfassbare Grausamkeit der Taten, bei denen Eltern die eigenen Kinder in den Tod schicken, sorgt bei vielen Beobachtern für Fassungslosigkeit – zum Teil gepaart mit einem Gefühl der Ohnmacht. Umso größer ist die Sehnsucht nach Gottes Eingreifen, wie es vor wenigen Tagen der ehemalige Imam Haroon* beim Open Doors Tag 2018 berichtete: Als islamischer Hardliner und Missionar des Islam nach Europa ausgesandt, kam er durch das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi in seiner Heimat ins Zweifeln und wurde am Ende eines langen Prozesses zum Nachfolger Jesu. Im Rückblick bezeichnete er dies als Antwort auf das Gebet eines christlichen Straßenkehrers, dem er 2010 begegnete.
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