Länderprofil Turkmenistan

Turkmenistan

19
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Turkmenistan
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
19
ISO
TM
Karte Turkmenistan
Karte Turkmenistan
Christen
0,07
Bevölkerung
5.50
Diktatorische paranoia
Islamische Unterdrückung
Privatleben: 15.200
Familienleben: 10.300
Gesellschaftliches Leben: 12.900
Leben im Staat: 12.800
Kirchliches Leben: 15.200
Auftreten von Gewalt: 1.900
Länderprofil Turkmenistan

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

68 Punkte / Platz 19 (WVI 2017: 67 Punkte / Platz 19)

Von wem Verfolgung ausgeht

Es gibt zwei Hauptursachen für die Verfolgung von Christen in Turkmenistan – den Staat und die muslimische Umwelt. Staatliche Verfolgung geht von der Polizei, den Geheimdiensten und örtlichen Behörden aus, die religiöse Aktivitäten überwachen und regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen. Staatsbehörden führen häufig Razzien bei nichtregistrierten Kirchen durch. Die allgemeine islamische Kultur macht das Leben von Christen muslimischer Herkunft besonders schwer.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Auch die Gottesdienste der Russisch-Orthodoxen und Armenisch-Apostolischen Kirchen können überwacht werden. Das Drucken oder die Einfuhr christlicher Schriften ist eingeschränkt. Christen muslimischer Herkunft tragen die Hauptlast der Verfolgung sowohl durch den Staat als auch durch Familie, Freunde und Lebensumfeld. Dort, wo Kirchen nicht registriert sind, sind Christen regelmäßig Polizeirazzien, Bedrohungen, Verhaftungen und Geldstrafen ausgesetzt.

Nach Usbekistan ist Turkmenistan für religiöse Minderheiten der repressivste zentralasiatische Staat. In Anbetracht des wachsenden Nationalismus und der „geistlichen Leitung“, die der neue Präsident dem Land zu geben verspricht (wie schon sein Vorgänger mit seinen Ruhnama-Lehren), wird der Druck auf die Christen sehr wahrscheinlich unvermindert hoch bleiben, jedoch mit einem sehr niedrigen Wert im Bereich Gewalt.

Beispiele

  • Am 12. April 2016 wurde ein neues Religionsgesetz in Turkmenistan verabschiedet, mit dem das christliche Kirchenleben noch strenger kontrolliert wird.
  • Die Familien von ehemaligen Muslimen, die örtliche muslimische Gemeinschaft und die Behörden mischen sich häufig in Kirchenaktivitäten ein und behindern diese.
  • Wenn die Polizei Christen verhört, kommt es immer auch zu körperlicher Gewalt. Verhaftete Muslime und Zeugen Jehovas werden ähnlich schlecht behandelt.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 68 Punkten steht Turkmenistan auf Platz 19 des Weltverfolgungsindex 2018, im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2017 entspricht dies einer Steigerung von einem Punkt. Die Christen in Turkmenistan leiden an einem unvermindert hohen Maß an Kontrolle durch die autoritäre Regierung, insbesondere sind sie in den untersuchten Lebensbereichen „Privatleben“ und „Kirchliches Leben“ davon betroffen. Die Situation der Christen in Turkmenistan ist weiterhin schwierig und hat sich sogar etwas verschlechtert. Der enorme Druck vonseiten der Regierung hat nicht nachgelassen. Forum 18 hat die Situation in einer am 3. Oktober 2017 veröffentlichten Publikation sehr zutreffend beschrieben: „Die Behörden lassen auch weiterhin Razzien bei Gottesdiensten und in Wohnungen durchführen; sie nehmen Personen in Gewahrsam, foltern und bedrohen sie; sie beschlagnahmen religiöse Literatur, die bei Hausdurchsuchungen entdeckt wird. In vielen Fällen werden Frauen, die ihr Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit ausüben, von männlichen Polizisten tätlich angegriffen.“ Christen sind nicht die einzige Glaubensgemeinschaft, die von der turkmenischen Regierung verfolgt wird: Muslime und Zeugen Jehovas erleben einen ähnlich starken Druck.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Diktatorische Paranoia

Außerhalb staatlich geführter und staatlich kontrollierter Institutionen sind religiöse Aktivitäten nicht erlaubt. Mitglieder traditioneller protestantischer Gemeinden werden regelmäßig als „Extremisten” beschimpft, weil ihre religiösen Aktivitäten außerhalb der staatlich genehmigten Strukturen stattfinden. Mitglieder anderer protestantischer Kirchen werden oft als Anhänger einer fremden Sekte angesehen, die nur ein Ziel hat: das gegenwärtige politische System auszuspionieren und zu zerstören. Aus dieser Sicht sollten sie nicht nur kontrolliert, sondern wenn nötig auch ausgelöscht werden.

Islamische Unterdrückung

Wenn sich einheimische muslimische Bürger zu Jesus Christus bekehren, werden sie sehr wahrscheinlich Druck und vereinzelt körperliche Gewalt von ihrer Familie, Freunden und der örtlichen Gemeinschaft erleben, die auf diese Weise versuchen, sie zurück zu ihrem vorherigen Glauben zu zwingen. Einige Christen muslimischer Herkunft werden für lange Zeit von ihrer Familie eingesperrt, geschlagen und letztendlich aus ihrer Gemeinschaft verstoßen. Örtliche islamische Geistliche predigen gegen Konvertiten zum christlichen Glauben und erhöhen so den Druck. Aus diesem Grund werden diese Christen alles tun, um ihren neuen Glauben zu verbergen. So werden sie zu sogenannten „geheimen Christen“.

3. Verfolger

Die Triebkraft der Verfolgung von Christen in Turkmenistan ist vor allem „Diktatorische Paranoia“, die von Regierungsbeamten und politischen Parteien ausgeführt wird. Eine weitere Triebkraft der Verfolgung ist „Islamische Unterdrückung”. Hier geht Druck von der eigenen Großfamilie, nichtchristlichen religiösen Leitern und gewöhnlichen Bürgern aus, der sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft wendet.

4. Hintergrund

Turkmenistan ist ein sich schnell entwickelndes Land, da es dort große Vorkommen an Öl und Erdgas gibt. Doch hat diese Medaille zwei Seiten: Einerseits ermöglicht dies die Investitionen großer Mengen an Geld, die unter anderem darin sichtbar werden, dass es Pläne gibt, die Hauptstadt Aschgabat in eine „Marmorstadt“ zu verwandeln. Doch die Kehrseite dieser Möglichkeit ist die Tatsache, dass das Land immer abhängiger vom Öl- und Gasexport wird und – unter Berücksichtigung der hohen Korruption und Geheimniskrämerei – nur eine kleine Gruppe davon einen Nutzen haben wird. Der starke Preissturz für Öl im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2018 hat Turkmenistan ernsthaft getroffen.

Turkmenen leben in vielen verschiedenen Ländern, von Turkmenistan, Afghanistan, dem Iran, dem Norden Pakistans, Syrien und dem Irak bis in den Nordkaukasus (in der Region Stawropol). Diese Gruppen stehen miteinander in Kontakt. Sunnitische Muslime aus Turkmenistan sind in den Konflikten islamistischer Kämpfer im Nahen Osten („Islamischer Staat“ (IS)) und auf dem indischen Subkontinent (Al Kaida) aktiv. Das Regime in Aschgabat fürchtet den Einfluss heimkehrender Dschihadisten und überwacht daher jede religiöse Aktivität.

Turkmenistan gilt als eines der restriktivsten Länder der Welt. Es besteht keinerlei Informations- oder Pressefreiheit. Der Zugang zum Land wird Ausländern extrem erschwert. Um Präsident Berdimuhamedow gibt es einen Personenkult. Hinzu kommen ein hohes Maß an Überwachung aller gesellschaftlichen Gruppen (einschließlich Christen) sowie starke Zugangsbeschränkungen zu ausländischen Medien und anderen Informationsquellen. Folglich ist es auch schwierig, Informationen außer Landes zu bringen. Am 12. April 2016 wurde ein neues Religionsgesetz verabschiedet, das das kirchliche Leben von Christen noch strenger einschränkt.

Christen sind nicht die einzige Glaubensgemeinschaft, die von der Regierung verfolgt wird: Muslime, Zeugen Jehovas und jede andere religiöse Gruppe werden ähnlich behandelt.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROC) hat sich mit den Einschränkungen der Regierung arrangiert und wird daher mehr oder weniger nicht weiter gestört. Sonntagsgottesdienste können überwacht werden, aber ungehindert stattfinden und ihre Mitglieder können sich versammeln. Das Drucken und Einführen christlicher Literatur ist eingeschränkt.

Christen muslimischer Herkunft

Christen mit muslimischem Hintergrund tragen die Hauptlast der Verfolgung in Turkmenistan. Außer vom Staat werden sie auch von ihren eigenen Familien, Freunden und ihrem sozialen Umfeld stark unter Druck gesetzt. Für sie ist der soziale und familiäre Druck viel stärker, da er ihren Alltag dominiert.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Nach Christen muslimischer Herkunft wird diese Gruppe von Christen am zweitstärksten verfolgt, besonders, wenn die Kirchen nicht registriert sind. Baptisten, evangelikale Christen und Pfingstgemeinden erleiden Razzien, Bedrohungen, Verhaftungen und Geldstrafen.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 15.200
Familienleben: 10.300
Gesellschaftliches Leben: 12.900
Leben im Staat: 12.800
Kirchliches Leben: 15.200
Auftreten von Gewalt: 1.900

Grafik: Verfolgungsmuster Turkmenistan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Alle Lebensbereiche zusammengenommen ist der durchschnittliche Druck auf Christen von 13,1 Punkten im Weltverfolgungsindex 2017 auf 13,3 Punkte gestiegen.
  • Der Druck ist mit jeweils 15,2 Punkten am stärksten in den Bereichen „Privatleben“ (besonders für Christen muslimsicher Herkunft) und „Kirchliches Leben“. Dieses Ergebnis steht in direktem Zusammenhang mit den beiden Triebkräften der Verfolgung, die es in Turkmenistan gibt: Islamische Unterdrückung und Diktatorische Paranoia.
  • Der Wert für das Auftreten von Gewalt gegen Christen ist mit 1,9 Punkten im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Punkte gestiegen. Ein Grund hierfür ist die Ausweisung eines Pastors und seiner Familie aus dem Land.

Privatleben

Ein Glaubenswechsel löst heftige Reaktionen innerhalb des sozialen und kulturellen Umfelds aus. Er wird als Beleidigung der Familienehre betrachtet. Der Staat und seine Vertreter nehmen das Thema Glaubenswechsel sehr ernst. Nicht nur Christen mit muslimischem Hintergrund sind in diesem Punkt unter Druck, sondern auch Christen, die evangelisieren. Die Regierung bezahlt für Informationen über christliche Gottesdienste in Privathäusern. Es gab Berichte über Christen, die gezwungen wurden, ihrem Glauben in der Öffentlichkeit abzuschwören. Alle öffentlichen Medien, einschließlich des Internets, sind unter staatlicher Kontrolle. Christen können sie nutzen, jedoch nicht, um ihren Glauben zu verbreiten. Außerdem hat die Regierung die Verwendung von Satellitenschüsseln verboten. Es ist sehr riskant für einen Christen muslimischer Herkunft, seinen neu gewonnenen Glauben mit Familienmitgliedern oder nichtchristlichen Gästen zu teilen. Die Intensität der Überwachung ist in Turkmenistan sehr hoch und sogar private Treffen von Christen werden regelmäßig überwacht.

Familienleben

Die Religionszugehörigkeit ist in amtlichen Dokumenten wie Reisepass oder Ausweis nicht vermerkt. Die örtlichen Behörden, in denen meistens Muslime aus der Nachbarschaft arbeiten, können Registrierungen von Hochzeiten, Geburten und Beerdigungen verhindern. Islamische Geistliche in Türkmenabat und Mary erklärten, dass Christen muslimischer Herkunft nicht auf islamischen Friedhöfen begraben werden dürften. Taufen von Christen muslimischer Herkunft verursachen ebenfalls soziale Spannungen. In Schulen gibt es antichristlichen Unterricht, der mit Imamen arrangiert wird, und alle Schüler sind gezwungen, an islamischen Festtagen teilzunehmen. Kinder aus christlichen Familien werden oft von der Gemeinschaft mit anderen Kindern ausgeschlossen. Sie werden in der Schule häufig vor allen Kindern gedemütigt. Wird ein Familienmitglied Christ, üben Familie, Freunde und Gemeinschaft Druck auf den Ehepartner aus, sich scheiden zu lassen. Besonders Christen muslimischer Herkunft riskieren den Verlust ihres Erbes.

Gesellschaftliches Leben

Berichten zufolge werden Christen Opfer von Bedrohungen, Belästigungen, sexuellen Übergriffen, Inhaftierungen, Razzien der Geheimpolizei und willkürlichen Verhaftungen. Turkmenistan ist eines der repressivsten Regime der ehemaligen Sowjetunion und setzt auf Überwachung und Kontrolle. Christen werden von unterschiedlichen Organisationen des Staates einschließlich der Geheimpolizei dauerhaft beobachtet. Christinnen mit muslimischem Hintergrund, die in konservativ geprägten Regionen leben, laufen Gefahr, entführt und mit einem Muslim zwangsverheiratet zu werden. Viele Christen werden verhöhnt und manchmal von höherer Bildung ausgeschlossen. Aktive Christen gehen das hohe Risiko ein, ihre Arbeitsstelle zu verlieren. Viele Privathäuser wurden Ziel von Razzien, bei denen die Christen Geldstrafen zahlen mussten, weil sie religiöse Treffen abgehalten hatten; auch dann, wenn dies gar nicht der Fall war. Werden Versammlungen in Turkmenistan gestürmt, was auch bei registrierten Gruppen vorkommt, werden alle Anwesenden befragt; viele werden festgehalten, vielen werden Bußgelder erteilt und alle gefundenen Materialien werden beschlagnahmt.

Leben im Staat

Obwohl die Verfassung Religionsfreiheit garantiert, ist Turkmenistan eines der Länder, in denen die Religionsfreiheit am stärksten verletzt wird. Christen im Land berichten von Festnahmen, Gefängnissaufenthalten, Drohungen und Beleidigungen, Schlägen, Beschlagnahmungen und sexuellen Übergriffen. Alle Aktivitäten religiöser Gruppen stehen unter strenger Kontrolle. In den vergangenen Jahren wurde bekannten Christen die Ausreise am Flughafen verweigert. Viele christliche Gruppen können sich nicht registrieren lassen und selbst registrierte Gruppen stehen unter andauerndem Druck – ihre Mitglieder riskieren täglich Strafverfolgung. Die staatlich kontrollierten Medien bezeichnen die christlichen Kirchen als „Sekten“ und verzerren die Fakten, wenn sie über Christen berichten. Vor Gericht werden Christen unfair behandelt. Die internationale Beobachtung von Gerichtsverhandlungen wird nicht zugelassen, erst recht nicht bei Fällen, die Christen betreffen.

Kirchliches Leben

Das 2003 erlassene Religionsgesetz untersagt Hausgottesdienste und verbietet religiöse Aktivitäten von nichtregistrierten Organisationen. Die Regierung behindert die Registrierung neuer Kirchen. Es werden kaum Registrierungen erteilt, obwohl sich einzelne Gemeinden schon länger als ein Jahrzehnt darum bemühen. Gottesdienste werden weiterhin gestört und Razzien durchgeführt. Die Arbeit unter beziehungsweise mit Jugendlichen ist verboten. Die Veröffentlichung von christlichen religiösen Materialien ist in Turkmenistan strengstens verboten. Der Import solcher Materialien ist nur einigen registrierten Gruppen, wie der Russisch-Orthodoxen Kirche gestattet, steht aber unter strengster staatlicher Beobachtung. Der Verkauf von christlichen Materialien in der Öffentlichkeit ist verboten. Bei Razzien in Kirchen und Wohnhäusern werden Materialien regelmäßig beschlagnahmt. Der Staat gestattet keine christlichen Organisationen, Institutionen oder Schulen, noch erlaubt er christliche gemeinnützige, humanitäre, medizinische, soziale oder kulturelle Vereinigungen. Da die Behörden die größten Verfolger im Land sind, ist es sehr gefährlich (und nutzlos), sich dagegen auszusprechen.

Auftreten von Gewalt

Es gibt kaum Berichte von gewalttätigen Übergriffen, denn die Christen in Turkmenistan reden mit Ausländern nicht über diese Art von Dingen. Sie haben Angst, man könnte die Informationen zu ihnen zurückverfolgen. Etwa fünf Christen wurden von der Polizei kurzfristig festgehalten und zwanzig Christen wurden geschlagen. Zehn Häuser wurden während Hausdurchsuchungen der Polizei beschädigt. Ein Pastor und seine Familie wurden des Landes verwiesen.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Der Alltag der einheimischen Bewohner Turkmenistans ist von der islamischen Kultur geprägt, in der Frauen eine geringere Position als Männer haben. Von Frauen wird erwartet, dass sie sich ihren Eltern und, falls sie verheiratet sind, ihren Männern völlig unterordnen. Aus diesem Grund sind Christinnen und Frauen, die die bestehende Ordnung infrage stellen, eher Opfer von Verfolgung. Christinnen mit muslimischem Hintergrund sind besonders durch die Verpflichtung betroffen, eine arrangierte Ehe, die noch vor ihrer Bekehrung zu Jesus Christus von den Eltern vereinbart wurde, auch tatsächlich einzugehen. Sie laufen ebenfalls Gefahr, verschleppt, zuhause eingesperrt, geschlagen, zwangsverheiratet und vergewaltigt zu werden. Christinnen ohne muslimischen Hintergrund können verbale Gewalt, Drohungen und den Verlust der Arbeitsstelle erleben.

Männer

Gemeindeleiter sind meist Männer. Männer sind zudem normalerweise das Oberhaupt ihrer Familie und Hauptverdiener. Wird ein christlicher Mann zur Zielscheibe von Verfolgung (beispielsweise per Geldstrafe oder Gefängnis), leidet die ganze Familie. Auch der Verlust der Arbeit zieht die ganze Familie in Mitleidenschaft. Ein problematischer Bereich für Männer ist die fehlende Alternative zum Militärdienst. Die nachfolgende Aufzählung betrifft vor allem christliche Männer und Jungen mit muslimischem Hintergrund: Sie können verbale und körperliche Gewalt, Drohungen, Schläge, Verhaftungen, Verhöre, Beschlagnahmungen, Strafgelder, Gefängnisstrafen, Verlust der Arbeit, Diskriminierungen, Vertreibungen, Hausarrest, Schmähungen, Scheidungen und Enteignungen erleben.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Nach Usbekistan ist Turkmenistan der für religiöse Minderheiten repressivste Staat in Zentralasien. Angesichts des wachsenden Nationalismus und der „geistlichen Leitung“, die der neue Präsident (wie schon sein Vorgänger mit seiner Ruhnama-Lehre) dem Land zu geben verspricht, wird der Druck auf Christen voraussichtlich unverändert auf einem relativ hohen Level bleiben, jedoch mit einem erfreulich niedrigen Ausmaß an Gewalt. Der Druck des sozialen Umfeldes (vor allem auf Christen muslimischer Herkunft) wird konstant bleiben.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Turkmenistan

  • urkmenistan gilt als eines der restriktivsten Länder der Erde. Nach Usbekistan ist es das zentralasiatische Land mit den meisten Repressalien gegen religiöse Minderheiten. Bitte beten Sie für größere Freiheiten im Land.
  • itte beten Sie für Christen mit muslimischem Hintergrund, die schärfstem Druck ausgesetzt sind, zum Islam zurückzukehren. Christliche Konvertiten tragen die Hauptlast der Verfolgung in Turkmenistan. Beten Sie für ihren Schutz und ihr Durchhaltevermögen.
  • eten Sie, dass die Sicherheitskräfte, die Christen überwachen, dem Evangelium begegnen. Beten Sie dafür, dass ihre Herzen weich werden und sie Fürsprecher und Beschützer der Christen in Turkmenistan werden.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.

Drucken Herunterladen