Weltverfolgungsindex 2026

Laos

Christenverfolgung in Laos

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2024 – 30. September 2025

1. Überblick

Die Ermordung von Pastor Sy im Jahr 2022 und Pastor Thongkham im Jahr 2024 sowie eine Zunahme gewalttätiger Vorfälle im aktuellen Berichtszeitraum schaffen ein Klima der Angst unter den Christen in Laos. Ein christlicher Leiter berichtete: „Es gibt fortwährende Bemühungen, christliche Leiter einzuschüchtern und zu bedrohen ... Ihnen wird gesagt, sie sollen ihre religiösen Aktivitäten einstellen und ihren Glauben aufgeben, mit der ausdrücklichen Warnung, dass sie, wenn sie sich nicht daran halten, ein ähnliches Schicksal wie Pastor Thongkham erleiden könnten.“ Die kommunistischen Behörden überwachen streng alle religiösen Aktivitäten, auch diejenigen registrierter Kirchen. Die Regierung erkennt drei Kirchen an: die „Lao Evangelical Church“ („Evangelische Kirche Laos“, LEC), die Katholische Kirche und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Andere christliche Gruppen müssen inoffiziell agieren. Selbst etwa 75 Prozent aller Gemeinden, die der offiziell anerkannten LEC angehören, haben keine festen Gebäude und feiern ihre Gottesdienste in Privathäusern. Da alle Versammlungen den Behörden gemeldet werden müssen, agieren Hauskirchen heimlich als „illegale Versammlungen”. Die schwersten Verletzungen der Religionsfreiheit erleben christliche Konvertiten. Sie werden für schuldig befunden, sich der buddhistisch-animistisch geprägten Gemeinschaft zu entziehen. Konvertiten sind daher dem Druck und der Gewalt lokaler Behörden sowie ihrer Familien (die in einem laotischen Haushalt in der Regel aus drei Generationen unter einem Dach bestehen) ausgesetzt. Sowohl Familien als auch Behörden hetzen regelmäßig die örtliche Gemeinschaft gegen Konvertiten auf oder bitten die lokalen religiösen Leiter um Hilfe. Das kann dazu führen, dass Konvertiten aus ihrem Heimatdorf ausgeschlossen werden.

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Das nachfolgende Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus den ausführlichen Berichten von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Dieses deutsche Länderprofil finden Sie hier auch als PDF zum Download.

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2. Hintergrund

Seit 1975 ist Laos eine zentralistisch regierte sozialistische Republik und wird von der „Laotischen Revolutionären Volkspartei“ (LRVP) regiert. Die Wahl des neuen Premierministers Sonexay Siphandone im Dezember 2022 brachte nur begrenzte Veränderungen. Trotz der Wirtschaftsreformen in den 1980er-Jahren ist das Land nach wie vor extrem arm und stark von ausländischer Hilfe abhängig. In zunehmendem Maße kommt diese Hilfe aus China, wodurch Laos in Bezug auf die Infrastruktur und die Verschuldung noch stärker von China abhängig wird. Außerdem wird durch diese engere Beziehung die kommunistische Ideologie gestärkt.

Internationale Beobachter bezeichnen die Menschenrechtsbilanz des Landes regelmäßig als außerordentlich schlecht, was auf die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten und die Verfolgung von Minderheiten zurückzuführen ist. Die Behörden legen großen Wert auf die Kontrolle der Medien (die keineswegs als „frei“ bezeichnet werden können) und sogar auf eine mediale Indoktrination der Bevölkerung. Sie gehen gegen Bürger vor, die in den sozialen Medien Klagen oder Bedenken äußern. Gleichzeitig werden in der Praxis alle nationalen Gesetze von den dörflichen Gesetzen übertrumpft, die häufig auf Traditionen und Glaubensvorstellungen beruhen.

Die Schwierigkeiten, mit denen Christen konfrontiert sind, gehen vor allem von lokalen Behörden und Dorfvorstehern aus. In deren Interesse liegt es vor allem, die ethnischen Praktiken zu schützen und zu verteidigen, den kommunistischen Führungsstil und die Bürokratie aufrechtzuerhalten und den Frieden in den Dörfern zu wahren. Die Ermordung von Christen wie von Pastor Sy im Jahr 2022 und Pastor Thongkham im Jahr 2024 waren ein Schock für die kleine christliche Gemeinschaft in Laos. Die Taten erinnerten die Christen eindringlich daran, dass eine wachsende Kirche bei den örtlichen Behörden nicht gern gesehen wird, insbesondere nicht in ländlichen Gebieten. Das Land befindet sich noch immer fest im Griff der kommunistischen LRVP. Die kommunistischen Behörden betrachten Religion als etwas Feindliches, das kontrolliert werden muss. Und während der Buddhismus bis zu einem gewissen Grad als Teil des kulturellen Erbes des Landes akzeptiert wird, gilt der christliche Glaube als fremd, mit westlichen Werten verbunden und als Feind des Kommunismus, vor allem in den Dörfern. Die Betonung der kommunistischen Ideologie scheint durch den wachsenden Einfluss und die immer stärkere Abhängigkeit von China noch verstärkt zu werden.

Nach Schätzungen der World Christian Database von 2025 sind 53,9 Prozent der Bevölkerung Buddhisten, die hauptsächlich der Schule des Theravada angehören. 41,2 Prozent der Bevölkerung gehören ethnischen Religionen an (chinesische Volksreligionen nicht eingeschlossen), die mit ihrer jeweiligen ethnischen Herkunft oder Stammeszugehörigkeit zusammenhängen. Mehrere dieser Volkstraditionen sind in den Buddhismus eingeflossen, sodass sich die oben genannten Zahlen überschneiden. 2,8 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die größten christlichen Gruppen sind die römisch-katholische Kirche, die LEC und die Siebenten-Tags-Adventisten. Es gibt auch viele andere Kirchen, die aber weniger Mitglieder haben, beispielsweise evangelikale, baptistische, pfingstkirchliche, methodistische und lutherische Kirchen sowie Kirchen der sogenannten Assemblies of God.

Full Country Dossier - Religious Context

Weltanschauungen

Anhänger

%

Christen

219.000

2,8

Muslime

9.500

0,1

Hindus

6.400

< 0,1

Buddhisten

4.222.000

53,9

Anhänger ethnischer Religionen

3.226.000

41,2

Bahai

18.700

0,2

Atheisten

23.600

0,3

Agnostiker

69.900

0,9

Andere

42.860

0,5

3. Gibt es regionale Unterschiede?

Provinzen wie Luang Namtha, Phongsali und Houaphan im Norden, Khammuan und Bolikhamsai im zentralen Teil des Landes und Salavan im Süden sind traditionell schwierige Orte für Christen. Während in diesen ländlichen Regionen Christen stärker eingeschränkt und häufiger von gewaltsamen Übergriffen betroffen sind, herrscht in einigen Teilen von Vientiane eine größere Toleranz gegenüber dem christlichen Glauben.

4. Was sind die stärksten Triebkräfte der Verfolgung?

Kommunistische Unterdrückung, vermischt mit diktatorischer Paranoia

Laos ist eines der fünf letzten kommunistischen Länder der Welt. Allerdings wird nur noch in wenigen Provinzen und Dörfern streng an der kommunistischen Ideologie festgehalten. Diese streng kommunistischen Gebiete sind strikt gegen jeden Einfluss, der als ausländisch oder westlich angesehen wird. Dazu gehört auch der christliche Glaube. Lokale Behörden nutzen oft die feindselige Haltung der Gesellschaft gegenüber Christen aus, um Maßnahmen gegen diese zu rechtfertigen. Diese Verfolgung hat sich mit der wachsenden Abhängigkeit Laos' von China verschärft, welche die Bedeutung kommunistischer Prinzipien im Land weiter stärkt.

Unterdrückung durch den Clan oder Stamm

Animismus und andere Stammespraktiken sind im ganzen Land verbreitet, vor allem in den ländlichen Gebieten. Sich dem christlichen Glauben zu- und von Stammesriten abzuwenden, wird als Verrat an der Identität der Familie und der erweiterten Gemeinschaft betrachtet. Dorfälteste und Familienmitglieder zwingen Christen oft, ihren Glauben aufzugeben, oder vertreiben sie aus dem Dorf, um die Schutzgeister der Gemeinschaft nicht zu verärgern.

Religiös motivierter Nationalismus

Der Theravada-Buddhismus wird von der Mehrheit der Bevölkerung praktiziert und bildet die Grundlage der laotischen Kultur. Ein Experte für das Land drückt es so aus: „Der Buddhismus ist der Klebstoff, der die zahlreichen ethnischen Gruppen und unzugänglichen Dörfer zusammenhält, die über die bergige Landschaft verstreut sind.“ Animistische Praktiken und die Angst vor Geistern sind ebenfalls Teil der buddhistischen Kultur des Landes. Die Regierung fördert implizit den Buddhismus als integralen Bestandteil der laotischen nationalen Identität, während sie den christlichen Glauben als eine fremde Ideologie betrachtet, die diese Identität und die nationale Einheit bedroht.

5. Welche Christen sind von Verfolgung betroffen?

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Ausländischen Christen ist es generell nicht erlaubt, sich in den laotischen Gemeinden zu integrieren. Nur im Falle von zwei Kirchen der LEC in der Hauptstadt Vientiane ist es ausländischen Christen erlaubt, sich diesen anzuschließen. Zu den ausländischen Christen in Laos gehören christliche Gemeinschaften von Mitarbeitern im diplomatischen Dienst. Diese erfahren Einschränkungen zum Beispiel durch das Überwachungssystem der Polizei.

Christen aus traditionellen Kirchen

Zu den traditionellen Kirchen gehören die römisch-katholische Kirche, die LEC und die Siebenten-Tags-Adventisten. Obwohl sie von den Behörden offiziell anerkannt sind, werden sie streng überwacht. Im Falle der LEC besteht in einigen Gegenden ein stillschweigendes Einvernehmen darüber, dass die Behörden an der Auswahl von Leitern beteiligt sind und christliche Druckerzeugnisse genehmigen müssen.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christliche Konvertiten buddhistischer oder animistischer Herkunft sind dem größten Druck und der größten Gewalt seitens der lokalen Behörden, ihrer Familien und ihres sozialen Umfelds ausgesetzt. Der Glaubenswechsel wird als potenzielle Bedrohung für die staatliche Autorität gesehen und als Verrat an der Einheit der Familie und der Gemeinschaft betrachtet. Deswegen geht die Polizei oft schnell und mit harter Hand gegen christliche Gruppen vor, von denen berichtet wird, dass sie den christlichen Glauben verbreiten.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Unabhängige Kirchen, Pfingstgemeinden und Methodisten werden weiterhin nicht anerkannt. Da die Regierung keine „illegalen“ Versammlungen erlaubt, müssen diese Gruppen sich unter einer der drei von der Regierung anerkannten traditionellen Kirchen registrieren. Nicht registrierte Kirchen müssen sich im Geheimen treffen.

6. Wie erfahren Christen Druck und Gewalt?

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Privatleben 12
Familienleben 10.9
Gesellschaftliches Leben 13.4
Leben im Staat 14
Kirchliches Leben 13.9
Auftreten von Gewalt 7.4

Privatleben

Christliche Konvertiten mit buddhistischem oder Stammeshintergrund müssen ihren Glauben geheim halten. Wenn sie entdeckt werden, drohen die Dorfältesten und ihre Gehilfen den Christen mit Ausschluss aus der Gemeinschaft. Viele Laoten glauben, dass sie von „phi“ (Geistern) beschützt werden, und fürchten sich davor, diese gegen sich aufzubringen. Den Christen wird eine Frist gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen, um so das Unglück vom Dorf abzuwenden. Eine Weigerung führt oft zu eskalierenden Druckmaßnahmen. Ernten und Eigentum wird zerstört. Wenn dies nicht zum gewünschten Resultat führt, werden sie gewaltsam vertrieben. Bekannte Konvertiten werden besonders intensiv überwacht, wobei Nachbarn religiöse Aktivitäten oft bei den Behörden anzeigen.

Familienleben

Buddhistische Lehren und animistische Praktiken und Glaubensvorstellungen werden als Teil der laotischen Identität betrachtet. Christen stehen unter Anpassungsdruck; Kinder werden mitunter von der Schule oder dem sozialen Umfeld gezwungen, an buddhistischen Tempelzeremonien teilzunehmen und die damit verbundenen Rituale zu praktizieren. In streng buddhistischen Gebieten werden Christen in vielen Bereichen ihres Lebens diskriminiert, beispielsweise wird ihnen der Zugang zu Bildung und Arbeit verwehrt. Sie werden daran gehindert, Beerdigungen nach christlicher Praxis durchzuführen, oder manchmal sogar dafür verhaftet. Ein Experte für das Land erklärt: „Christen müssen entweder einen zusätzlichen Betrag zahlen, um den Dorffriedhof nutzen zu dürfen, oder sie müssen die Toten auf ihrem eigenen oder einem gekauften Grundstück bestatten. Zusammen mit der Zahlung wird von den Christen auch verlangt, ein Schwein oder einen Büffel zu töten, um die Geister zu besänftigen, wodurch die Christen gezwungen werden, einen animistischen Ritus durchzuführen.“ Daneben ist es selbst Kirchen der LEC in ländlichen Gebieten nicht möglich, Taufen öffentlich durchzuführen.

Gesellschaftliches Leben

Der Druck des sozialen Umfelds auf Christen ist enorm. In Provinzen wie Luang Namtha, Phongsali und Houaphan im Norden, Savannakhet, Bolikhamsai und Khammuan im Zentrum sowie Salavan und Attapeu im Süden werden Christen von örtlichen Behörden, insbesondere von Dorfältesten, schikaniert, überwacht, verhaftet und aus den Dörfern vertrieben. Die Polizei verlangt von den Gemeinden, dass sie persönliche Daten wie Fotos, Telefonnummern und Adressen sowohl von Pastoren und Geistlichen als auch von Gemeindemitgliedern zur Verfügung stellen, um die staatliche Überwachung zu erleichtern. Christen, die im öffentlichen Dienst (darunter auch im Militär) stehen und deren Glaube entdeckt wird, werden entweder entlassen oder bei Beförderungen übergangen. Die Renten von Christen, die aus dem Staatsdienst ausgeschieden sind, werden mitunter gekürzt.

Leben im Staat

Obwohl die laotische Verfassung Religionsfreiheit vorsieht, wird dieses Recht nicht respektiert. Die Regierung rechtfertigt Einschränkungen mit der Aussage, dass Religionen nicht im Widerspruch zu staatlichen Pflichten stehen oder soziale Unruhen verursachen dürfen. Kommunistische Regierungsbeamte üben Druck aus; die meisten Verletzungen der Religionsfreiheit von Christen geschehen jedoch auf lokaler Ebene und gehen von Dorfältesten aus. Diesen lokalen Anführern geht es in erster Linie darum, ethnische Praktiken zu bewahren, und bis zu einem gewissen Grad auch darum, die kommunistische Bürokratie aufrechtzuerhalten. Christen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, werden bei Beförderungen für höhere Positionen üblicherweise übergangen, selbst wenn sie über mehr Erfahrung und eine bessere Erfolgsbilanz als andere Kandidaten verfügen.

Kirchliches Leben

Viele kirchliche Aktivitäten bedürfen gemäß Verordnung 315 einer Genehmigung durch die Regierung. Sowohl Geheimdienstmitarbeiter als auch uniformierte Polizisten nehmen an Gottesdiensten teil, zählen die Gottesdienstbesucher und machen sich Notizen zu den Predigten. In städtischen Gebieten ist die Regierung mit Blick auf die Religionsausübung etwas toleranter, in ländlichen Regionen greift sie jedoch oft sehr streng durch. Im aktuellen Berichtszeitraum gab es Berichte über eine verstärkte Wachsamkeit gegen die Verbreitung von Bibeln und anderem christlichem Material durch die Polizei. Kirchenleiter berichten von wachsenden Schwierigkeiten bei der Einfuhr christlicher Texte und sehen sich mit strengeren Auflagen konfrontiert. Sie müssen christliche Materialien vor der Verteilung bei der Regierung zur Prüfung vorlegen.

Beispiele für das Auftreten von Gewalt

  • Im Süden von Laos wurde eine Kirche von Dorfbewohnern gestürmt. Die Angreifer entfernten das Kreuz, unterbrachen die Stromversorgung und forderten die Christen auf, ihrem Glauben abzuschwören – andernfalls würden sie aus dem Dorf vertrieben werden. Eine christliche Witwe im Süden von Laos wurde daran gehindert, ihren Mann auf dem Dorffriedhof zu begraben. Nachdem sie sich geweigert hatte, ihren Mann nach buddhistischem Brauch einzuäschern, wurde ihr vom Dorfvorsteher eine Geldstrafe auferlegt. Als sie sich weiterhin weigerte, drohten die Ältesten, ihr Haus zu zerstören. Vier Christen wurden am 6. Oktober 2024 während einer Hauskirchenversammlung im Norden von Laos zusammen mit fünfzehn weiteren Personen verhaftet. Ihnen wurde seitens ihres sozialen Umfelds verboten, den christlichen Glauben zu praktizieren. Nachdem sie sich geweigert hatten, ihrem Glauben abzuschwören, wurden die vier zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Im Februar wurden sie in ein Bezirksgefängnis verlegt, wo sie in einer dunklen Zelle festgehalten und nicht regelmäßig mit Mahlzeiten versorgt wurden. Zwei von ihnen sind krank, ein Christ wird im Krankenhaus behandelt.
  • Wie „Radio Free Asia“ am 6. Februar 2024 meldete, stoppten im Dorf Kaleum Vanke (im Bezirk Xonboury in der Provinz Savannakhet) die örtlichen Behörden einen Hausgottesdienst, verbrannten Bibeln und forderten die Schließung der Gemeinde.

7. Entwicklung in den letzten 5 Jahren

Jahr

Platzierung

Punktzahl

2026

28

72

2025

22

74

2024

21

75

2023

31

68

2022

26

69

Die Gesamtpunktzahl für den Weltverfolgungsindex 2026 ist im Vergleich zum Vorjahr um 2 Punkte gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Wert für das Auftreten von Gewalt von 9,8 auf 7,4 Punkte sank. Es liegen weniger Berichte über Angriffe auf Kirchen vor und es wurden keine religiös motivierten Morde an Christen verzeichnet. Dennoch bleiben Herausforderungen für Christen bestehen. Da die Zahl der Christen in einigen ländlichen Gebieten leicht gewachsen ist, hat die Feindseligkeit auf Dorfebene zugenommen. Die Zahl der Christen, die aus religiösen Gründen gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen, ist um 38 Prozent gestiegen. Die kommunistischen Behörden überwachen alle religiösen Aktivitäten streng, und christliche Konvertiten sind Druck und Gewalt seitens ihrer Familien und lokaler Leiter ausgesetzt.

8. Sind Frauen und Männer unterschiedlich von Verfolgung betroffen?

Frauen

Gewalt gegen Frauen ist kulturell weitgehend akzeptiert. Christliche Konvertitinnen sind dem größten Druck ausgesetzt. In ihrem sozialen Umfeld sind sie Spott und Isolation ausgesetzt, etwa am Arbeitsplatz, und sie werden herabgewürdigt. Im häuslichen Umfeld können sie geschlagen, enteignet oder unter starken Druck gesetzt werden, ihren christlichen Glauben abzuschwören. Mädchen können auch in der Schule diskriminiert und belästigt werden, insbesondere in ländlichen Gebieten. Christliche Frauen sind wenig begehrte Heiratskandidatinnen, und so sehen sich unverheiratete Christinnen zusätzlichen Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt, da sie als weniger wert angesehen werden. Die Praxis der Kinderheirat, die unter Minderheiten nach wie vor weit verbreitet ist, setzt christliche Konvertitinnen einer verstärkten Verfolgung durch Ehemänner und Schwiegereltern aus. Wenn christliche Männer verhaftet werden, müssen ihre Frauen erdrückende Schulden auf sich nehmen, um ihre Freilassung zu erwirken. Einige Frauen sind als Kirchenleiterinnen von Zwangsräumung, Menschenhandel oder Schikanen bedroht.

Männer

In der Regel handelt es sich bei den Leitern der christlichen Gemeinden um Männer. Sie werden aufgrund ihrer Position häufig zur Zielscheibe von Verfolgung: Pastoren sind Angriffen auf Kirchen, Geldstrafen und Inhaftierungen durch die Behörden ausgesetzt. Dies destabilisiert christliche Gemeinden. Für ihre Freilassung müssen beträchtliche Geldbeträge gezahlt werden, und sie berichten von harter und erniedrigender Behandlung während ihrer Inhaftierung. Abgesehen davon erleiden christliche Männer am Arbeitsplatz Verfolgung und Diskriminierung oder verlieren ihren Arbeitsplatz sogar ganz. Von Positionen in staatlichen Behörden und im Militär werden sie ausgeschlossen. In Schulen sind es häufiger die christlichen Jungen als die Mädchen, die körperlich misshandelt und schikaniert werden. Die intensive Indoktrination stellt den christlichen Glauben als „westliche Bedrohung“ dar und schürt damit weitere Feindseligkeiten. Da Männer in der Regel die Versorger ihrer Familien sind, hat eine Inhaftierung oder der Verlust des Arbeitsplatzes verheerende Auswirkungen auf die Familien, während ihre Kinder verspottet werden und die Dörfer christliche Familien ausgrenzen. All dies setzt christliche Männer unter Druck, ihren Glauben aufzugeben.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Buddhisten, die nicht der Hauptströmung der buddhistischen Lehre in Laos angehören, haben manchmal Probleme bei der Registrierung von Mönchen. Unter den ethnischen Gemeinschaften sind es in einigen Gebieten vor allem die Hmong (oft Animisten oder Christen), die am stärksten von der Regierung unterdrückt werden. Muslime, Hindus und Bahai stellen winzige Minderheiten im Land dar und werden ebenfalls von den kommunistischen Staatsbehörden unter Druck gesetzt.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Laos:

  • Beten Sie für die Christen und besonders die Kirchenleiter um Weisheit und Mut im Umgang mit Überwachung und Druck durch die kommunistischen Behörden.
  • Beten Sie, dass alle inhaftierten Christen körperlich, seelisch und geistlich gestärkt werden und dass sie so schnell wie möglich aus der Haft entlassen werden.
  • Beten Sie, dass christliche Konvertiten bei ihren Familien, aber auch bei Dorfvorstehern und örtlichen Behörden Gunst finden und dass diese auf den Glaubenswechsel nicht mit Gewalt reagieren.
  • Bitten Sie um Schutz der lokalen Partner von Open Doors beim Dienst an den verfolgten Christen in Laos.
  • Beten Sie um tiefen Trost für die Familien, deren Angehörige ermordet wurden.

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