Meldungen zu Pakistan
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In Pakistan ist erneut ein junger Mann aufgrund von Äußerungen in sozialen Medien der Blasphemie beschuldigt worden. Mindestens 800 christliche Familien flohen daraufhin aus Shahdara, einem Vorort der Metropole Lahore, weil sie Unruhen befürchteten. In der Vergangenheit waren im Zuge von Blasphemieanschuldigungen mehrfach christliche Viertel in Brand gesetzt worden.
Die Ursache der Unruhen war ein Post, den der 20-jährige Patras Masih in einem sozialen Netzwerk mit Freunden teilte. Seine Mutter, Saima Bibi, gab gegenüber dem christlichen Informationsdienst „World Watch Monitor“ an, dass am Abend des 18. Februar mehrere Männer nach ihrem Sohn gesucht hätten. Am nächsten Morgen hätten sich bereits Menschen außerhalb des Arbeitsplatzes von Patras Masih versammelt, die Polizei hätte am Vormittag die Wohnung durchsucht, während ihr Sohn und ihr Mann sich außerhalb des Hauses versteckt hätten. Ein Pastor aus der Nachbarschaft fügte hinzu, dass mehrere Männer die Übergabe von Patras Masih verlangt und damit gedroht hätten, andernfalls die Häuser der Nachbarschaft anzuzünden.
Haji Munir, leitender Ermittler, erklärte: „Ein große Anzahl Menschen hatte sich versammelt und war extrem wütend. Sie hatten die Straße versperrt.“ Die Situation brachte mindestens 800 christliche Familien dazu, aus dem Ort zu fliehen und bei Verwandten Zuflucht zu suchen. In Pakistan kommt es immer wieder zu Blasphemieanschuldigungen und auch Verurteilungen; in vergangenen Jahren auch immer häufiger aufgrund von Äußerungen in sozialen Medien.
Die Christin Asia Bibi wurde bereits 2010 aufgrund von angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt. Seitdem ist sie in Haft, eine Neuverhandlung wurde immer wieder aufgeschoben. Der Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit der EU, Ján Figel‘, hat nun neue Hoffnungen auf eine Freilassung Asia Bibis geweckt. Bei einem Besuch in Pakistan hat Figel Regierungsmitarbeitern erklärt, dass eine Erneuerung der Exportprivilegien nach Europa in direktem Zusammenhang mit der Freilassung von Asia Bibi stehen.
„Die Mitgliedsstaaten der EU haben angefangen zu glauben, dass der Oberste Gerichtshof Pakistans die Verhandlung Asia Bibis mit Absicht hinauszögert, um bestimmte politische Kräfte in Pakistan zu beschwichtigen“, heißt es in einer Pressemitteilung der EU. Pakistan belegt Rang 5 auf dem Weltverfolgungsindex 2018 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Im Dezember griffen Attentäter eine Kirche in Quetta an und töteten mindestens elf Gottesdienstbesucher.
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 8. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Pakistan verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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