Komoren

Weltverfolgungsindex
2018
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Karte Komoren

Land unter Beobachtung

Komoren

 

Komoren

 

Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Laut Verfassung muss die gesamte öffentliche Politik auf islamischen Glaubensgrundsätzen basieren. Es gibt einige Rechtsvorschriften zur Religionsfreiheit, aber diese sind eher für Ausländer gedacht als für einheimische Christen. Nach einem Verfassungsreferendum 2009 ist deutlich geworden, dass die Einwohner zunehmend eine radikalere Interpretation des Islam befürworten, besonders auf den Inseln Anjouan und Moheli. Die wachsende Offenheit gegenüber einem radikalen Islam innerhalb der Bevölkerung, bei Regierungsbeamten, Religionsführern und besonders bei der muslimischen Jugend lässt die Angst unter den Christen wachsen.

Diktatorische Paranoia

Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1975 haben die Komoren mindestens 12 Putsche oder Putschversuche erlebt. Entsprechend gibt es eine Geschichte der Gewalt, die das Land hoffnungslos verarmt zurückgelassen hat, zeitweise befand es sich sogar am Rand des Zerfalls. Aufgrund dieser Vergangenheit sind die Regierungsbeamten ständig äußerst misstrauisch. Nach friedlichen Wahlen und dem Regierungswechsel im Februar-Mai 2016 könnte man meinen, das Land sei zu einer wirklichen Demokratie geworden, doch wäre dies eine falsche Einschätzung. Die Lenker des Landes sind noch immer für die Unterdrückung der Versammlungs-, Religions- und Meinungsfreiheit bekannt – und besonders gilt dies für Einschränkungen der Freiheit von Christen in allen Lebensbereichen.

 

Verfolger

In diesem Land gibt es viele verschiedene Verfolger. In erster Linie gehören dazu muslimische religiöse Leiter. Regelmäßig lehren sie christenfeindliche Ansichten in Moscheen und Medressen (islamischen Schulen). Die Regierungsbeamten haben ihren Teil der Verantwortung, da sie Eltern dazu verpflichten, ihre Kinder auf Medressen zu schicken. Sie untersagen den Christen auch, sich an öffentlichen Diskussionen über Religion zu beteiligen oder öffentlich zu predigen. Familienmitglieder und Dorfbewohner diskriminieren und tyrannisieren Menschen, bei denen sie eine Abwendung vom Islam hin zu Jesus Christus vermuten. Generell wird den Christen ein Versammlungsort für den Gottesdienst verwehrt. Eine ultrakonservative Gruppe von islamischen Gelehrten, die Djaulas (von denen viele in Pakistan ausgebildet wurden), drängt das Land zu einer strengeren Sicht der Scharia-Gesetzgebung und sind gegenüber Christen feindlich eingestellt.

 

Betroffene Kategorien von Christen

In den Komoren sind alle Christen von Verfolgung betroffen, jedoch kann sich Art und Ausmaß der Verfolgung unterscheiden. Von Christen wird erwartet, dass sie nicht öffentlich über ihren Glauben reden. In manchen Landesteilen schüchtern extremistische Gruppen die Christen durch Gewalt ein. Generell ist Gewalt im Land nicht sehr verbreitet, doch mag sich dies in Zukunft ändern. Am stärksten sind ehemalige Muslime, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben, von Verfolgung betroffen. Missionieren ist jeder Religion außer dem Islam verboten und wer seinen Glauben wechselt, kann strafrechtlich verfolgt werden. Ehemalige Muslime erleben die größten Schwierigkeiten durch Familie, Ortsvorsteher und Regierungsbeamte. Sie werden unter Druck gesetzt, ihren Glauben nicht zu praktizieren, sodass ihnen nichts anderes übrigbleibt, als ihren Glauben im Verborgenen zu leben.

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