Länderprofil Sudan

Sudan

4
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Sudan
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
5
ISO
SD
Karte Sudan
Karte Sudan
Christen
2,00
Bevölkerung
42.17
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Privatleben: 14.200
Familienleben: 14.500
Gesellschaftliches Leben: 14.300
Leben im Staat: 15.600
Kirchliches Leben: 16.000
Auftreten von Gewalt: 12.000
Länderprofil Sudan

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

87 Punkte / Platz 4 (WVI 2017: 87 Punkte / Platz 5)

Von wem Verfolgung ausgeht

Die Verfolgung geht von der Regierung sowie extremistischen Muslimen aus, wird systematisch durchgeführt und erinnert an eine Politik der ethnischen Säuberung. Unter der autoritären Herrschaft von Präsident al-Bashir und seiner Partei gibt es im Sudan keine Rechtsstaatlichkeit. Die Presse- und Mediengesetze sind restriktiv, und die Meinungsfreiheit wurde stark eingeschränkt. Historisch betrachtet ist der Islam tief in der sudanesischen Gesellschaft verankert, und die Regierung setzt die Politik einer einzigen Religion, einer einzigen Kultur und einer einzigen Sprache strikt um. Seit der Südsudan 2011 seine Unabhängigkeit erklärte, sind tausende Christen in den Südsudan gezogen.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Der Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex (WVI) 2018 war für die Christen in vielerlei Hinsicht eine harte Zeit: Sie war hart, weil Christen ihre Kirchengebäude verloren, in denen sie sich jahrelang versammelt und Gott angebetet hatten. Sie war hart, weil die Regierung viele christliche Leiter verhaftete oder einschüchterte. Mindestens einmal übte die Regierung enormen Druck auf ein von der Kirche gewähltes Komitee aus, die Leitung an ein Komitee zu übergeben, das von der Regierung „unterstützt“ wird.

Das ethnisch-kulturelle Profil des Sudan ist kompliziert: Araber stehen ethnischen Afrikanern und Muslime Christen gegenüber. Die Abspaltung des Südsudan im Jahr 2011 hat diese Probleme nicht gelöst. Dies gilt besonders für die ethnischen Afrikaner, denn viele von ihnen sind Christen und leben noch immer im Sudan. Alle christlichen Gemeinschaften im Sudan haben Angst davor, Gespräche über ihren Glauben mit sudanesischen Muslimen zu führen, da dies als „Ermutigung zum Glaubensabfall vom Islam“ ausgelegt werden könnte. Das Ausmaß der Verfolgung, mit der Christen muslimischer Herkunft und ethnische Afrikaner konfrontiert sind, ist enorm. Es gab Verhaftungen unter dem Vorwurf der Spionage; viele Kirchengebäude wurden zerstört und weitere stehen auf einer offiziellen Liste von Kirchen, die abgerissen werden sollen; viele Christen werden willkürlich in Gebieten wie den Nuba-Bergen angegriffen, wo es einen andauernden Konflikt zwischen Streitkräften der Regierung und Rebellengruppen gibt.

Um nicht entdeckt zu werden, wagen es Christen muslimischer Herkunft oft nicht, ihre Kinder als Christen zu erziehen, weil es die Aufmerksamkeit der Regierung und der kommunalen Behörden erregen könnte, wenn Kinder versehentlich den Glauben ihrer Eltern offenbaren. Diese Befürchtung erstreckt sich sogar auf Beerdigungen, bei denen verstorbene Christen mit muslimischem Hintergrund oft nach islamischen Riten auf muslimischen Friedhöfen begraben werden, obwohl christliche und muslimische Friedhöfe getrennt sind.

Beispiele

  • Die Regierung ließ über 20 Kirchengebäude schließen.
  • Christen mit muslimischem Hintergrund sind besonders gefährdet, da das Gesetz den Wechsel vom Islam zu einer anderen Religion offiziell unter Todesstrafe stellt. Sie verzichten in der Regel darauf, christliches Material zu besitzen oder auf christliches Fernsehen oder Internet zuzugreifen, denn wenn dies entdeckt wird, könnte es von Familienangehörigen oder Beamten als Beweismittel gegen sie verwendet werden.
  • Kinder aus christlichen Familien werden wegen des Glaubens ihrer Eltern oft in der Schule oder auf Spielplätzen belästigt.
  • Es gibt offensichtlich ein extremes Ausmaß an Gewalt gegen Christen. Obwohl es schwierig war, genaue Angaben über die Zahl der getöteten Christen zu erhalten, ist klar, dass Christen in der Region der Nuba-Berge willkürlich von staatlichen Sicherheitskräften angegriffen werden. Im Berichtszeitraum zum WVI 2018 wurden mindestens drei Christen ermordet. Pastoren werden strafrechtlich verfolgt, weil sie sich gegen die Verfolgung im Land ausgesprochen haben.

Beiträge zu dem Sudan

Nachrichten Nachrichten
Christlicher Gottesdienst im Sudan
Sudan
Sudanesische Sicherheitsbeamte haben am 13. Oktober 13 Christen in der Region Darfur verhaftet. Eine Kirche in Omdurman wurde unterdessen aufgefordert, die Eigentumsrechte für ihr Gebäude an die Regierung abzutreten.
Nachrichten Nachrichten
Kirchengebäude im Sudan (Quelle:World Watch Monitor)
Sudan
Die Regierung des Sudan hat zwei Jahre nach ihrer Beschlagnahmung 19 Kirchengebäude an die Sudanesische Kirche Christi zurückgegeben. Damit folgt sie der Anordnung eines Gerichts, das im August mit seinem Urteil für große Überraschung gesorgt hatte.
Nachrichten Nachrichten
Christen aus dem Sudan
Sudan
Christen im Sudan werden massiv unter Druck gesetzt. Im Fokus steht derzeit die Bahri Evangelical Church in Omdurman. In der kommenden Woche findet ein Prozess gegen 36 Kirchenmitglieder statt, Gegen vier weitere wurden neue Anklagen erhoben.
Länderberichte
Sudan

Sudan: Hoffnung in den Nuba Bergen

02:13 Minuten
Sudan

Im November 2016 beteten beim weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen Tausende Gemeinden für die...

Anschauen

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Der Sudan ist zu einem Land geworden, in dem Christen als Einzelpersonen und kollektiv mit gravierenden Einschränkungen konfrontiert sind. Im Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex (WVI) 2018, in dem der Sudan mit 87 Punkten bewertet wurde, hat die Regierung den Abriss von Kirchengebäuden und die Verhaftung von Christen forciert. Dies ist ein Ergebnis davon, dass nun vollumfänglich die Scharia umgesetzt wird, was Präsident al-Bashir nach der Abspaltung des Südsudan angekündigt hatte. Die islamistische und diktatorische Regierung hat auch ihre Politik fortgesetzt, Christen in den Nuba-Bergen zu verfolgen. Christliche Pastoren wurden verhaftet und vor Gericht gestellt, aber später auf intensiven Druck der internationalen Gemeinschaft hin wieder freigelassen. Mindestens drei Christen wurden getötet.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Diese Triebkraft der Verfolgung speist sich aus der Ideologie der Muslimbruderschaft, die der Gründer der jetzigen Regierungspartei, Hassan al-Turabi, vertrat, welcher dem sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir half, während eines unblutigen Staatsstreichs 1989 seine Macht zu festigen. Die sudanesische Regierung bemüht sich nicht nur um die Bildung eines islamischen Staates auf Kosten anderer religiöser Gruppen im Land, sondern steht auch im Verdacht, in den vergangenen drei Jahrzehnten islamische Extremisten unterstützt zu haben. Die USA haben den Sudan am 12. August 1993 zum ersten Mal als einen Staat bezeichnet, der den Terrorismus fördere, weil er wissentlich lokale und internationale Terroristen beherberge und zulasse, dass das Land als Durchgangsstation für Terroristen und Waffen genutzt werde. Historisch ist der Islam – einschließlich extremistischer Ausprägungen – in der sudanesischen Gesellschaft tief verwurzelt. Ein Beispiel dafür ist die Mahdi-Bewegung des 19. Jahrhunderts. Auch bot das Land Osama bin Laden Zuflucht, bevor er nach Afghanistan zog. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gehört dem sunnitischen Islam an. Die Scharia ist die Grundlage des sudanesischen Rechtssystems, und die Elite des Sudan hat sich zum Ziel gesetzt, ein islamisches Regime im Land zu etablieren. Apostasie (der Abfall vom Islam) wurde zum Verbrechen erklärt und mit der Todesstrafe belegt. Die Blasphemie-Gesetze werden landesweit angewandt, um Christen strafrechtlich zu verfolgen.

Diktatorische Paranoia

Der Sudan wird seit dem Staatsstreich al-Bashirs im Jahr 1989 von einem autoritären Regime regiert. Der Einfluss, den die Regierung sowohl auf das Privatleben als auch auf das öffentliche Leben hat, ist enorm. Außerdem kämpft das Land gegen tief verwurzelte Probleme: Die Darfur-Krise dauert weiter an und auch im Konflikt mit der aufständischen Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung des Nordens (SPLM-N) scheint es keine dauerhafte Lösung zu geben, auch wenn Waffenstillstandsabkommen geschlossen werden konnten. Manche vermuten, dass die Abkommen aufgrund der Sanktionen seitens der US-Regierung getroffen wurden und die sudanesische Regierung in der Hoffnung nachgab, dass die Sanktionen gelockert werden könnten. Jedes Mal, wenn sich die Regierung größeren sozioökonomischen und politischen Problemen gegenübersieht, gelingt es al-Bashir, durch Brandreden gegen den Westen Unterstützung in der Bevölkerung zu mobilisieren. Dies wiederum hat negative Auswirkungen auf die Christen im Land, da diese generell als „Spione des Westens“ angesehen werden.

Obwohl die meisten Sudanesen sunnitische Muslime sind, pflegt die Regierung eine enge Verbindung zum schiitischen Iran. Es scheint eine Symbiose zwischen der Diktatorischen Paranoia und der Islamischen Unterdrückung zu geben. Die führenden Köpfe des Regimes gelten durchweg als extremistische Muslime, die in der regierenden Nationalen Kongresspartei (NCP) ein Mittel sehen, ihre islamische Agenda voranzubringen. Daraus lässt sich schließen, dass die Regierung bei der Verfolgung von Christen nicht nur von totalitären Tendenzen, sondern auch von einer islamistischen Gesinnung angetrieben wird. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde zunehmend die Bereitschaft des amtierenden Präsidenten offenbar, in opportunistischer Weise Überzeugungen und Versprechen preiszugeben, um an der Macht zu bleiben. Beinahe alle seine Entscheidungen – sei es in Bezug auf die Unterstützung terroristischer Gruppen und bewaffneter Milizen oder die Unterdrückung jeder Form von Widerspruch – beruhen hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, auf dem Wunsch, um jeden Preis an der Macht zu bleiben. Erwähnenswert ist auch, dass der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) Präsident Omar al-Bashir für das, was unter seiner Führung im Sudan geschehen ist, wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes angeklagt hat – doch sein Bestreben, um jeden Preis an der Macht zu bleiben, ist nach wie vor groß.

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Die sudanesische Regierung setzt alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ein, um ihren langfristigen Machterhalt sicherzustellen. Durch gezielte Bemühungen werden lokale Stammesmilizen (einschließlich, aber nicht ausschließlich arabische Milizen), die als Dschandschawid bekannt sind, mobilisiert und ausgerüstet. Diese Gruppen werden instrumentalisiert, um auf Kosten anderer religiöser Gruppen auf einen islamischen Staat hinzuarbeiten. Mehrere Berichte verschiedener Menschenrechtsorganisationen beschuldigen diese Milizen, in Zusammenarbeit mit der Regierung schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gegenüber der nicht-arabischen Bevölkerung des Sudan begangen zu haben. Christen gehören zu diesen Minderheiten, die Opfer solcher organisierten Verbrechen sind.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Die sudanesische Bevölkerung besteht aus etwa 19 verschiedenen ethnischen Gruppen und fast 600 Untergruppen. Die meisten Bewohner der südlichen Landesteile sind ethnisch afrikanischer Herkunft, und Araber leben überwiegend in den nördlichen Landesteilen. Religion hat für die sudanesische Bevölkerung große Bedeutung. Die meisten Einwohner bekennen sich zu einer bestimmten Religion – hauptsächlich dem Islam oder dem christlichen Glauben, doch auch indigene Religionen bestehen fort. Seit vielen Jahren versuchen Araber aus dem Norden, nicht nur den Islam, sondern auch eine spezifische, besonders angesehene kulturelle und ethnische Identität als Araber zu verbreiten. Dies führte zu einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg und war letztlich für die Unabhängigkeit des Südsudan verantwortlich.

3. Verfolger

Verfolger sind im Sudan Regierungsbeamte, von der Regierung unterstützte Gruppierungen und die Unterstützer jener islamischen Ideologie, welche sich weigert, einen Glaubenswechsel zu akzeptieren und den Christen im Land einen Platz einzuräumen. Imame schüren in Moscheen und Medressen eine antichristliche Stimmung. Wahhabiten und Befürworter der Scharia als der Grundlage, um alle Bereiche des Lebens im Sudan zu regeln, engen den Spielraum für ein christliches Leben immer mehr ein. Staatliche Sicherheitskräfte verhaften, belästigen und bedrohen Christen und zerstören Kirchengebäude. Im ganzen Land organisieren sich gewalttätige religiöse Gruppen in Milizen, töten Christen und zerstören ihr Eigentum. Was in dieser Hinsicht noch beunruhigender ist, ist die mutmaßliche Verbindung zwischen der Regierung und diesen gewalttätigen religiösen Gruppen. Regierungsbeamte zwingen christliche Kinder, am Sonntag in die Schule zu gehen. Verfolgung kann in verschiedenen Teilen des Landes auch von Stammesführern ausgehen, die von der Regierung gestützt werden. Die regierende Nationale Kongresspartei (die 1996 gegründet wurde und welcher der Staatspräsident vorsteht) hat auch die Umsetzung der Scharia im Land vorangetrieben. Schließlich sind insbesondere Christen muslimischer Herkunft mit schwerer Verfolgung durch Familie, Verwandte und die Gesellschaft konfrontiert.

4. Hintergrund

Umgeben von Ägypten, Libyen, dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Äthiopien, Eritrea sowie dem Roten Meer, befand sich der Sudan stets im Brennpunkt aufgrund der Kriege und Konflikte, von denen er seit Jahrzehnten umringt ist. Der gegenwärtige Bürgerkrieg im Südsudan lenkt die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von den Verbrechen der Al-Bashir-Regierung ab. Während sich al-Bashir als Friedensstifter im Konflikt im Südsudan darstellt, beliefert er tatsächlich beide Seiten mit Waffen.

Die Christenverfolgung im Sudan ist nicht bloß als Verletzung der Religionsfreiheit zu verstehen. Die Verfolgung ist systematisch und erinnert an eine Politik der ethnischen Säuberung. Die Verfolgung stellt nicht nur eine Sammlung isolierter Einzelfälle dar, sondern zeigt ein Muster. Der Islam ist historisch tief in der Gesellschaft des Sudan verwurzelt, und obwohl das Christentum dort schon Jahrhunderte vor dem Islam Einzug gehalten hatte, gilt es paradoxerweise als der sudanesischen Kultur fremd. Der Sudan ist eines der wenigen afrikanischen Länder, das seit der Einführung des WVI für rein interne Zwecke im Jahr 1993 konstant auf dem Index vertreten ist. Meist befand sich der Sudan dabei unter den ersten zehn oder zwanzig Ländern, was mit Bewertungen durch andere Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, übereinstimmt. Zudem gibt es seit Jahrzehnten keine Rechtsstaatlichkeit im Sudan; Presse- und Mediengesetze wurden verschärft und Meinungs- und Religionsfreiheit stark beschnitten. Und doch bewies Präsident al-Bashir mit seiner Partei bei den Wahlen im April 2015 seine Macht, indem er angeblich über 90 Prozent der Wähler bei einem erdrutschartigen Sieg für sich gewinnen konnte – obwohl Teile der Bevölkerung mit der schwachen Wirtschaftslage unzufrieden sind, die auf die fehlenden Einnahmen durch die Ölvorkommen zurückzuführen ist, welche sich nunmehr im Südsudan befinden. Der sich verschlimmernde Krieg zwischen dem Sudan, der Miliz SPLM-N und dem Südsudan eröffnet eine weitere Dimension von Problemen, mit denen die Minderheiten des Landes konfrontiert sind.

Die ethnisch-kulturelle Landschaft ist sehr vielschichtig und kompliziert: Araber stehen ethnischen Afrikanern und Muslime Christen gegenüber. Die Abspaltung des Südsudan hat diese Probleme nicht gelöst. Dies betrifft besonders die ethnischen Afrikaner, von denen eine beachtliche Zahl Christen sind und noch immer im Sudan leben. Die Regierung verfolgt streng die Politik einer einzigen Religion, einer einzigen Sprache und einer einzigen Kultur. Diese Politik wird bereits seit Jahren praktiziert und wurde von Präsident al-Bashir 2010 erneuert, als er erklärte, dass die Scharia die Hauptquelle der Verfassung sein müsse, der Islam die offizielle Religion und Arabisch die offizielle Sprache des Sudan. Somit unterdrückt al-Bashir die im Sudan verbliebenen afrikanischen Christen weiterhin hart, besonders in den Bundesstaaten Süd-Kordofan und Blauer Nil.

Die Regierung scheint die Strategie aus den 1980er- und 1990er-Jahren zu wiederholen: Damals entschied die Regierung gemäß einer erstmals 2015 erschienenen Studie, „die in den Nuba-Bergen lebenden Völker zu dezimieren, indem man ihnen den Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung und Wohnraum verwehrt.“ Die Situation verschlimmert sich noch durch die Tatsache, dass sich der Konflikt mit der Miliz SPLM-N und der Bürgerkrieg im Südsudan in der Grenzregion beider Länder zu einem großen Konflikt zusammengebraut haben. Es lässt sich mit guten Gründen vertreten, dass die Verfolgung der Christen hier einer ethnischen Säuberung gleichkommt.

Der Sudan hat vergeblich alles versucht, die Abspaltung des Südsudan zu verhindern. Und so macht sich al-Bashir Mutmaßungen zufolge nun den Konflikt zwischen den beiden größten Stämmen des Südsudan, den Nuer und den Dinka, zunutze und versorgt beide Seiten mit Waffen, in der Hoffnung, dass sich das Land so selbst schwächen wird. Genauso bedeutend ist, dass al-Bashir dem Anschein nach diesen Konflikt als Ablenkung von dem auf ihn ausgestellten Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs nutzt. Die Tatsache, dass nun zahlreiche afrikanische Staaten den Internationalen Strafgerichtshof verlassen wollen, ist für al-Bashir ein moralischer Sieg.

Die Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) erklärte in ihrem Jahresbericht 2017 den Sudan als „besonders Besorgnis erregendes Land“ und empfahl dies auch dem US-Außenministerium. Dieses hat den Sudan am 31. Oktober 2016 zum 17. Mal in Folge als „besonders Besorgnis erregendes Land“ eingestuft, weil er schwere Verletzungen der Religionsfreiheit, wie sie im amerikanischen Gesetz zum Schutz der Religionsfreiheit (IRFA) beschrieben werden, toleriert hat oder selbst daran beteiligt war. Zusammengefasst macht die zerstörerische Verbindung zwischen Islamischer Unterdrückung und Diktatorischer Paranoia den Christen das Leben unerträglich.

Religiöse Minderheiten erfahren im Sudan keinen ausreichenden Schutz. Somit sind es nicht nur Christen, die verfolgt werden. Es gibt keine genau definierten Gesetze und Verfahren zum Schutz religiöser Minderheiten. Extremistische islamische Gruppen im Land werden zu einer Bedrohung nicht nur für Nichtmuslime, sondern auch für gemäßigte sunnitische Muslime, Sufis und schiitische Muslime.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Im Sudan sind alle im WVI unterschiedenen Kategorien von Christen präsent. Sie alle sind mit Verfolgung konfrontiert. Das Ausmaß der Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft sowie ethnischen Afrikanern ist jedoch enorm. Viele von ihnen wurden unter der Anklage von Verbrechen wie Spionage inhaftiert; viele Kirchengebäude wurden zerstört und weitere sollen abgerissen werden; viele Christen werden in Gebieten wie den Nuba-Bergen willkürlich angegriffen, wo Streitkräfte der Regierung gegen Rebellengruppen kämpfen.

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Diese Christen stammen hauptsächlich aus westlichen Ländern und dem Südsudan. Sie werden gezwungen, ihre Kirchengebäude zu schließen. Einige ihrer Kirchen wurden abgerissen, anderen Kirchengemeinden wurde die Registrierung verweigert. Manche Christen wurden ohne ordentlichen Gerichtsprozess inhaftiert.

Christen aus traditionellen Kirchen

Christen aus traditionellen Kirchen wie der Koptisch-Orthodoxen und der Römisch-Katholischen Kirche erleben Verfolgung sowohl aufgrund von Islamischer Unterdrückung als auch von Diktatorischer Paranoia. Dem Plan zum Abriss von Kirchengebäuden nach zu urteilen, kann man sagen, dass die Regierung vorhat, die meisten, wenn nicht alle Kirchengebäude im Land zu schließen, einschließlich diejenigen der traditionellen Kirchen.

Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten)

Christen, die einen anderen religiösen Hintergrund haben – hauptsächlich ehemalige Muslime – erleben die stärkste Verfolgung. Sie erfahren nicht nur Verfolgung in den Bereichen des „Kirchlichen Lebens“ und des „Lebens im Staat“, sondern sind auch starker Verfolgung durch Familie und Nachbarn in den Bereichen „Gesellschaftliches Leben“, „Familienleben“ und „Privatleben“ ausgesetzt.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Einheimische Christen, die evangelikalen oder Pfingstgemeinden angehören, erleben Verfolgung durch Islamische Unterdrückung und Diktatorische Paranoia. Auch dieser Gruppe droht die Schließung ihrer Kirchengebäude im Land.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 14.200
Familienleben: 14.500
Gesellschaftliches Leben: 14.300
Leben im Staat: 15.600
Kirchliches Leben: 16.000
Auftreten von Gewalt: 12.000

Grafik: Verfolgungsmuster Sudan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterungen zum Verfolgungsmuster

  • Insgesamt hat sich der Druck auf die Christen in allen Lebensbereichen (insbesondere im Bereich „Kirchliches Leben“) erhöht. Dies hat dazu geführt, dass der durchschnittliche Druck auf die Christen im Sudan von 14,8 im WVI 2017 auf 14,9 Punkte gestiegen ist.
  • Der Druck ist am stärksten im Bereich „Kirchliches Leben“ (16,0). Die sudanesische Regierung hat in vielerlei Hinsicht massiven Druck auf die Kirche und die kirchlichen Leiter ausgeübt. Zum Beispiel wurden rechtmäßige Gemeindeleiter unter Druck gesetzt, die Leitung ihrer Gemeinde an ein von der Regierung unterstütztes Komitee zu übergeben. Einige Gemeindeleiter und ihre Familien erleben täglich Einschüchterungen.
  • Die Punktzahl für Gewalt ist auf 12,0 gesunken, gegenüber 13,3 im WVI 2017. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Christen getötet wurden als im vorangegangenen Berichtszeitraum.
  • Christen muslimischer Herkunft sind in fast allen Lebensbereichen der stärksten Verfolgung ausgesetzt.

Privatleben

Es gibt ein eindeutiges Gesetz zur Bestrafung von Christen, besonders solcher mit muslimischem Hintergrund. Artikel 126 des Strafgesetzbuches erklärt: „Jeder, der die Abwendung vom Islam propagiert oder ihn öffentlich ablehnt durch eindeutige Äußerungen oder eine Handlung, die dies deutlich erkennen lässt, begeht damit die Straftat der Apostasie.“ In der Vergangenheit kam es vor, dass Menschen, die den christlichen Glauben angenommen hatten, nur aufgrund bloßer Gespräche, die sie geführt hatten, zum Tode verurteilt wurden. Christen muslimischer Herkunft sind besonders betroffen, da das Gesetz für die Hinwendung vom Islam zu einer anderen Religion die Todesstrafe fordert. Ein Feldforscher erklärt: „Wegen des Risikos, entdeckt zu werden, und weil dies als Beweismaterial von Familien, Gesellschaft und Behörden gegen sie verwendet werden könnte, besitzen christliche Konvertiten grundsätzlich keine christlichen Materialien und vermeiden christliche Fernsehsender oder Internetseiten.“ Außerdem haben alle Christen Angst davor, mit sudanesischen Muslimen über ihren Glauben zu sprechen, da dies als „Ermutigung zum Abfall vom Islam“ verstanden werden könnte.

Familienleben

Die Christen im Land sind in diesem Lebensbereich mit verschiedenen Formen von Verfolgung konfrontiert. Der Sudan ist für Christen kein einfacher Ort, um zu heiraten. Bei einer Ehe zwischen einem muslimischen und einem christlichen Partner wird erwartet, dass der Christ zum Islam konvertiert. Während das Gesetz bis zu einem gewissen Grad zulässt, dass Nichtmuslime nicht der Anwendung des islamischen Gesetzes unterworfen werden, welches die Regierung durchsetzen will, wird in der Praxis eine christliche Hochzeit nicht so reibungslos ablaufen wie eine Hochzeit zwischen Muslimen. Die Kinder von Christen werden häufig in der Schule oder auf dem Spielplatz wegen des Glaubens ihrer Eltern belästigt. Auch im Sorge- und Erbrecht ist die Situation für Christen aufgrund ihres Glaubens sehr kompliziert. Dies ist ein weiterer Lebensbereich, in dem christliche Konvertiten die stärkste Verfolgung erfahren. Für sie ergeben sich selbst bei Begräbnissen ernsthafte Probleme. Christen muslimischer Herkunft werden oft nach islamischem Ritus auf muslimischen Friedhöfen beerdigt, obwohl christliche und muslimische Friedhöfe getrennt sind. Auch geben sie ihren christlichen Glauben häufig nicht einmal an die eigenen Kinder weiter, da dies die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Familie ziehen könnte (weil Kinder versehentlich den Glauben der Eltern offenbaren könnten).

Gesellschaftliches Leben

Über die einfachen Schikanen und Bedrohungen hinaus, denen Christen in ihrem täglichen Leben ausgesetzt sind, ist es sehr wichtig, zu unterscheiden zwischen dem, was in den Nuba-Bergen und der Region Blauer Nil vor sich geht, und dem, was in anderen Teilen des Landes, insbesondere in den Städten, geschieht. Seit Juni 2011 führt die sudanesische Regierung Bodenoffensiven und Luftangriffe gegen angebliche „Rebellen“ durch, doch die meisten Kenner der Region wissen, dass die Pläne der sudanesischen Regierung und die Milizen, die diese Angriffe durchführen, ein einziges Ziel haben, nämlich die ethnische Säuberung des Gebietes von ethnischen Minderheiten und vor allem von Christen. Tausende von Christen wurden durch Angriffe von staatlich unterstützten Gruppen getötet, und viele Tausende wurden aus keinem anderen Grund aus ihren Dörfern vertrieben als dem, dass sie einer anderen Religion angehören als die Führung des Landes.

Gesetze zur öffentlichen Ordnung beruhen weitgehend auf der strengen Auslegung des islamischen Rechts vonseiten der Regierung und gelten im Bundesstaat Khartum. Sie verbieten das Tragen „unpassender“ Kleidung sowie „Verletzungen des Ehrgefühls, des Ansehens und der öffentlichen Moral“. Die islamische Moralpolizei belästigt und verhaftet Christen, die sich nicht entsprechend den offiziellen Vorschriften kleiden. Christen werden auch bei der Vergabe öffentlicher Ämter und beim Zugang zu Gemeinschaftsressourcen diskriminiert. Außerdem werden Christen, besonders ehemalige Muslime, durch Behörden und muslimische Leiter überwacht und stehen unter enormem Druck, ihren christlichen Glauben aufzugeben.

Leben im Staat

Auf nationaler Ebene sind die Rahmenbedingungen für Christen nicht günstig. Christen werden als Bürger zweiter Klasse angesehen. Obwohl Artikel 38 der Übergangsverfassung Religionsfreiheit garantiert, ist die regierende Partei der Meinung, dass das Land den Muslimen gehört. Demzufolge sind praktisch alle Gesetze von der Scharia abgeleitet und bieten keinen Raum für die Ausübung der Religionsfreiheit. Andere Gesetze schränken die Religionsfreiheit durch zusätzliche Rückbezugsklauseln ein. Christen – besonders aus dem Südsudan und westliche Missionare – werden häufig vom staatlichen Sicherheitsdienst überwacht. Der Glaubenswechsel vom Islam zum Christentum wird nicht nur nach den geltenden Gesetzen des Landes als rechtswidrig angesehen, sondern kann auch zu Feindseligkeiten innerhalb der Familie der Konvertiten führen. Es gab Fälle, in denen solche Christen allein deshalb von Familienmitgliedern unter Hausarrest gestellt wurden, weil sie den christlichen Glauben angenommen hatten. Der Fall von Mariam Yahia Ibrahim Ishag aus dem Jahr 2014, die wegen Abfall vom Islam zum Tode verurteilt, aber später auf Druck der internationalen Gemeinschaft freigelassen wurde, ist ein gutes Beispiel dafür, wie groß das Risiko für jeden ist, der sich entschieden hat, vom Islam zum christlichen Glauben überzutreten.

Ein Feldforscher erklärt: „Weil im Land das islamische Gesetz gilt, ist es für Nichtmuslime im Vergleich zu muslimischen Geschäftseigentümern sehr schwierig, Genehmigungen zu erhalten, um ein Geschäft zu eröffnen. Zusätzlich zu den rechtlichen Beschränkungen ist zu beachten, dass die meisten christlichen Geschäftseigentümer wegen ihrer Religion von den Kunden benachteiligt werden. In den meisten Fällen ist es für christliche Geschäftsleute sehr schwierig, Aufträge zu bekommen, die von der Regierung ausgeschrieben werden, da die Regierungsbeamten, die für die entsprechenden Regierungsstellen zuständig sind, eine diskriminierende Einstellung haben.“

Kirchliches Leben

Im Berichtszeitraum zum WVI 2018 sticht der Bereich „Kirchliches Leben“ insofern hervor, als über 20 Kirchen zur Schließung gezwungen und abgerissen wurden. Wie ein Feldforscher berichtet, mischt sich die Regierung zunehmend in die internen Abläufe religiöser Institutionen ein. Aufgrund von Vorschriften seitens des Ministeriums für religiöse Stiftungen und Religionsangelegenheiten sahen sich Pastoren zur Selbstzensur und Einschränkung ihrer Aktivitäten genötigt. In einigen Fällen zwangen sudanesische Sicherheitskräfte Christen, die von ihnen geführten Schulen abzugeben. Auch der Bau neuer Kirchen ist äußerst schwierig, vor allem, weil dazu eine Baugenehmigung der Regierungsbehörden benötigt wird. Selbst wenn diese ausgestellt wird, bekommen Christen von lokalen islamischen Leitern und muslimischen Extremisten täglich Steine in den Weg gelegt. Ein Feldforscher erklärt: „Selbstverständlich gibt es innerhalb des Landes Unterschiede, was den Grad der Überwachung und Einschränkung betrifft. Während Christen in der Hauptstadt und anderen Großstädten hauptsächlich von Regierungskräften überwacht und behindert werden, unterliegen Kirchengemeinden in den entlegenen Teilen des Landes, insbesondere in den vom Bürgerkrieg betroffenen Gebieten, einer stärkeren Behinderung und Überwachung sowohl durch Regierungs- als auch Nichtregierungsgruppen.“ Darüber hinaus mischt sich die Regierung immer wieder in kirchliche Angelegenheiten ein und spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung rivalisierender kirchlicher Gremien, welche die kirchlich gewählten Ausschüsse ersetzen. Die Regierung unterstützt dann diese rivalisierenden Komitees und erlaubt ihnen, Kirchengebäude hinter dem Rücken der Hauptgemeinde zu verkaufen.

Auftreten von Gewalt

Das extreme Maß an Gewalt gegen Christen ist ein Produkt von zwei zusammenwirkenden Triebkräften der Verfolgung. In den Nuba-Bergen werden Christen willkürlich von staatlichen Sicherheitskräften angegriffen. Die Regierung behauptet dabei, gegen Rebellen vorzugehen. Kirchengebäude und Grundstücke von Christen werden attackiert. Pastoren, die sich gegen Verfolgung aussprechen, werden strafrechtlich verfolgt. Die Pastoren Hassan Abduraheem Taour und Kuwa Shamal sowie ein tschechischer Entwicklungshelfer wurden vor Gericht gestellt und verurteilt, auf erheblichen Druck der internationalen Gemeinschaft hin schließlich jedoch entlassen. Sie wurden der „Spionage“, der „Kriegführung gegen den Staat“ und der „Verbreitung von Hass gegen religiöse Versammlungen“ beschuldigt. Über 20 Christen und christliche Leiter wurden im Berichtszeitraum zum WVI 2018 verhaftet und mindestens drei Christen getötet.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Christinnen sind mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Sie sind gezwungen, sich wie Muslimas zu kleiden. Mädchen, die wegen „unanständiger Kleidung“ verhaftet werden, werden während des Verhörs oft sexuell belästigt und erniedrigt. Das Verfahren wegen Glaubensabfall, das Mariam Yahya Ibrahim Ishag durchmachen musste, die sogar im Mai 2014 im Gefängnis ein Kind gebar, ist ein Beispiel dafür, wie eine christliche Frau im Sudan behandelt werden kann.

Männer

Die Regierung konfrontiert männliche Christen mit einer Vielzahl von schwerwiegenden Anschuldigungen. Beispielsweise werfen die Sicherheitskräfte christlichen Männern oft vor, für den Westen zu spionieren. Dies hat das Potenzial, den Zerfall der Familie zu verursachen und die Kirche zu schwächen.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Die sudanesische Regierung, die für ihre Missachtung der Menschenrechte bekannt ist, hat weiterhin die Rechte der Christen im Land verletzt. Im Laufe der letzten Jahre ist die Punktzahl des Landes auf dem WVI stetig angestiegen. Seit 1999 steht der Sudan auch auf der Liste der „Countries of Particular Concern (CPC)“ (der „besonders Besorgnis erregenden Länder“) des US-Außenministeriums. Am 31. Oktober 2016 wurde das Land erneut zum CPC erklärt.

Der Druck der internationalen Gemeinschaft half bei der Freilassung einiger Christen, die wegen ihres Glaubens inhaftiert waren; die Regierung hat jedoch ihr grundsätzliches Verhalten gegenüber Christen nicht geändert. Die Plünderung und Zerstörung von Kirchengebäuden, Krankenhäusern und Schulen sind alltäglich, besonders in den Nuba-Bergen. Trotz der Tatsache, dass Präsident al-Bashir mit zwei internationalen Haftbefehlen konfrontiert ist, wurde die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Unruhen im Südsudan gelenkt, wo ein Bürgerkrieg zwischen den beiden wichtigsten rivalisierenden ethnischen Gruppen ausgebrochen ist.

Mit Blick auf die Zukunft ist folgendes Szenario sehr wahrscheinlich:

  • Die Verhaftung von Christen wird fortgesetzt.
  • Der Abriss von Kirchengebäuden wird weitergehen.
  • Islamische Unterdrückung und Diktatorische Paranoia werden die Haupttriebkräfte im Land bleiben.
  • Christen werden weiterhin Schwierigkeiten haben, Baugenehmigungen für Kirchengebäude zu erhalten.
  • Die sudanesische Regierung wird aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin willkürlich gegen die Nuba-Christen vorgehen.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für den Sudan

  • Die Christen im Sudan sind mit starker Unterdrückung und Verfolgung konfrontiert. Beten Sie um Schutz und Gelegenheiten zur Gemeinschaft mit anderen Christen. Beten Sie auch dafür, dass die Gemeindeleiter unter dem Druck, den islamische Extremisten auf ihre Kirchengemeinden ausüben, standhaft bleiben.
  • Die Scharia ist die Grundlage des sudanesischen Rechtssystems. Die Regierung verhaftet, belästigt und vertreibt häufig Christen. Bitte beten Sie, dass die sudanesische Regierung mehr Akzeptanz für das Christentum aufbringt und Religionsfreiheit gewährt.
  • Die Regierung im Sudan ist eines der diktatorischsten Regimes in Afrika. Bitte beten Sie, dass Jesus in den Herzen der sudanesischen Regierung wirkt, und dafür, dass sie dazu bewegt wird, Gerechtigkeit und Frieden in das Land zu bringen.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.