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Subsahara-Afrika

Subsahara-Afrika: Verfolgte Christen von Pandemie besonders betroffen

Ausgrenzung, gezielte Benachteiligung und verstärkte Übergriffe

(Open Doors, Kelkheim) – Während die Corona-Pandemie Asien, Europa und Nordamerika mit voller Wucht getroffen hat, steht Subsahara-Afrika (die Länder südlich der Sahara) mit seinen 1,1 Milliarden Einwohnern erst am Anfang der Krise. In Teilen der Region herrscht ein hohes Maß an Christenverfolgung. Die dort lebenden Christen bekommen die Wucht der Pandemie schon jetzt mehr als andere zu spüren. Lokale Mitarbeiter von Open Doors schildern Beispiele und sind alarmiert.

Gefährdungslage der Subsahara-Länder im Blick auf Covid 19 laut Einschätzung des Africa Centre(Grafik: Copyright Open Doors)
Gefährdungslage der Subsahara-Länder im Blick auf Covid 19 laut Einschätzung des Africa Centre (Grafik: Copyright Open Doors)

Verfolgung und Gefährdung durch das Virus wirken zusammen

Das Africa Centre, eine für Sicherheitsanalysen zuständige Abteilung des US-Verteidigungsministeriums, hat die möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf afrikanische Länder untersucht. Zu den am stärksten gefährdeten Ländern zählen u.a. der Sudan, Nigeria, Äthiopien und Somalia. Hier werden Christen teilweise intensiv verfolgt. Während das Virus alle Menschen gleichermaßen bedroht, wird bei genauerem Hinsehen deutlich: Christen leiden oftmals doppelt unter der Pandemie und ihren Folgen. Hier sind einige Beispiele.

  • Christen von Hilfe ausgeschlossen: In Äthiopien hat die Regierung die Bevölkerung zu gegenseitiger Hilfe aufgerufen. Open Doors liegen jedoch Berichte von christlichen Konvertiten vor, denen selbst enge Angehörige die Unterstützung verweigern; einige Familien sind deshalb vom Hunger bedroht. Auch in anderen Ländern werden ehemalige Muslime aufgrund ihrer Entscheidung für den christlichen Glauben von ihrer Familie und der traditionellen Gemeinschaft ausgeschlossen.
  • Einsamkeit und Isolation: Neben der prekären Versorgungslage fehlt Christen islamischer Herkunft aufgrund der Ausgangsbeschränkungen auch die seelische und geistliche Unterstützung anderer Christen, mit denen sie derzeit keine Gemeinschaft haben können. Ihr oft noch junger Glaube wird so auf eine harte Probe gestellt.
  • Christen als Verursacher der Pandemie diffamiert: Aus Somalia, Uganda und Burkina Faso gibt es Berichte, dass Christen die Schuld an der Corona-Krise zugeschoben wird. So rief die islamistische Miliz Al Shabaab (Somalia) dazu auf, sich vor Infektionskrankheiten wie dem Coronavirus zu hüten, die „durch die Armeen der Kreuzritter [gemeint sind Christen], die in das Land eingedrungen sind“, verbreitet würden.
  • Diskriminierung bei der Verteilung staatlicher Hilfen: In dem Bundesstaat Kaduna im Norden Nigerias haben Christen laut eigenen Angaben sechsmal kleinere Nahrungsrationen von der Landesregierung erhalten als muslimische Familien. Mehrere Familien aus unterschiedlichen Ortschaften bestätigten diesen Bericht.
  • verstärkt tödliche Übergriffe gegen Christen: In einigen Ländern nutzen Verfolger die derzeitige Situation, um Christen gezielt anzugreifen – teilweise unter dem Vorwand, man müsse die Christen als Verursacher der Pandemie bekämpfen. In den nigerianischen Bundesstaaten Kaduna und Plateau wurden zwischen Ende März und Ostern 31 Menschen getötet und viele Häuser zerstört.

Gebet als „wirksamstes Mittel“

Suleiman M*, Westafrika-Direktor von Open Doors: „Wir haben Anrufe von einigen Pastoren erhalten, die um Hilfe mit Nahrungsmitteln baten. Aber auch die Christen in den Flüchtlingslagern leiden unter der schwierigen Versorgungslage. Witwen und Waisen, die aufgrund der Einschränkungen nur ein geringes Einkommen haben, sind nicht in der Lage, weiter Handel zu treiben, und wir erhalten ständig Bitten um Nahrungsmittel und andere Unterstützung.“

Yasin A*, Ostafrika-Direktor von Open Doors, erklärte: „Diese Zeit der Coronavirus-Pandemie ist in vielerlei Hinsicht eine sehr unsichere und schwierige Zeit für die verfolgte Kirche in unserer Region. Ihr Gebet ist das wirksamste Mittel, um das Herz der verfolgten Gläubigen zu erreichen, wo immer sie sich befinden und in welchem Zustand sie auch sind.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 sind die genannten Länder in der Region wie folgt platziert: Somalia: 3, Sudan: 7, Nigeria: 12, Burkina Faso: 28 und Äthiopien: 39.

Quellen: BBC, Africa Centre, Open Doors

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in den Ländern südlich der Sahara:

  • Beten Sie für die betroffenen Christen um Gottes Schutz und Versorgung in allen Bereichen.
  • Beten Sie für die Pastoren und Gemeindeleiter um Weisheit, wie sie den Christen in dieser schwierigen Zeit am besten dienen und sie ermutigen können.
  • „Betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ (Jakobus 5,16)
  • Beten Sie, dass alle Versuche, die Situation auszunutzen, um den Christen Leid zuzufügen, vereitelt werden.
  • Beten Sie für die Mitarbeiter von Open Doors in der Region, dass Jesus sie mit Weisheit, Kraft und kreativen Ideen beschenkt, um den Christen weiterhin dienen zu können.

 

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