Meldungen zu Indien
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(Open Doors, Kelkheim) – Auf dem am 16. Januar veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2019 von Open Doors gehört Indien zum ersten Mal zu den ersten zehn Ländern, in denen die Verfolgung von Christen im weltweiten Vergleich am schlimmsten ist. Für das Jahr 2018 wurden 769 Übergriffe auf Christen registriert, darunter 14 Morde. Im vorangegangenen Jahr waren es 661, 2014 im Vergleich dazu „nur“ 147 Übergriffe. Die Zahlen spiegeln eine rapide Zunahme der Christenverfolgung in Indien wider, die hauptsächlich von extremistischen Hindus ausgeht – oftmals unterstützt durch staatliche Behörden und die lokale Bevölkerung. Doch auch in anderen Ländern hat sich die Lage für Christen verschlechtert.
Im Frühjahr werden in Indien Parlamentswahlen stattfinden. Dabei steht einiges auf dem Spiel: Bei den letzten Nationalwahlen im Jahr 2014 kam die hindu-nationalistische Partei BJP an die Macht und gewann in den folgenden Jahren immer mehr an Einfluss. Aus ihrer Sicht sollte jeder Inder ein Hindu sein. Was das für die Situation der Christen im Land bedeutet hat, zeigt die Entwicklung des Landes auf dem Weltverfolgungsindex: Während es damals mit einer Wertung von 55 von 100 Punkten auf Platz 28 stand, nimmt es mittlerweile mit 83 Punkten Platz 10 ein. Die Christen befürchten, dass ein erneuter Wahlsieg der BJP die Verfolgung noch weiter verschlimmern könnte.
Partner von Open Doors im Land sprachen mit einheimischen Gemeindeleitern über ihre Einschätzung der Lage. „Ich hoffe, dass [Premierminister] Modi und seine BJP nach den Wahlen nicht mehr regieren werden“, sagte Pastor Ravi*. „All die Entscheidungen, die sie getroffen haben, sind gegen Minderheiten gerichtet. Ich fürchte um die Zukunft meines Landes und meiner Familie, vor allem meiner Kinder. Wir sind dankbar, wenn andere mit uns beten. Wir brauchen Menschen, die an unserer Seite stehen. Es ist mir egal, welche Partei gewinnt, solange sie Frieden schafft. Bitte betet dafür.“ Seine Aussage wird ergänzt durch den Kommentar von Pastor Manoj*: „Die Wahlen stehen in direktem Zusammenhang mit unserer Freiheit. […] Wir beten um eine friedliche Umgebung und dass wir Gottes Königreich in Indien ausbreiten können.“ Die befragten Pastoren äußerten jedoch auch Bedenken, dass die Wahlen manipuliert werden könnten.
Nicht nur in Indien, auch in anderen Ländern Asiens hat der Druck durch religiös motivierten Nationalismus zugenommen, so zum Beispiel in Nepal (Platz 32), Bhutan (33) oder der Türkei (26). In China (27) geht die kommunistisch-atheistische Staatsführung unter Präsident Xi Jinping verstärkt gegen alles vor, was als westlicher Einfluss und Bedrohung für die Staatsmacht angesehen wird – so auch gegen christliche Kirchen. In Afrika hingegen breitet sich islamischer Extremismus immer mehr nach Süden aus. Die Wertungen für das diktatorisch regierte Nordkorea und stark islamisch geprägte Länder wie Afghanistan, Somalia, Pakistan oder den Iran sind unverändert hoch.
Die vollständige Rangliste, weitere Informationen über aktuelle Entwicklungen, Kurzvideos, ausführliche Länderprofile sowie persönliche Geschichten betroffener Christen finden Sie auf unserer Website unter: www.opendoors.de/weltverfolgungsindex
*Name aus Sicherheitsgründen geändert
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 12. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Indien verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
Verfolgte Christen beten nicht, dass Verfolgung aufhört. Wofür sie beten und was wir davon lernen können, lesen Sie hier.