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Mosambik

Mosambik: Hilferuf von Pastoren nach Dschihadisten-Angriff

Beobachter warnen vor Eskalation des Konfliktes mit Folgen für die ganze Region

(Open Doors, Kelkheim) – Ende Juni verübten islamische Extremisten einen weiteren Angriff auf die Stadt Mocímboa da Praia im Norden Mosambiks. Die anhaltende Unsicherheit in der Provinz Cabo Delgado hat in der lokalen Bevölkerung Panik ausgelöst. Ortsansässige Pastoren haben Open Doors dringend gebeten, den schwer traumatisierten Christen Hilfe zu leisten.

Christen beim Besuch eines Gottesdienstes
Christen beim Besuch eines Gottesdienstes

Deutliche Zunahme der Gewalt seit Jahresbeginn

Wie die katholische Nachrichtenagentur Fides berichtet, trafen die Angreifer am 27. Juni in der Küstenstadt Mocímboa da Praia ein. Sie lieferten sich stundenlange Gefechte mit Regierungstruppen. Zahlreiche Menschen fanden den Tod, andere wurden entführt. Die Angreifer setzten eine Kirche, eine weiterführende Schule und das Bezirkskrankenhaus sowie Häuser, Autos und Geschäfte in Brand, bevor sie schwarze IS-Flaggen hissten. Über die Hintergründe der Angreifer und ihre Motive besteht weiterhin Unklarheit; die in der Region hauptsächlich aktive islamistische Gruppierung ist „Ahl al-Sunnah wa al-Jamma’ah“ (ASWJ). Die Forschungsabteilung von Open Doors weist in einem aktuellen Bericht zu Mosambik darauf hin, dass die Angriffe dieser Gruppe denen von Dschihadisten in anderen Regionen ähneln. „Sie hat die Unterstützung einer internationalen Dschihadistengruppe. Der ‚Islamische Staat‘ hat sogar die Verantwortung für einige der Angriffe übernommen“, heißt es darin unter anderem.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat die Zahl der Angriffe erheblich zugenommen (Open Doors berichtete), wobei verstärkt moderne Waffen zum Einsatz kommen. Seit Beginn des Aufstands im Jahr 2017 wurden mehr als 1.000 Menschen getötet und mehr als 100.000 Bewohner vertrieben. Immer wieder kommt es dabei auch zu gezielten Angriffen auf Christen und christliche Einrichtungen.

Missstände beseitigen, die Rolle der Religion berücksichtigen

Von den 31,4 Millionen Einwohnern Mosambiks sind knapp 54% Christen. Die nördlichen Provinzen werden jedoch muslimisch dominiert, insbesondere die Küstengebiete. Während das Land bis 2015 eine positive wirtschaftliche Entwicklung erlebte, wuchs die Unzufriedenheit unter der muslimischen Bevölkerung, die sich unzureichend an der Entwicklung beteiligt fühlt.

In seinem Länderbericht zu Mosambik warnt Open Doors davor, dass, wenn nicht bald eine nachhaltige Lösung für die Probleme in Cabo Delgado gefunden wird, diese sich zu einer nationalen und möglicherweise regionalen Krise mit weitreichenden Auswirkungen für Christen wie auch Nichtchristen entwickeln könnte. Ein Afrika-Spezialist des US-Außenministeriums warnte vor Parallelen zur Entwicklung der nigerianischen Boko Haram. Schon jetzt sind unter anderem kirchliche Initiativen im Gesundheits- und Bildungsbereich gefährdet, die der marginalisierten Bevölkerung in der Region gedient haben. Laut dem Bericht nutzen die Aufständischen die mangelnde Entwicklung der Provinz Cabo Delgado zur Legitimierung ihrer Aktionen. Doch obwohl sozioökonomische Probleme im Kern des Konflikts liegen, ist zu seiner Lösung ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der die Rolle der Religion angemessen berücksichtigt.

Mosambik zählt nicht zu den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex 2020, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Es gehört jedoch zum erweiterten Kreis der „Länder unter Beobachtung“.

Quellen: Fides, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Mosambik:

  • Beten Sie, dass die Christen in Cabo Delgado jede nötige Hilfe erhalten, getröstet werden und Gottes Trost an die Menschen in ihrem Umfeld weitergeben können.
  • Beten Sie um Gottes Eingreifen, dass die Situation nicht weiter eskaliert und er weitere Angriffe verhindert.
  • Beten Sie um Weisheit für die zuständigen Behörden und die mosambikische Regierung, dass sie die Situation unter Kontrolle bringen können und die richtigen Maßnahmen ergreifen.
  • Beten Sie dafür, dass die Gemeinde Jesu in Mosambik der drohenden Eskalation mutig begegnet und das Evangelium des Friedens ausbreiten kann.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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