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Nigeria: Christen protestieren gegen zweierlei Maß von Justiz

Fünf Christen in Adamawa zum Tod verurteilt / Bei Massaker in Plateau kein Schutz für Christen

(Open Doors, Kelkheim) – Fünf christliche Jugendliche wurden am 11. Juni 2018 vor dem Obersten Gerichtshof in Yola, Adamawa, der „kriminellen Verschwörung und des Mordes“ für schuldig befunden und zum Tod durch Hängen verurteilt. Laut Anklage sollen sie Adamu Buba vom Volk der Fulani getötet haben, weil der 2016 Anführer eines Überfalls auf das vorwiegend christliche Dorf Kodamun gewesen sein soll, bei dem 48 Menschen ermordet wurden. Nigerias Zeitung Independent berichtet jedoch, Buba sei vor den Jugendlichen geflohen, in einen Fluss gefallen und ertrunken, weil er nicht schwimmen konnte.
 

Symbolbild: Dorf in Nigeria
Symbolbild: Dorf in Nigeria

Die Christliche Vereinigung von Nigeria (CAN) fordert angesichts der Todesurteile Gleichbehandlung vor Gericht. „Wir unterstützen weder Lynchjustiz noch Kriminalität“, heißt es in einer Veröffentlichung vom 19. Juni. „Hunderte unserer Kirchenmitglieder in den Bundesstaaten Süd-Kaduna, Benue, Taraba und Plateau sowie Enugu wurden und werden jedoch noch immer Tag für Tag ermordet durch Kriminelle, die sich als Fulani-Viehhirten ausgeben und bis heute nicht gefasst sind. […] Wir sind schockiert über die Eile der Behörden in der Verurteilung der angeblichen Mörder des Viehhirten in Adamawa.“

Eine Kultur der Straflosigkeit hat das Vertrauen vieler Bürger in ihre Regierung und Sicherheitskräfte völlig untergraben. Die Verurteilung der fünf aus Adamawa im Nordosten Nigerias rührt die ohnehin äußerst angespannte Lage im Norden und Mittelgürtel auf. Nach der Flucht vieler Christen vor Boko Haram wurden und werden sie nun hauptsächlich von Fulani-Hirten attackiert und ermordet.

Straflosigkeit für Fulani-Hirten und Massaker in Plateau zeigen fehlenden Schutz für Christen

Bei den mörderischen Überfällen am 21. bis 25. Juni auf christliche Dörfer im Bundesstaat Plateau wurden etwa 200 Menschen – zumeist Christen – von muslimischen Viehhirten abgeschlachtet. Tausende Christen mussten fliehen, Schutz durch Polizei oder Militär gab es nicht. In den letzten drei Jahren verübten Mitglieder vom Stamm der Fulani mehr Gewalt gegen Christen als Boko Haram. Der vorgebliche Streit um Weideland wird von Analysten als Teil der Strategie der Islamisierung der Region gesehen, die Christen sollen gehen oder sich unterwerfen.

Amnesty International Nigeria berichtet, dass bis Juni 2018 mindestens 1.813 Menschen in 17 Bundesstaaten durch Fulani, Boko Haram und andere Gruppen ermordet wurden, bereits jetzt fast doppelt so viele wie 2017. Der Direktor von Amnesty Nigeria, Osai Ojigho, sagte: „Es ist die Verantwortung der Behörden, Menschen und deren Besitz zu schützen, doch das geschieht zu wenig. Als beim jüngsten Vorfall in Plateau Bewaffnete etwa 200 Menschen töteten, geschah dies, ohne dass Sicherheitsbehörden eingegriffen hätten. Das muss untersucht werden.“

Hilfe für die vertriebenen Christen in Plateau, Trost und Gebet für betroffene Familien

Open Doors besuchte die bei den blutigen Übergriffen geflohenen Christen in Plateau in zwei Flüchtlingslagern, um etwa 3.000 Christen mit Hygieneartikeln und Nahrungsmitteln zu versorgen.
 

Video: Nigeria – Nothilfe für Fulani-Opfer

 

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert Nigeria aktuell auf Platz 14 (Vorjahr: 12) unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria:

  • Beten Sie um Frieden für Region.
  • Beten Sie um Standhaftigkeit für die Christen, dass sie trotz erlittenen Unrechts nicht zu Gegengewalt greifen, sondern ihr Vertrauen auf Gottes Hilfe setzen.
  • Beten Sie für ein Ende der Benachteiligung und Unterdrückung der Christen, die oft mit Unterstützung von Behörden und Regierung geschieht.
  • Beten Sie für die Fulani-Viehhirten, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit in Christus kommen und von ihren bösen Wegen umkehren.

 

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