Kirgisistan

Weltverfolgungsindex
2017
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Land unter Beobachtung

Kirgisistan

Land unter Beobachtung: Kirgistan

 

Christen machen in Kirgisistan 5% der Bevölkerung aus. Die Triebkräfte  der Christenverfolgung im Land sind „Diktatorische Paranoia“ und in geringerem Ausmaß „Islamische Unterdrückung“. Als einziger Staat mit demokratisch gewählter Regierung und Parlament ist Kirgisistan der „Außenseiter“ in Zentralasien. Dennoch führte die Regierung 2009 eines der striktesten Religionsgesetze in der Region ein, demzufolge eine Kirche mindestens 200 Mitglieder haben muss, um registriert zu werden. Nur sehr wenige Gemeinden im Land erfüllen diese Voraussetzung. Außerdem sind jegliche religiösen Aktivitäten außerhalb staatlich geführter und kontrollierter Institutionen verboten.

Im Dezember 2012 wurde ein neues Zensurgesetz eingeführt, von dem auch christliche Literatur betroffen ist. Im März 2015 erließ das Parlament ein Gesetz gegen „ausländische Einflussnahme“, demzufolge alle Organisationen, die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten, als „ausländische Einflussnahme“ eingestuft werden.

In Kirgisistan haben lokale Behörden und Gemeinderäte größere Macht als in den anderen Staaten Zentralasiens. Dies wirkt sich negativ auf Christen muslimischer Herkunft aus, da lokale Einrichtungen oft stärkere Verbindungen zur lokalen muslimischen Gemeinschaft haben. Außerdem sind es die Gemeinderäte, die über die Beerdigung von Christen muslimischer Herkunft entscheiden. Dies führte in der Vergangenheit bereits mehrmals dazu, dass Familien von Konvertiten ins Ausland reisen mussten, um ihre Verstorbenen begraben zu können.

Derzeit ist ein neues Religionsgesetz im Gespräch. Der letzte Gesetzesentwurf weicht vom Konzept der Religionsfreiheit ab. Eines der größten Probleme dabei ist die Erhöhung der zur amtlichen Registrierung notwendigen Anzahl von 200 auf 500 Gemeindemitglieder. Demzufolge könnten nur einige russisch-orthodoxe Gemeinden ihren offiziellen Status behalten, während alle anderen ihre Registrierung verlieren würden.

Die International Crisis Group fasst die Herausforderungen Kirgisistans folgendermaßen zusammen: „In Kirgisistan, der einzigen nominellen parlamentarischen Demokratie Zentralasiens, ist die innere und äußere Sicherheit zunehmend gefährdet. Tiefe ethnische Spannungen, wachsende Radikalisierung in der Region, die Unsicherheit in Afghanistan und die Möglichkeit eines chaotischen politischen Machtwechsels in Usbekistan; all diese Faktoren haben ernsthafte Auswirkungen auf die Stabilität des Landes. Das Risiko ist außerdem dadurch erhöht, dass es der Regierung nicht gelingt, die großen wirtschaftlichen und politischen Probleme, wie Korruption oder den übertriebenen kirgisischen Nationalismus, zu beseitigen. Es herrscht große Armut, Sozialleistungen werden gekürzt und die Wirtschaft ist stark von den finanziellen Überweisungen der Arbeitsmigranten aus dem Ausland abhängig.“ Auch Christen werden von den möglichen Umwälzungen betroffen sein und können schnell ins Kreuzfeuer geraten. Besonders Christen muslimischer Herkunft werden voraussichtlich größere Feindseligkeiten und Gewalt erfahren.

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