Meldungen zu China
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Berichtszeitraum: 1. Oktober 2024 – 30. September 2025
Religion wird von der regierenden „Kommunistischen Partei Chinas“ (KPCh) als Bedrohung angesehen. Die KPCh hat es den 281 Millionen Chinesen, die der KPCh oder den ihr angeschlossenen Jugendorganisationen angehören, offiziell verboten, sich an einer Vielzahl spiritueller Aktivitäten zu beteiligen. Die KPCh verfolgt außerdem eine Politik der „Sinisierung“ der Kirchen. Damit werden die Kirchen unter die Kontrolle der Partei gestellt, und sie werden verpflichtet, ihre Lehren, Bräuche und Moral an die chinesische Kultur anzupassen. Die staatlich anerkannten Kirchenverbände sind die protestantische Patriotische Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) und die Patriotische Katholische Vereinigung (CPA). Kirchen, die diesen Verbänden nicht angehören, gelten als illegal und werden als „Hauskirchen“ oder „Untergrundkirchen“ bezeichnet, obwohl sie Hunderte von Mitgliedern haben können. Die Regierung bietet Anreize für Bürger, illegale religiöse Aktivitäten zu melden; Leiter von Kirchen und Gemeinden werden zunehmend unter Druck gesetzt, sich staatlich anerkannten Kirchen anzuschließen.
Registrierungspflichten und Verordnungen zur Religion aus dem Jahr 2018 werden immer strenger angewandt – einschließlich der zusätzlichen Erweiterungen dieser Verordnungen aus den Folgejahren, insbesondere der Vorschriften für religiöse Veranstaltungsorte, die am 1. September 2023 in Kraft traten. Hinzu kamen außerdem neue Restriktionen in Bezug auf das Internet, soziale Medien und Nichtregierungsorganisationen. Zusammengenommen schränken diese Verordnungen die Freiheit erheblich ein. Es gab Razzien, Kirchen wurden geschlossen, Leiter wurden verhaftet und christliches Material wurde beschlagnahmt. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2026 wurde außerdem die Online-Aktivität von Geistlichen weiter eingeschränkt.
Wird ein christlicher Konvertit aus dem Islam oder dem tibetischen Buddhismus von seinem sozialen Umfeld oder seiner Familie entdeckt, so sind häufig Drohungen und tätliche Angriffe die Folge.
Das nachfolgende Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus den ausführlichen Berichten von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Dieses deutsche Länderprofil finden Sie hier auch als PDF zum Download.
In ihrem obersten Bestreben, an der Macht zu bleiben und ihre Herrschaft gegen alle – realen und vermeintlichen – Bedrohungen abzusichern, hat die KPCh die Gesellschaft fest im Griff und nutzt maoistische Rhetorik und Ideologie, um die Bürger auf Linie zu halten. Die Ideen von Präsident Xi Jinping wurden 2017 offiziell in die Verfassung der KPCh aufgenommen. Mehrere Universitäten haben Fakultäten eröffnet, um diese Ideen zu lehren. Die KPCh hat eine App veröffentlicht, um ihre Mitglieder auf diese Ideen zu testen; und es werden große Anstrengungen unternommen, um diese Ideen den Bürgern schon im Kindergartenalter zu vermitteln. Abweichende Ansichten sind nicht erlaubt, und abtrünnige Parteimitglieder werden ausgeschlossen oder ausgegrenzt. Der christliche Glaube muss aufgegeben werden, um im öffentlichen Dienst Karriere machen zu können. Radio Free Asia berichtete am 18. Januar 2024, dass die KPCh damit begonnen habe, die direkte Kontrolle über die Universitäten zu übernehmen, indem sie die Büros der Universitätspräsidenten mit dem Parteikomitee zusammenlegte und so eine einheitliche Führung für das Hochschulwesen bildet.
Der Verfassung zufolge ist China atheistisch. Bücher, die den Atheismus propagieren, wie z. B. „Die Prinzipien des wissenschaftlichen Atheismus“, wurden als Lehrbücher an Hochschulen und unter Kadermitgliedern der KPCh verteilt. 40 Prozent der Bürger stimmen dem Konfuzianismus zu, der einzigen Philosophie, die von der Regierung als wahrhaft chinesisch gepriesen wird, da sie den Kommunismus integrieren kann.
Die TSPM geht auf das Jahr 1954 zurück. Die unabhängigen Hauskirchen sind zahlreicher als die TSPM-Kirchen, aber weniger vernetzt und geringer organisiert als diese. Die überwiegende Mehrheit dieser „Hauskirchen“ hat nur sehr wenig pastorale Leitung, da der Bedarf an Leitern nach der Aufspaltung in kleinere Gruppen gestiegen ist, und nur wenige Ressourcen für den Aufbau von Arbeit unter Jugendlichen oder anderen speziellen Arbeitsbereichen bestehen. Die meisten dieser Kirchen sind pfingstkirchlich geprägt. Gleichzeitig werden viele TSPM-Kirchen gezwungen zu schließen und mit größeren Kirchen zu fusionieren. Hinzu kommt der Druck der Regierung. Neue Regularien sind 2023 in Kraft getreten, die (besonders deutlich in den Artikeln 27, 36, 39, 40) zeigen, wie die KPCh tatsächlich versucht, die christlichen Prioritäten und Werte neu zu definieren. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Hauskirchen öffentlich an Orten wie Hotels, Einkaufszentren und Bürogebäuden versammeln konnten und Hunderte oder sogar Tausende Menschen zu einem Treffen kamen. Diese Kirchen haben sich in kleinere Gruppen von 10 bis 20 Personen aufgeteilt und treffen sich nun an verschiedenen und wechselnden Orten, oft in Privatwohnungen.
Katholiken machen nur einen kleinen Teil der christlichen Gemeinde in China aus. Am zahlreichsten vertreten sind sie in der Provinz Hebei und in den nördlichen und zentralen Teilen Chinas. Im April und Mai 2025 – als der Papststuhl nach Franziskus’ Tod für kurze Zeit unbesetzt war – ernannten die kommunistischen Machthaber zwei neue Bischöfe, ohne mit dem Vatikan Rücksprache zu halten. Neben der CPA gibt es unabhängige katholische Kirchen, die sich an die Vorrangstellung des römisch-katholischen Papstes in Rom halten. In früheren Jahren wurden vor allem große Kirchen, die politisch aktiv waren oder ausländische Gäste einluden, überwacht und geschlossen; jetzt kann dies jede Kirche treffen, ob unabhängig oder staatlich anerkannt. Wenn eine Kirche geschlossen wird, teilt sie sich zumeist in kleine Gruppen auf und trifft sich online.
Vorschriften regeln die Online-Treffen der Kirchen, die Orte für religiöse Aktivitäten und sogar die Auswahl der Leiter. Bibel-Apps wurden aus Online-Shops verbannt. Pastoren nicht registrierter Kirchen werden zunehmend mit Anklagen konfrontiert wegen angeblicher Wirtschaftsdelikte, Finanzbetrug oder unter dem Sammelbegriff „Streit schüren und Ärger provozieren“.
China steht vor vielen Herausforderungen im In- und Ausland. Das Land versucht, den Grundsatz der Nichteinmischung und der staatlichen Souveränität im russisch-ukrainischen Krieg zu wahren und gleichzeitig Russland zu unterstützen, ohne als offizieller Verbündeter zu gelten. Das Verhältnis der USA zu China blieb auch 2025 kompliziert. Zusammen mit dem Niedergang des Immobiliensektors des Landes und den Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie haben diese Herausforderungen zu Chinas verlangsamtem Wirtschaftswachstum beigetragen.
|
Weltanschauungen |
Anhänger |
% |
|
Christen |
96.700.000 |
6,8 |
|
Muslime |
28.957.345 |
2,0 |
|
Hindus |
20.384 |
< 0,1 |
|
Buddhisten |
232.371.177 |
16,3 |
|
Anhänger ethnischer Religionen |
74.178.991 |
5,2 |
|
Juden |
3.058 |
< 0,1 |
|
Bahai |
6.829 |
< 0,1 |
|
Atheisten |
95.424.093 |
6,7 |
|
Agnostiker |
463.099.413 |
32,5 |
|
Andere |
433.626.632 |
30,4 |
Quelle: World Christian Database (teilweise nach Schätzungen von Open Doors angepasst)
Christliche Konvertiten muslimischer und buddhistischer Herkunft, die zu einer ethnischen Minderheit gehören, erfahren in China die wohl stärksten Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit, da diese von ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld ausgehen. Brennpunkte dafür sind Xinjiang, Tibet und die westchinesischen Provinzen Sichuan und Yunnan, aber auch Qinghai und Ningxia (wo der größte Teil der muslimischen Minderheiten angesiedelt ist). Im Westen Sichuans leben viele Tibeter, und auch in Guizhou und Yunnan sind viele ethnische Minderheiten beheimatet. In Yunnan zum Beispiel lebt auch die muslimische Minderheit der Hui.
Außerdem können die Provinzen Henan, Zhejiang, Anhui und Jiangxi als regionale Brennpunkte der Verfolgung angesehen werden, da dort viele protestantische Christen leben; genauso Hebei, wo eine große Anzahl katholischer Christen lebt. Gleichwohl sehen sich Christen und christliche Kirchen überall im Land mit Restriktionen und Überwachung konfrontiert. Aus allen Provinzen wird davon berichtet.
Für die KPCh gelten Christen als Bedrohung, da sie die größte gesellschaftliche, unabhängige Gruppe darstellen, deren vollständige Kontrolle dem Staat nicht gelungen ist. Gemäß der Regeln der KPCh werden alle Mitglieder, die selbst nach einer „Weiterbildung zur gedanklichen Festigung“ an religiösen Überzeugungen festhalten, „aufgefordert, die Partei zu verlassen“. Muslimische und tibetische Autoritätspersonen werden manchmal von der KPCh in die Pflicht genommen, um als Parteifunktionäre zu fungieren und christliche Aktivitäten in ihren Regionen einzuschränken.
Präsident Xi Jinping hat seine Macht in einer Weise gefestigt, wie es seit Mao Zedong nicht mehr der Fall war. Unter Xi ist die KPCh geradezu militant in ihren Bemühungen geworden, die Kontrolle zu behalten. Die Regierungsbehörden haben genau untersucht, was in anderen Ländern zum Niedergang des Kommunismus geführt hat, und ein Faktor, um den Niedergang zu verhindern, ist die Kontrolle gesellschaftlicher Gruppen wie der Christen. Diese gelten immer noch als fremdartiger Einfluss, der mit ausländischen und vorwiegend westlichen Kräften in Verbindung steht. Die Partei übt Druck auf ihre Beamten aus, damit sie ihre Politik umsetzen, und bietet ihnen dafür Anreize.
Ausländische Christen haben mehr Freiheiten als andere von Verfolgung betroffene Christen, sie werden aber bei ihren Kontakten mit den einheimischen chinesischen Kirchen überwacht und eingeschränkt. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen, vor allem die von Christen aus dem Westen. Die chinesischen Behörden gehen hart gegen ausländische christliche Missionare vor, insbesondere gegen jene aus Südkorea, aber auch gegen Missionare aus den USA, Taiwan und Hongkong.
Kirchen, die zur TSPM oder CPA gehören, stehen unter staatlicher Kontrolle. Auch wenn es generell keine unmittelbare Zensur gibt, äußern sich ihre Leiter nur sehr vorsichtig. Die Wahl der Führungspersönlichkeiten erfolgt unter staatlichem Einfluss, und sie übernehmen die kommunistischen ideologischen Anforderungen. TSPM und CPA haben jeweils einen Fünfjahresplan über Maßnahmen zur Sinisierung ihrer Kirchen veröffentlicht.
Konvertiten haben entweder eine muslimische oder buddhistische (tibetische) Herkunft. Sie leben oft in Regionen, wo ethnische Minderheiten beheimatet sind und die Lage instabil ist, und sind dem Druck der Regierung sowie des sozialen Umfelds ausgesetzt. Die Regierung schränkt jede Versammlung ein, die sie für politisch oder gefährlich hält. Familie, Freunde und soziales Umfeld setzen die christlichen Konvertiten unter Druck, zum „wahren Glauben“ zurückzukehren, da dieser ein wichtiger verbindender Faktor für die ethnischen Gruppen ist – gerade angesichts des „Gesetzes zur ethnischen Einheit“, das von den kommunistischen Behörden durchgesetzt wird.
Anders als noch vor einigen Jahren, als Gemeinden sich mit Hunderten von Mitgliedern trafen, in einigen Provinzen sogar offen in Bürogebäuden, sind die meisten Hauskirchen jetzt zu Treffen in Privathäusern zurückgekehrt. Diese Christen der protestantischen Freikirchen sind gravierend von der intensivierten Kontrolle und der Sinisierung betroffen.
Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.
Der Zugang zu christlichen Online-Inhalten wird von der Regierung streng überwacht, wenn nicht sogar blockiert. So wurden zum Beispiel religiöse Bücher beim Hörbuch-Dienst „Audible“ von Amazon verboten, sowie auch Bibel- und Koran-Apps beim „App Store“ von Apple. „Es wird bewusst darauf abgezielt, das Herunterladen von christlichem Material über das Internet zu unterbinden“, so fasst ein Experte für das Land zusammen. Die beginnende Einführung einer (bisher noch freiwilligen) zentralisierten virtuellen ID im Jahr 2025 verschärft die Zugangskontrolle zu Websites und sozialen Medien zusätzlich. Christliche Konvertiten mit muslimischem oder buddhistischem Hintergrund halten ihren Glauben meist geheim, da sie sonst mit Drohungen oder ihrer Verhaftung durch die örtlichen Behörden rechnen müssen. Partei- und Militärangehörige, die den christlichen Glauben annehmen, tendieren ebenfalls dazu, ihren Glauben geheim zu halten. Hunderte von Christen wurden im vergangenen Jahr in unterschiedlichem Ausmaß inhaftiert oder unter Hausarrest gestellt. Einige waren auch von „Residential Suveillance at a Designated Location“ betroffen, eine Art der Inhaftierung, bei der die betroffene Person an einem bestimmten Ort (beispielsweise Hotelzimmer) festgehalten wird, diesen nicht verlassen und nur nach Genehmigung mit der Außenwelt kommunizieren darf. Diese Art der Inhaftierung gilt als Verschwindenlassen von „unliebsamen“ Personen für eine gewisse Zeit.
Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen untersagt. Die Partei warnt davor, dass religiöse Aktivitäten als illegales Verhalten angesehen werden, was dazu führen kann, dass Kinder verwirrt und manchmal wütend auf ihre christlichen Eltern sind. Schüler können auch unter Druck gesetzt werden, die Religion ihrer Eltern preiszugeben. In einigen Gebieten wurde Kindern von christlichen Konvertiten gedroht, dass sie ihren Abschluss nicht machen dürfen oder nicht zum Studium zugelassen werden. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2024 wurde ein Dokument veröffentlicht, in dem die Hochschulpolitik des chinesischen Bildungsministeriums dargelegt und in dem detailliert beschrieben wird, wie sichergestellt werden soll, dass „Schulen den Grundsatz der Trennung von Bildung und Religion einhalten und keine Organisation oder Einzelperson in Schulen religiöse Aktivitäten durchführen darf“.
Überwachung (z. B. durch Videoüberwachung, Nachbarschaftskomitees und Sicherheitskräfte) ist weit verbreitet. Christen in Schlüsselpositionen und mit einem großen Einfluss innerhalb der christlichen Gemeinschaft stehen unter besonderer Beobachtung; Berichten zufolge kann es jedoch ausreichen, ein aktiver (lokaler) Kirchenleiter zu sein, um auf dem Schirm der Behörden zu erscheinen und ständig beobachtet zu werden. Die KPCh unterhält ein Belohnungssystem, um das Sicherheitspersonal zu ermutigen, alle Unregelmäßigkeiten zu melden. Ein System zur Überwachung von Nachbarschaftsvierteln ist das engmaschige „Grid Management“, das vor einigen Jahren eingeführt wurde, bisher aber noch nicht flächendeckend umgesetzt wird. Leiter von Kirchen und Gemeinden werden häufig zu Verhören auf örtliche Polizeistationen vorgeladen, so auch im Fall der Tochtergemeinden der Early Rain Covenant Church in Chengdu. Diskriminierung im Erwerbsleben tritt gerade im öffentlichen Sektor häufig auf (z. B. werden Anhänger einer Religion von solchen Behördenpositionen ausgeschlossen, die eine Parteimitgliedschaft erfordern). In seltenen Fällen setzt die Regierung private Arbeitgeber unter Druck, Verträge mit Anhängern einer Religion zu kündigen. Christliche Konvertiten muslimischer oder buddhistischer Herkunft werden von ihrer Familie und ihrem sozialen Umfeld benachteiligt und unter Druck gesetzt, zu ihrem früheren Glauben zurückzukehren; oftmals so lange, bis sie nachgeben. Konvertiten, die vom Islam oder tibetischen Buddhismus zum christlichen Glauben konvertiert sind, können zur Teilnahme an religiösen Zeremonien gezwungen werden, und Christen jeglicher Herkunft können je nach Familie zur Teilnahme an Ritualen der Ahnenverehrung gezwungen werden.
Die chinesische Verfassung gewährt in der Theorie Religionsfreiheit, schützt jedoch nur „normale“ religiöse Aktivität. Dabei ist es dem Staat überlassen zu definieren, was als „normale“ religiöse Aktivität gesehen werden kann. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2026 gab es eine Fülle von Verfahren gegen Christen, unter anderem wegen „illegaler Geschäfte“ oder „Betrugs“ – was zu einer neuen Standardanklage geworden ist.
Es gibt viele Möglichkeiten, religiöse Minderheiten zu diskriminieren: die Verweigerung von Genehmigungen, die Durchführung von Finanzermittlungen, angeblich zur Aufdeckung ausländischer Verbindungen, oder die Schließung von Kirchen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Bau- oder Brandschutzvorschriften. Ein Länderexperte kommentiert: „Die Pastoren der TSPM-Kirchen müssen ‚sozialistische Grundwerte‘ und ‚Patriotismus‘ predigen. Wenn sie sich weigerten, würden sie ihren Arbeitsplatz verlieren oder aus der TSPM austreten müssen.“ In Artikel 39 der oben erwähnten Vorschriften von 2023 wird gefordert, dass „Predigten die sozialistischen Grundwerte widerspiegeln sollten“. Christen, die von staatlichen Hilfen abhängig sind (z. B. ältere Menschen), werden manchmal von örtlichen Parteifunktionären unter Druck gesetzt, sich zwischen ihrem Glauben und Hilfsleistungen zu entscheiden. Christliche Jugendliche, die sich für den öffentlichen Dienst bewerben, haben keine Chance, wenn ihr Glaube bekannt ist.
Die Aktivitäten von Kirchen werden nicht nur durch Agenten überwacht, sondern auch durch Überwachungskameras, die die Kanzel, die Gemeinde und das Kirchengelände unter Beobachtung halten. Predigten in den Sonntagsgottesdiensten der anerkannten Kirchen müssen in einigen Regionen des Landes vorab genehmigt werden. Infolge der Überwachung durch Kameras und Spione nimmt die Selbstzensur zu.
Für religiöse Einrichtungen wurden im Jahr 2021 und 2023 Verordnungen veröffentlicht. Sie ordnen Kurse in ideologischer und politischer Theorie an, insbesondere zu Xi Jinpings Gedankengut. Auch wurde eine Verordnung über Kleriker beziehungsweise Pastoren eingeführt. Darin heißt es, dass Kleriker das Vaterland lieben und die Führung der KPCh sowie die Sinisierung der Kirchen unterstützen sollen. Im Rahmen der „patriotischen Erziehung“, die ab dem 1. Januar 2024 eingeführt wurde, nehmen Geistliche nicht nur an Kursen teil, sondern werden auch auf sogenannte „rote Touren“ mitgenommen, bei denen sie wichtige Stätten der KPCh-Geschichte besuchen. Die Zahl der Berichte über solche Touren und verpflichtende Ideologie-Kurse nimmt zu und stammt aus Städten und Provinzen wie Peking, Fujian, Guangdong, Liaoning, Shandong und Shanghai. Gemäß den neuen Regeln über das „Online-Verhalten von Geistlichen“, die am 15. September 2025 veröffentlicht wurden, müssen Geistliche nicht nur „die Führung der Kommunistischen Partei Chinas unterstützen, das sozialistische System aufrechterhalten“ und „sozialistische Kernwerte vertreten“, sondern dürfen auch auf inoffiziellen Kanälen wie ihren privaten Profilen in den sozialen Medien nichts Religiöses sagen.
Die Überwachung nicht registrierter Kirchen hat zugenommen; immer häufiger wird davon berichtet, dass sie sich Schikanen und Behinderungen ausgesetzt sehen, sobald ihre Aktivitäten entdeckt werden. Die meisten nicht registrierten Kirchen waren gezwungen, kleine Gruppen zu bilden und sich an verschiedenen Orten zu versammeln, um nicht entdeckt zu werden. Es gibt keine Möglichkeit, Unzufriedenheit mit der Religionspolitik zu äußern. Abweichende Stimmen sind nicht erlaubt und werden unterdrückt und zensiert.
|
Jahr |
Platzierung |
Punktzahl |
|
2026 |
17 |
79 |
|
2025 |
15 |
78 |
|
2024 |
19 |
78 |
|
2023 |
16 |
77 |
|
2022 |
17 |
76 |
Die Tabelle zeigt die Wertungen und Platzierungen auf dem Weltverfolgungsindex der vergangenen fünf Jahre, sofern das Land mehr als 41 Punkte erreicht hat und damit ein hohes Ausmaß an Verfolgung vorliegt.
Nach einem Anstieg um 0,3 Punkte im Weltverfolgungsindex 2025 stieg die Gesamtwertung für China im Weltverfolgungsindex 2026 um einen weiteren Punkt. Der Hauptgrund waren neue Vorschriften. Diese bauen auf einer Reihe von Regeln seit 2018 auf und werden jetzt streng und einheitlich umgesetzt. Dadurch ist die Wertung für den Bereich Leben im Staat gestiegen. Es wird für Christen immer schwieriger, sich der offiziellen kommunistischen Ideologie zu verweigern. Das liegt vor allem an den vielen neuen politischen Richtlinien, die Kirchen betreffen. Es mehren sich Berichte darüber, wie die ideologischen Schulungen zur Geschichte und Lehre der KPCh direkt auf die staatlich genehmigten Kirchen einwirken. Alle Religionsvorschriften setzen Kirchen stark unter Druck – egal ob sie staatlich anerkannt sind oder nicht. Die neuesten Regeln betreffen Online-Aktivitäten von Ausländern sowie private Online-Aktivitäten von Geistlichen, besonders in sozialen Medien. Weitere rechtliche Einschränkungen wurden angekündigt und treten 2026 in Kraft. Die Punktzahl für Gewalt blieb gleich wie im Weltverfolgungsindex 2025. Viele Kirchen treffen sich weiterhin in kleinen Gruppen oder nur noch online. Doch neue Einschränkungen machen auch das schwieriger. Eine Reihe von Razzien bei Hauskirchen und Verhaftungen von Kirchenleitern geschahen 2025 nach dem Ende des Berichtszeitraums zum Weltverfolgungsindex 2026. Sie sind deshalb noch nicht in die aktuelle Wertung Chinas eingeflossen.
Frauen leiten häufig Kirchen, insbesondere Hauskirchen, und sind daher dem Risiko der Inhaftierung genauso ausgesetzt wie Männer. Im Allgemeinen sind christliche Konvertitinnen mit muslimischem und buddhistischem Hintergrund dem größten Druck ausgesetzt. In einigen Fällen werden ihre Ehemänner unter Druck gesetzt, sich von ihnen scheiden zu lassen, weil sie als Verräterinnen an ihrer ethnischen Gruppe angesehen werden. Chinas (inzwischen aufgehobene) Ein-Kind-Politik ist dafür berüchtigt, dass sie ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern schafft. Die Folgen dieser Politik stehen in einer Wechselwirkung mit der Verwundbarkeit von christlichen Gemeinden und Christinnen in den Nachbarländern. Christinnen aus Nachbarländern, die in China in die Fänge des Menschenhandels geraten sind, werden mitunter als Bräute verkauft.
Obwohl sie einem ähnlichen Druck ausgesetzt sind wie Frauen, sind Männer und Jungen stärker gefährdet, körperlich misshandelt zu werden, z. B. von Polizeibeamten geschlagen zu werden. Männliche christliche Leiter werden von der Regierung besonders überwacht. Katholische Priester und führende Hauskirchenleiter wurden entführt – diesen Männern drohen körperliche Misshandlung oder sogar Prügel durch Polizeibeamte. Viele Männer erleiden Traumata während der Haft. Diejenigen, die längere Zeit inhaftiert sind, sind nicht in der Lage, ihre Familien finanziell zu versorgen. Aufgrund dieses Drucks entscheiden sich manche Kirchen- und Gemeindeleiter auszuwandern.
Muslimische, buddhistische, taoistische und jüdische Gotteshäuser wurden ebenfalls geschlossen.
Muslime, Buddhisten und Anhänger von Falun Gong berichten über schwere soziale Diskriminierung in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Wirtschaft. Tibetische Buddhisten stehen unter dem Gesetz zur ethnischen Einheit unter verstärktem Druck – besonders groß war der Druck 2025 rund um den 90. Geburtstag des Dalai Lama.
Muslime in Xinjiang leiden unter schweren Menschenrechtsverletzungen. Bis zu einer Million von ihnen werden in Umerziehungslagern festgehalten, die von der Regierung als „notwendig im Kampf gegen den radikalen Islam“ bezeichnet werden. Ein Bericht des UNHCR dokumentierte diese Gräueltaten, aber China übte Druck auf das Amt des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) aus, den Bericht nicht zu veröffentlichen. Einzelheiten zu den Lagern wurden in Berichten wie den „China Leaks“ enthüllt, und Satellitenbilder zeigen ihr Ausmaß.